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Schmerzen beim Schlucken: Ursachen & Behandlung

Schmerzen beim Schlucken (Odynophagie) können viele Ursachen haben, von Halsschmerzen bis zu ernsteren Erkrankungen. Hier erfahren Sie mehr.

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Wissenswertes über "Schmerzen beim Schlucken"

Schmerzen beim Schlucken (Odynophagie) können viele Ursachen haben, von Halsschmerzen bis zu ernsteren Erkrankungen. Hier erfahren Sie mehr.

Was sind Schmerzen beim Schlucken?

Schmerzen beim Schlucken werden medizinisch als Odynophagie bezeichnet. Sie treten auf, wenn das Schlucken von Speisen, Flüssigkeiten oder sogar Speichel mit Schmerzen oder einem Brennen verbunden ist. Schmerzen beim Schlucken sind ein häufiges Symptom und können viele verschiedene Ursachen haben – von harmlosen Erkrankungen wie einer Erkältung bis hin zu behandlungsbedürftigen Zuständen. Abzugrenzen sind Schmerzen beim Schlucken von Dysphagie, also einem erschwerten Schlucken oder dem Gefühl, dass Speise stecken bleibt, obwohl beide Beschwerden gleichzeitig auftreten können.

Ursachen

Schmerzen beim Schlucken können durch eine Vielzahl von Erkrankungen und Zuständen ausgelöst werden:

Häufige Ursachen

  • Halsschmerzen und Pharyngitis: Eine Entzündung des Rachens (Pharynx), häufig durch Viren oder Bakterien verursacht, ist eine der häufigsten Ursachen.
  • Mandelentzündung (Tonsillitis): Entzündete Mandeln verursachen oft starke Schluckschmerzen, mitunter begleitet von Fieber und geschwollenen Lymphknoten.
  • Grippe und Erkältung: Virale Atemwegsinfektionen reizen die Rachenschleimhaut und verursachen Schmerzen beim Schlucken.
  • Scharlach: Eine bakterielle Infektion mit Streptokokken, die neben Halsschmerzen auch einen typischen Hautausschlag verursacht.
  • Aphten: Kleine, schmerzhafte Geschwüre im Mundraum oder Rachenbereich können das Schlucken erschweren und schmerzhaft machen.

Weitere mögliche Ursachen

  • Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis): Eine Entzündung der Speiseröhre, häufig durch saueren Reflux, Pilzinfektionen (z. B. Candida) oder Viren verursacht.
  • Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD): Saurer Mageninhalt kann die Speiseröhre reizen und Schmerzen beim Schlucken auslösen.
  • Fremdkörper: Ein verschluckter Fremdkörper oder eine Fischgräte kann Schmerzen und Verletzungen im Rachen oder der Speiseröhre verursachen.
  • Epstein-Barr-Virus (Pfeiffersches Drüsenfieber): Diese Viruserkrankung geht oft mit stark geschwollenen, belegten Mandeln und intensiven Schluckschmerzen einher.
  • Pilzinfektionen: Besonders bei immungeschwächten Personen kann eine Pilzinfektion (Candidiasis) Mund- und Rachenschleimhaut befallen.
  • Tumore: In selteneren Fällen können Tumoren im Rachen, der Speiseröhre oder dem Kehlkopfbereich Schluckschmerzen verursachen.
  • Neurologische Erkrankungen: Bestimmte Erkrankungen des Nervensystems können die Schluckmuskulatur beeinträchtigen und Schmerzen verursachen.

Symptome und Begleitsymptome

Schmerzen beim Schlucken treten selten isoliert auf. Häufige Begleitsymptome sind:

  • Halsschmerzen oder Kratzen im Hals
  • Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl
  • Geschwollene Lymphknoten am Hals
  • Heiserkeit oder veränderte Stimme
  • Husten oder Schnupfen
  • Brennen hinter dem Brustbein (bei Reflux)
  • Mund- oder Rachenrötung, Belege oder Pusteln
  • Ohrenschmerzen (ausstrahlende Schmerzen)

Diagnose

Die Diagnose von Schmerzen beim Schlucken beginnt mit einer gründlichen Anamnese (Krankengeschichte) und einer körperlichen Untersuchung. Der Arzt oder die Ärztin inspiziert in der Regel den Mund- und Rachenraum sowie die Lymphknoten. Je nach Verdachtsdiagnose kommen folgende Untersuchungen infrage:

  • Abstrich und Laboruntersuchung: Ein Rachenabstrich kann Bakterien oder Pilze nachweisen. Blutuntersuchungen können Viren oder Entzündungszeichen aufdecken.
  • Laryngoskopie / Endoskopie: Mit einer Kamera werden Rachen, Kehlkopf oder Speiseröhre direkt beurteilt.
  • Bildgebung: In bestimmten Fällen werden Ultraschall, Röntgen oder eine Computertomografie (CT) eingesetzt, z. B. bei Verdacht auf Abszesse oder Tumore.
  • pH-Metrie / Manometrie: Bei Verdacht auf Reflux oder Speiseröhrenerkrankungen können spezielle Messungen des Säuregehalts und des Speiseröhrendrucks durchgeführt werden.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache:

Allgemeine Maßnahmen

  • Ausreichend Flüssigkeit trinken (warme Tees, Wasser)
  • Schonen der Stimme und ausreichend Ruhe
  • Weiche, nicht reizende Kost bevorzugen
  • Gurgeln mit Salzwasser oder speziellen Gurgellösungen
  • Halswickel zur Linderung der Beschwerden

Medikamentöse Behandlung

  • Schmerzstillende Mittel: Ibuprofen oder Paracetamol können Schmerzen und Fieber lindern.
  • Lokale Ansätze: Lutschtabletten, Rachensprays oder Gurgellösungen mit schmerzstillenden oder entzündungshemmenden Wirkstoffen.
  • Antibiotika: Bei bakteriellen Infektionen (z. B. Streptokokken-Tonsillitis) verschreibt der Arzt oder die Ärztin Antibiotika.
  • Antimykotika: Bei Pilzinfektionen werden spezifische Antimykotika eingesetzt.
  • Säurehemmer: Bei gastroösophagealem Reflux helfen Protonenpumpenhemmer oder Antazida.

Wann zum Arzt oder zur Ärztin?

Schmerzen beim Schlucken sollten ärztlich abgeklärt werden, wenn:

  • die Beschwerden länger als eine Woche anhalten
  • hohes Fieber (ab 39°C) auftritt
  • das Schlucken von Flüssigkeiten kaum möglich ist
  • starke Atemnot oder Stridor (pfeifende Atemgeräusche) auftreten
  • ein Fremdkörpergefühl nicht nachlässt
  • Gewichtsverlust oder anhaltende Heiserkeit besteht
  • Blut im Speichel oder Erbrochenen sichtbar ist

Quellen

  1. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde: Pharyngitis und Tonsillitis (AWMF, 2021).
  2. Koop H. et al. - Gastroösophageale Refluxkrankheit. Deutsches Ärzteblatt (2020).
  3. World Health Organization (WHO) - Sore throat and upper respiratory tract infections. Genf, 2022.

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