Schädellage – Definition, Arten & Bedeutung
Die Schädellage ist die häufigste Kindslage bei der Geburt, bei der das Kind mit dem Kopf nach unten im Mutterleib liegt. Sie gilt als optimale Position für eine vaginale Entbindung.
Wissenswertes über "Schädellage"
Die Schädellage ist die häufigste Kindslage bei der Geburt, bei der das Kind mit dem Kopf nach unten im Mutterleib liegt. Sie gilt als optimale Position für eine vaginale Entbindung.
Was ist die Schädellage?
Die Schädellage beschreibt eine bestimmte Lage des Kindes im Mutterleib kurz vor oder während der Geburt. Dabei ist der Kopf (Schädel) des Kindes nach unten, also in Richtung Geburtkanal, ausgerichtet. Diese Position gilt als die normalste und häufigste Kindslage und ist für eine natürliche, vaginale Entbindung am besten geeignet. Etwa 95 % aller Kinder befinden sich gegen Ende der Schwangerschaft in der Schädellage.
Arten der Schädellage
Innerhalb der Schädellage wird zwischen verschiedenen Unterformen unterschieden, je nachdem, welcher Teil des kindlichen Kopfes den tiefsten Punkt bildet:
- Hinterhauptslage: Der Hinterkopf (Occiput) führt voran. Dies ist die häufigste und für die Geburt günstigste Unterform, da der Kopf gut gebeugt ist und den kleinsten Durchmesser präsentiert.
- Vorderhauptslage: Der Kopf ist leicht gestreckt, sodass das Vorderhaupt den tiefsten Punkt bildet. Die Geburt kann hierbei länger dauern.
- Stirnlage: Die Stirn führt voran. Diese Position erschwert die vaginale Geburt erheblich, da ein größerer Kopfdurchmesser durch den Geburtskanal muss.
- Gesichtslage: Das Gesicht des Kindes zeigt nach unten. Eine vaginale Geburt ist unter bestimmten Umständen möglich, erfordert aber engmaschige Überwachung.
Abgrenzung zu anderen Kindslagen
Die Schädellage wird von anderen Kindslagen abgegrenzt, bei denen der Kopf nicht den tiefsten Punkt einnimmt:
- Beckenendlage (Steisslage): Das Kind liegt mit dem Steiß oder den Füßen nach unten. Diese Lage kann eine Kaiserschnittentbindung notwendig machen.
- Querlage: Das Kind liegt quer im Mutterleib. Eine vaginale Geburt ist in dieser Position nicht möglich.
- Schräglage: Das Kind liegt schräg und kann sich noch in eine Schädel- oder Beckenendlage drehen.
Wann nimmt das Kind die Schädellage ein?
Die endgültige Kindslage wird in der Regel ab der 32. bis 36. Schwangerschaftswoche festgestellt. Vor diesem Zeitpunkt wechseln die meisten Kinder noch ihre Position. In den letzten Schwangerschaftswochen sinkt der kindliche Kopf bei der Schädellage zunehmend ins mütterliche Becken ein – dies wird als Eintreten des Kopfes bezeichnet.
Diagnose der Schädellage
Die Kindslage wird im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge vom Arzt oder der Hebamme bestimmt. Dabei kommen folgende Methoden zum Einsatz:
- Leopold-Handgriffe: Durch gezielte Tastuntersuchungen des Bauches lässt sich die Lage des Kindes ertasten.
- Ultraschalluntersuchung: Mit dem Ultraschall kann die genaue Position des Kindes bildlich dargestellt werden. Diese Methode ist besonders zuverlässig und ermöglicht zusätzlich die Beurteilung der Plazenta und des Fruchtwassers.
Bedeutung für die Geburt
Die Schädellage, insbesondere die Hinterhauptslage, ermöglicht in den meisten Fällen eine komplikationsarme vaginale Geburt. Der Kopf des Kindes passt sich durch sogenannte Einstellungsbewegungen an den Geburtskanal an und dreht sich während der Geburt so, dass er den Weg durch das Becken optimal bewältigen kann. Bei einer günstigen Schädellage sind medizinische Eingriffe wie Kaiserschnitt, Vakuumextraktion oder Zangengeburt seltener notwendig.
Quellen
- Schneider, H., Husslein, P., Schneider, K. T. M. (Hrsg.): Die Geburtshilfe. 5. Auflage. Springer Medizin Verlag, Berlin/Heidelberg, 2016.
- Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. 268. Auflage. De Gruyter, Berlin, 2020.
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): Leitlinien zur vaginalen Geburt am Termin. AWMF-Register Nr. 015-083, 2020. Verfügbar unter: https://www.awmf.org
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