Schädel-Hirn-Trauma (SHT) - Ursachen, Symptome & Therapie
Ein Schädel-Hirn-Trauma (SHT) ist eine Verletzung des Gehirns durch äußere Gewalteinwirkung auf den Kopf. Je nach Schweregrad reichen die Folgen von kurzzeitiger Bewusstlosigkeit bis zu dauerhaften neurologischen Schäden.
Wissenswertes über "Schädel-Hirn-Trauma"
Ein Schädel-Hirn-Trauma (SHT) ist eine Verletzung des Gehirns durch äußere Gewalteinwirkung auf den Kopf. Je nach Schweregrad reichen die Folgen von kurzzeitiger Bewusstlosigkeit bis zu dauerhaften neurologischen Schäden.
Was ist ein Schädel-Hirn-Trauma?
Ein Schädel-Hirn-Trauma (SHT) bezeichnet eine Verletzung des Gehirns, die durch eine direkte oder indirekte Gewalteinwirkung auf den Kopf entsteht. Dabei kann es zu Schäden am Gehirngewebe, an den Blutgefäßen oder an den Hirnnerven kommen. Das SHT gehört zu den häufigsten neurologischen Notfällen und kann Menschen jeden Alters betreffen.
Ursachen
Die häufigsten Ursachen eines Schädel-Hirn-Traumas sind:
- Sturz: besonders bei älteren Menschen und Kleinkindern
- Verkehrsunfälle: z.B. Fahrrad-, Motorrad- oder Autounfälle
- Sportunfälle: z.B. beim Skifahren, Fußball oder Kampfsport
- Gewalteinwirkung: z.B. Schläge gegen den Kopf
- Arbeitsunfälle: z.B. durch herabfallende Gegenstände
Schweregrade
Das SHT wird nach der Glasgow Coma Scale (GCS) in drei Schweregrade eingeteilt:
- Leichtes SHT (GCS 13-15): auch als Gehirnerschütterung bekannt; kurzzeitige Bewusstlosigkeit oder Verwirrtheit möglich, Symptome klingen meist vollständig ab
- Mittelschweres SHT (GCS 9-12): längere Bewusstlosigkeit, ausgepägtere neurologische Ausfälle möglich
- Schweres SHT (GCS 3-8): tiefes Koma, lebensgefährliche Zustände, hohes Risiko für bleibende Schäden
Symptome
Die Symptome eines SHT hängen stark vom Schweregrad ab. Mögliche Anzeichen sind:
- Kopfschmerzen und Schwindel
- Übelkeit und Erbrechen
- Bewusstlosigkeit oder Verwirrtheit
- Gedächtnislücken (Amnesie)
- Seh-, Hör- oder Sprachstörungen
- Gleichgewichtsstörungen
- Veränderungen der Persönlichkeit oder des Verhaltens
- Krampfanfälle
Diagnose
Die Diagnose eines Schädel-Hirn-Traumas erfolgt durch eine Kombination aus:
- Neurologische Untersuchung: Beurteilung von Bewusstsein, Reflexen und motorischen Fähigkeiten
- Computertomographie (CT): Standardverfahren zur schnellen Erkennung von Blutungen, Knochenbrüchen oder Schwellungen im Gehirn
- Magnetresonanztomographie (MRT): detailliertere Darstellung von Hirngewebsschäden, besonders bei leichten SHT
- Glasgow Coma Scale: standardisierte Bewertung des Bewusstseinszustands
Behandlung
Erstversorgung
Bei Verdacht auf ein SHT muss umgehend der Notruf (112) verständigt werden. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sollte die betroffene Person ruhig gelagert und überwacht werden. Bei Bewusstlosigkeit und vorhandener Atmung wird die stabile Seitenlage empfohlen.
Stationäre Behandlung
Leichte SHT werden oft ambulant oder mit kurzer stationärer Überwachung behandelt. Bei mittelschweren und schweren SHT ist eine intensive medizinische Versorgung erforderlich, die Folgendes umfassen kann:
- Intensivmedizinische Überwachung: Kontrolle des Hirndrucks, der Sauerstoffversorgung und der Kreislauffunktionen
- Medikamentöse Therapie: z.B. Schmerzmittel, Medikamente zur Hirndrucksenkung oder Antiepileptika
- Operative Eingriffe: z.B. zur Entfernung von Blutgerinnseln (Hämatomen) oder zur Druckentlastung des Gehirns
Rehabilitation
Nach einem schweren SHT ist häufig eine langwierige Rehabilitation notwendig. Diese kann Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie sowie neuropsychologische Therapie umfassen, um verloren gegangene Fähigkeiten wiederzuerlangen oder zu kompensieren.
Prävention
Viele Schädel-Hirn-Traumata lassen sich durch geeignete Schutzmaßnahmen verhindern:
- Tragen eines Helms beim Fahrradfahren, Skifahren und anderen Risikosportarten
- Anlegen des Sicherheitsgurts im Fahrzeug
- Sturzprävention bei älteren Menschen (z.B. durch Haltegriffe, rutschfeste Matten)
- Sichere Gestaltung von Spielbereichen für Kinder
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC): S2e-Leitlinie Schädel-Hirn-Trauma im Erwachsenenalter (2015, aktualisiert 2022). Verfügbar unter: https://www.awmf.org
- World Health Organization (WHO): Traumatic Brain Injury. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/traumatic-brain-injury
- Maas AIR et al. - Traumatic brain injury: integrated approaches to improve prevention, clinical care, and research. The Lancet Neurology, 2017;16(12):987-1048.
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