Schisandrin: Wirkung, Anwendung & Dosierung
Schisandrin ist ein bioaktiver Wirkstoff aus der Schisandra-Pflanze mit leberschutzenden, antioxidativen und adaptogenen Eigenschaften.
Wissenswertes über "Schisandrin"
Schisandrin ist ein bioaktiver Wirkstoff aus der Schisandra-Pflanze mit leberschutzenden, antioxidativen und adaptogenen Eigenschaften.
Was ist Schisandrin?
Schisandrin ist ein Lignan – eine Gruppe pflanzlicher Sekundärstoffe – das aus den Beeren der Pflanze Schisandra chinensis gewonnen wird. Diese Pflanze, auch als Chinesische Beerentraube bekannt, gehört zur traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und wird seit Jahrhunderten therapeutisch genutzt. Schisandrin gilt als einer der wichtigsten bioaktiven Inhaltsstoffe dieser Pflanze und liegt in verschiedenen Varianten vor, darunter Schisandrin A, Schisandrin B und Schisandrin C.
Wirkmechanismus
Schisandrin entfaltet seine Wirkung über mehrere molekulare Mechanismen:
- Antioxidative Wirkung: Schisandrin neutralisiert freie Radikale und erhöht die Aktivität körpereigener antioxidativer Enzyme wie Superoxiddismutase (SOD) und Glutathionperoxidase.
- Hepatoprotektion: Die Substanz schützt Leberzellen vor toxischen Schäden, z. B. durch Alkohol oder chemische Substanzen, indem sie Entzündungsreaktionen hemmt und die Zellregeneration fördert.
- Adaptogene Eigenschaften: Schisandrin unterstützt die körperliche Stressresistenz, indem es die Aktivität der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse moduliert.
- Entzündungshemmung: Schisandrin hemmt proinflammatorische Signalwege, insbesondere den NF-κB-Signalweg, der bei vielen Entzündungserkrankungen eine zentrale Rolle spielt.
- Neuroprotektive Wirkung: Neuere Forschungen legen nahe, dass Schisandrin neuroprotektive Effekte besitzt und kognitive Funktionen unterstützen kann.
Medizinische Anwendung
Schisandrin wird sowohl in der Phytotherapie als auch in der modernen ergänzenden Medizin eingesetzt. Die wichtigsten Anwendungsgebiete umfassen:
- Lebererkrankungen: Schisandrin wird zur unterstützenden Behandlung bei Leberschäden, Hepatitis und zur Förderung der Leberregeneration verwendet.
- Adaptogen bei Stress: Als adaptogene Substanz wird es zur Unterstützung bei körperlichem und mentalem Stress eingesetzt.
- Kognitive Unterstützung: Es gibt Hinweise auf eine positive Wirkung auf Gedächtnis und Konzentration.
- Antioxidativer Schutz: Schisandrin kann zum Schutz vor oxidativem Stress im Rahmen von Präventionsmaßnahmen eingesetzt werden.
Dosierung und Einnahme
Es gibt keine allgemein festgelegte Standarddosis für Schisandrin als isolierten Wirkstoff. In klinischen Studien wurden Schisandra-Extrakte in Mengen von typischerweise 500 mg bis 2000 mg pro Tag untersucht. Die Einnahme erfolgt üblicherweise in Form von Kapseln, Tabletten oder Tinkturen. Eine individuelle Dosierungsempfehlung sollte mit einem Arzt oder Apotheker besprochen werden.
Sicherheit und Nebenwirkungen
Schisandrin gilt bei üblicher Dosierung als gut verträglich. Dennoch können folgende Nebenwirkungen auftreten:
- Magenbeschwerden oder Sodbrennen
- Schläfrigkeit oder erhöhte Erregbarkeit (je nach Person)
- Mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten, die über das Cytochrom-P450-Enzymsystem verstoffwechselt werden
Schwangere, Stillende und Personen mit bestehenden Erkrankungen sollten vor der Einnahme ärztlichen Rat einholen.
Traditionelle Verwendung
In der traditionellen chinesischen Medizin wird Schisandra chinensis, bekannt als Wu Wei Zi (dt.: „Frucht der fünf Geschmäcker“), seit über 2.000 Jahren zur Stärkung der Lebensenergie, zur Beruhigung des Geistes und zur Unterstützung der Leber- und Nierenfunktion eingesetzt. Schisandrin ist dabei einer der zentralen Wirkstoffträger.
Quellen
- Panossian A, Wikman G. Pharmacology of Schisandra chinensis Bail.: An overview of Russian research and uses in medicine. Journal of Ethnopharmacology. 2008;118(2):183-212.
- Szopa A et al. Current knowledge of Schisandra chinensis (Turcz.) Baill. (Chinese magnolia vine) as a medicinal plant species. Phytochemistry Reviews. 2017;16(2):195-218.
- World Health Organization (WHO). WHO Monographs on Selected Medicinal Plants. Vol. 4. Geneva: WHO Press; 2009.
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