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Saisonale Allergie: Ursachen, Symptome & Behandlung

Saisonale Allergie: Überreaktion des Immunsystems auf saisonale Auslöser wie Pollen. Typische Symptome sind Niesen, Schnupfen und juckende Augen.

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Wissenswertes über "Saisonale Allergie"

Saisonale Allergie: Überreaktion des Immunsystems auf saisonale Auslöser wie Pollen. Typische Symptome sind Niesen, Schnupfen und juckende Augen.

Was ist eine saisonale Allergie?

Eine saisonale Allergie ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf bestimmte, zu bestimmten Jahreszeiten vermehrt auftretende Substanzen – sogenannte Allergene. Der häufigste Auslöser ist Pollen von Bäumen, Gräsern und Kräutern, weshalb die saisonale Allergie im Volksmund oft als Heuschnupfen bezeichnet wird. Die Beschwerden treten typischerweise im Frühling, Sommer oder Frühherbst auf und klingen außerhalb der Pollensaison wieder ab.

Ursachen und Auslöser

Bei einer saisonalen Allergie identifiziert das Immunsystem eigentlich harmlose Substanzen fälschlicherweise als gefährlich und reagiert mit einer Abwehrreaktion. Zu den häufigsten saisonalen Allergenen zählen:

  • Baumpollen (z. B. Birke, Erle, Hasel) – vor allem im Frühjahr
  • Gräser- und Getreidepollen – hauptsächlich im Spätfrühling und Sommer
  • Kräuterpollen (z. B. Beifuß, Ambrosia) – vorwiegend im Spätsommer und Frühherbst
  • Schimmelpilzsporen – saisonal erhöhte Konzentrationen im Herbst und bei Feuchtigkeit

Genetische Veranlagung, Umweltfaktoren und ein verändertes Immunsystem spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Allergien.

Symptome

Die Symptome einer saisonalen Allergie können von leicht bis stark ausgeprägt sein und betreffen meist die Atemwege und Augen:

  • Häufiges Niesen und laufende Nase (allergische Rhinitis)
  • Juckende, gerötete und tränende Augen (allergische Konjunktivitis)
  • Verstopfte oder kribbelnde Nase
  • Kratzen im Hals und Husten
  • Müdigkeit und Konzentrationsprobleme
  • In schweren Fällen: Atemnot oder Asthmasymptome

Bei manchen Betroffenen kann eine saisonale Allergie auch zu einem oralen Allergiesyndrom führen, bei dem der Genuss bestimmter Obst- oder Gemüsesorten Kribbeln oder Schwellungen im Mundbereich verursacht (Kreuzreaktionen).

Diagnose

Die Diagnose einer saisonalen Allergie erfolgt durch eine Kombination aus:

  • Anamnese: Erfassung der Beschwerden, ihres zeitlichen Auftretens und möglicher Auslöser
  • Pricktest: Hauttest, bei dem kleine Mengen häufiger Allergene auf die Haut aufgetragen werden
  • Bluttest (spezifisches IgE): Messung allergenspezifischer Antikörper im Blut
  • Nasaler Provokationstest: In speziellen Fällen wird das Allergen direkt auf die Nasenschleimhaut aufgetragen

Behandlung

Allergenvermeidung

Die effektivste Maßnahme ist die Reduktion des Kontakts mit dem auslösenden Allergen. Praktische Tipps sind das Beobachten von Pollenflugkalendern, das Schließen von Fenstern bei hoher Pollenbelastung und das Wechseln der Kleidung nach dem Aufenthalt im Freien.

Medikamentöse Therapie

  • Antihistaminika: Hemmen die Wirkung von Histamin und lindern Niesen, Juckreiz und Schnupfen. Erhältlich als Tabletten, Nasensprays oder Augentropfen.
  • Kortikosteroide (Nasensprays): Entzündungshemmend, besonders wirksam bei verstopfter Nase und bei starken Beschwerden.
  • Mastzellstabilisatoren (z. B. Cromoglicinsäure): Vorbeugend eingesetzt, verhindern die Ausschüttung von Entzündungsstoffen.
  • Abschwellende Nasensprays: Kurzfristige Anwendung bei starker Nasenverstopfung.
  • Biologika (z. B. Omalizumab): Bei schweren allergischen Erkrankungen, die auf andere Therapien nicht ansprechen.

Spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung)

Die Allergen-Immuntherapie (AIT), auch Hyposensibilisierung genannt, ist die einzige ursächliche Behandlung einer Allergie. Dabei wird das Immunsystem schrittweise an das auslösende Allergen gewöhnt, indem es in steigenden Dosen verabreicht wird – entweder als Injektion (subkutane Immuntherapie, SCIT) oder als Tropfen bzw. Tablette unter die Zunge (sublinguale Immuntherapie, SLIT). Die Therapie dauert in der Regel drei bis fünf Jahre und kann zu einer langfristigen Linderung oder sogar zum Verschwinden der Beschwerden führen.

Wann zum Arzt?

Ein Arztbesuch ist empfehlenswert, wenn die Symptome den Alltag erheblich beeinträchtigen, Medikamente nicht ausreichend helfen oder Atembeschwerden auftreten. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung kann verhindern, dass sich aus einem Heuschnupfen ein allergisches Asthma entwickelt (Etagenwechsel).

Quellen

  1. World Allergy Organization (WAO): White Book on Allergy, 2013. Verfügbar unter: www.worldallergy.org
  2. Bousquet J. et al. – Allergic Rhinitis and its Impact on Asthma (ARIA) Guidelines, Journal of Allergy and Clinical Immunology, 2020.
  3. Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI): Leitlinie Allergische Rhinokonjunktivitis, 2021.

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