Schrägfraktur: Ursachen, Symptome & Behandlung
Eine Schrägfraktur ist ein Knochenbruch, bei dem die Bruchlinie schräg zur Längsachse des Knochens verläuft. Sie entsteht meist durch indirekte Krafteinwirkung und betrifft häufig Röhrenknochen.
Wissenswertes über "Schrägfraktur"
Eine Schrägfraktur ist ein Knochenbruch, bei dem die Bruchlinie schräg zur Längsachse des Knochens verläuft. Sie entsteht meist durch indirekte Krafteinwirkung und betrifft häufig Röhrenknochen.
Was ist eine Schrägfraktur?
Eine Schrägfraktur (auch Schrägbruch genannt) ist eine spezifische Form des Knochenbruchs, bei der die Bruchlinie in einem Winkel von etwa 30 bis 60 Grad zur Längsachse des betroffenen Knochens verläuft. Sie gehört zu den häufig auftretenden Frakturformen und wird in der Unfallchirurgie und Orthopädie regelmäßig behandelt. Betroffen sind vor allem die langen Röhrenknochen des Körpers, wie Oberschenkelknochen (Femur), Schienbein (Tibia), Oberarmknochen (Humerus) oder die Unterarmknochen.
Ursachen
Schrägfrakturen entstehen typischerweise durch eine indirekte Krafteinwirkung, also wenn eine Kraft nicht direkt auf den Knochen trifft, sondern über den Körper weitergeleitet wird. Häufige Ursachen sind:
- Stürze mit Verdrehung des betroffenen Glieds
- Sportunfälle, z. B. beim Ski- oder Fußballsport
- Verkehrsunfälle
- Stolper- und Sturzunfälle im Alltag
- Bei älteren Menschen oder Personen mit Osteoporose können bereits geringe Kräfte ausreichen, um eine Schrägfraktur auszulösen
Symptome
Die typischen Zeichen einer Schrägfraktur sind:
- Starker, lokaler Schmerz an der Bruchstelle, der sich bei Belastung verstärkt
- Schwellung und Hämatom (Bluterguss) im betroffenen Bereich
- Fehlstellung des betroffenen Körperteils
- Eingeschränkte oder aufgehobene Beweglichkeit
- In schweren Fällen: tastbare oder sichtbare Knochenverschiebung (Dislokation)
Bei offenen Frakturen kann der Knochen die Haut durchdringen, was das Infektionsrisiko erheblich erhöht.
Diagnose
Die Diagnose einer Schrägfraktur erfolgt in der Regel durch:
- Körperliche Untersuchung: Beurteilung von Schmerz, Schwellung, Fehlstellung und Beweglichkeit
- Röntgenaufnahme: Standardmethode zur Darstellung des Bruchs und seiner genauen Lage sowie des Winkels der Bruchlinie
- Computertomographie (CT): Bei komplexen Frakturen oder zur detaillierten Operationsplanung
- Magnetresonanztomographie (MRT): Bei Verdacht auf Begleitverletzungen von Weichteilen, Bändern oder Nerven
Behandlung
Konservative Therapie
Nicht verschobene (nicht-dislozierte) Schrägfrakturen können oft konservativ behandelt werden. Dazu gehören:
- Ruhigstellung durch Gipsverband oder funktionelle Orthese
- Schmerztherapie mit entzündungshemmenden Medikamenten
- Physiotherapeutische Nachbehandlung zur Wiederherstellung von Kraft und Beweglichkeit
Operative Therapie
Verschobene Schrägfrakturen erfordern häufig einen operativen Eingriff. Da die Bruchlinie schräg verläuft, besteht das Risiko, dass die Knochenfragmente aufeinander abgleiten (Sekundärdislokation). Operative Verfahren umfassen:
- Marknagelung: Einsetzen eines Metallnagels in den Markraum des Knochens zur stabilen Fixierung
- Plattenosteosynthese: Fixierung mit Metallplatten und Schrauben
- Zugschraubenosteosynthese: Gezielte Verschraubung quer zur Bruchlinie, um die Fragmente zusammenzuziehen
Heilungsverlauf und Prognose
Die Heilungsdauer einer Schrägfraktur hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter Alter, allgemeiner Gesundheitszustand, Lokalisation und Ausmaß der Fraktur sowie die gewählte Behandlungsmethode. Bei unkomplizierten Fällen ist nach etwa 6 bis 12 Wochen mit einer knöchernen Durchbauung zu rechnen. Eine anschließende Physiotherapie ist in den meisten Fällen notwendig, um die volle Funktion wiederherzustellen.
Quellen
- Mutschler, W. et al. - Unfallchirurgie und Orthopädie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2013.
- Ruchholtz, S. & Wirtz, D. C. - Orthopädie und Unfallchirurgie essentials. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2019.
- World Health Organization (WHO) - Management of Fractures in the Context of Trauma Care. WHO Press, Genf, 2018.
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