Schultersteife: Ursachen, Symptome & Behandlung
Die Schultersteife ist eine schmerzhafte Einschränkung der Schulterbeweglichkeit. Sie entsteht durch Entzündung und Vernarbung der Gelenkkapsel und wird auch als Frozen Shoulder bezeichnet.
Wissenswertes über "Schultersteife"
Die Schultersteife ist eine schmerzhafte Einschränkung der Schulterbeweglichkeit. Sie entsteht durch Entzündung und Vernarbung der Gelenkkapsel und wird auch als Frozen Shoulder bezeichnet.
Was ist die Schultersteife?
Die Schultersteife, medizinisch auch als Frozen Shoulder oder Adhäsive Kapsulitis bekannt, ist eine Erkrankung des Schultergelenks, bei der es zu einer schmerzhaften und fortschreitenden Einschränkung der Beweglichkeit kommt. Die Gelenkkapsel – das Bindegewebshülle um das Schultergelenk – entzündet sich, verdickt sich und verklebt, wodurch der Bewegungsraum des Gelenks erheblich eingeschränkt wird. Die Erkrankung verläuft typischerweise in drei Phasen und kann Monate bis Jahre andauern.
Ursachen
Die genaue Ursache der Schultersteife ist nicht immer eindeutig feststellbar. Man unterscheidet zwischen zwei Formen:
- Primäre (idiopathische) Schultersteife: Tritt ohne erkennbare Vorerkrankung auf. Betroffen sind häufig Frauen zwischen 40 und 60 Jahren.
- Sekundäre Schultersteife: Entsteht als Folge einer anderen Erkrankung oder eines Ereignisses, z. B. nach Verletzungen, Operationen, Schlaganfall oder bei Diabetes mellitus, Schilddrüsenerkrankungen oder Herzerkrankungen.
Risikofaktoren umfassen langes Ruhigstellen des Arms, Autoimmunerkrankungen sowie hormonelle Veränderungen.
Symptome
Die Schultersteife entwickelt sich meist schleichend und verläuft in drei typischen Phasen:
- Einfrierphase (Freezing-Phase, 2–9 Monate): Zunehmende Schmerzen in der Schulter, besonders nachts und bei Bewegung. Die Beweglichkeit beginnt nachzulassen.
- Gefrorene Phase (Frozen-Phase, 4–12 Monate): Die Schmerzen können etwas nachlassen, jedoch ist die Schulterbeweglichkeit stark eingeschränkt. Alltagsätige Aktivitäten wie Anziehen oder Kämmen sind erschwert.
- Auftauphase (Thawing-Phase, 5–24 Monate): Die Beweglichkeit kehrt langsam zurück, Schmerzen nehmen ab.
Diagnose
Die Diagnose wird in erster Linie klinisch gestellt. Der Arzt befragt den Patienten zur Krankengeschichte und führt eine körperliche Untersuchung durch, bei der die aktive und passive Beweglichkeit des Schultergelenks geprüft wird. Zusätzlich können folgende Untersuchungen eingesetzt werden:
- Röntgenaufnahme: Zum Ausschluss anderer Ursachen wie Arthrose oder Knochenveränderungen.
- Ultraschall: Zur Beurteilung von Weichteilen und Gelenkkapsel.
- MRT (Magnetresonanztomographie): Zur detaillierten Darstellung der Gelenkkapsel und angrenzender Strukturen.
- Blutuntersuchungen: Zum Ausschluss entzündlicher oder metabolischer Grunderkrankungen.
Behandlung
Die Behandlung der Schultersteife richtet sich nach dem Schweregrad und der aktuellen Phase der Erkrankung. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit wiederherzustellen.
Konservative Therapie
- Physiotherapie: Gezielte Übungen zur Mobilisierung des Schultergelenks sind die wichtigste Behandlungsmaßnahme. Sie sollten regelmäßig und schmerzdosiert durchgeführt werden.
- Schmerztherapie: Entzündungshemmende Medikamente (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac helfen, Schmerzen und Entzündung zu reduzieren.
- Kortison-Injektionen: Direkte Injektionen in das Schultergelenk können besonders in der Einfrierphase die Entzündung deutlich lindern.
- Wärme- und Kälteanwendungen: Unterstützend zur Schmerzlinderung und Muskelentspannung.
Interventionelle und operative Therapie
- Hydrodilatation: Einspritzung von Kochsalzlösung und Kortison in die Gelenkkapsel, um diese zu dehnen.
- Narkosemobilisation: Manuelle Mobilisation des Schultergelenks unter Vollnarkose zur mechanischen Lösung von Verklebungen.
- Arthroskopische Kapsulotomie: Operative Durchtrennung der verdickten Gelenkkapsel mit einem Minimaleingriff (Gelenkspiegelung), um die Beweglichkeit wiederherzustellen.
Prognose
Die Schultersteife ist in den meisten Fällen selbstlimitierend, das heißt, sie heilt langfristig oft von selbst aus. Der gesamte Verlauf kann jedoch 1–3 Jahre in Anspruch nehmen. Bei frühzeitiger und konsequenter Behandlung lässt sich der Heilungsprozess deutlich beschleunigen. Bei einem kleinen Teil der Patienten bleiben gewisse Bewegungseinschränkungen dauerhaft bestehen.
Quellen
- Zuckerman, J.D. & Rokito, A. - Frozen shoulder: a consensus definition. Journal of Shoulder and Elbow Surgery, 20(2), 322–325 (2011).
- Rowe, C.R. & Leffert, R.D. - Idiopathic chronic adhesive capsulitis (frozen shoulder). In: Rowe, C.R. (Hrsg.), The Shoulder. Churchill Livingstone (1988).
- Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) - Leitlinien zur Schultersteife, verfügbar unter: www.awmf.org.
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