Schwefeldioxid (E220) – Wirkung & Gesundheit
Schwefeldioxid (SO2) ist ein gasörmiges Schwefeloxid, das als Lebensmittelzusatzstoff (E220) und natürlicher Stoff vorkommt. Es wirkt konservierend und antioxidativ, kann aber allergische Reaktionen auslösen.
Wissenswertes über "Schwefeldioxid"
Schwefeldioxid (SO2) ist ein gasörmiges Schwefeloxid, das als Lebensmittelzusatzstoff (E220) und natürlicher Stoff vorkommt. Es wirkt konservierend und antioxidativ, kann aber allergische Reaktionen auslösen.
Was ist Schwefeldioxid?
Schwefeldioxid (chemische Formel: SO2) ist eine farblose, stechend riechende Verbindung aus Schwefel und Sauerstoff. Es entsteht natürlich bei Vulkanausbrüchen, bei der Verbrennung schwefelhaltiger Brennstoffe sowie als Nebenprodukt bei der Weinherstellung. In der Lebensmittelindustrie wird es als Zusatzstoff mit der E-Nummer E220 eingesetzt und zählt zur Gruppe der Sulfite.
Verwendung als Lebensmittelzusatzstoff
Schwefeldioxid wird in der Lebensmittelindustrie hauptsächlich als Konservierungsmittel und Antioxidationsmittel genutzt. Es hemmt das Wachstum von Mikroorganismen wie Bakterien, Hefen und Schimmelpilzen und verhindert die oxidative Bräunung von Lebensmitteln.
- Wein und Traubensaft: Häufigste Anwendung, zum Schutz vor Oxidation und unerweiterten Gärprozessen
- Trockenobst: Z. B. getrocknete Aprikosen, Rosinen und Pflaumen
- Fruchtsäfte und Erfrischungsgetränke
- Essig, Meerrettich und Senf
- Kartoffelprodukte: Zur Verhinderung von Verfärbungen
Zulassung und gesetzliche Grenzwerte
In der Europäischen Union ist Schwefeldioxid als Lebensmittelzusatzstoff gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 zugelassen. Die zulässigen Höchstmengen variieren je nach Lebensmittelkategorie. Für Wein gelten beispielsweise Grenzwerte zwischen 150 und 400 mg pro Liter, abhängig von der Weinsorte. Produkte mit einem SO2-Gehalt von mehr als 10 mg/kg oder 10 mg/l müssen den Hinweis "enthält Sulfite" tragen.
Wirkung im Körper und gesundheitliche Aspekte
Bei den meisten Menschen wird Schwefeldioxid in geringen Mengen problemlos vom Körper abgebaut. Das Enzym Sulfit-Oxidase wandelt Sulfite in harmlose Sulfate um, die über den Urin ausgeschieden werden. Bei empfindlichen Personen kann SO2 jedoch unerweiterte Reaktionen auslösen.
Mögliche Unverträglichkeiten und Reaktionen
- Asthmatiker: Schwefeldioxid kann Bronchospasmen und Atemwegsreizungen auslösen
- Sulfit-Unverträglichkeit: Symptome wie Kopfschmerzen, Hautreaktionen, Bauchschmerzen oder Durchfall
- Allergische Reaktionen: In seltenen Fällen mögliche anaphylaktische Reaktionen
Menschen mit einer bekannten Sulfit-Sensitivität oder Asthma sollten Lebensmittel mit hohem SO2-Gehalt meiden und die Kennzeichnung auf Produkten sorgfältig prüfen.
Umwelt und industrielle Bedeutung
Außerhalb der Lebensmittelindustrie spielt Schwefeldioxid als Luftschadstoff eine bedeutende Rolle. Es entsteht bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe und ist ein Hauptverursacher von saurem Regen, der Ökosysteme, Gewässer und Gebäude schädigen kann. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft SO2 als relevanten Luftschadstoff ein und hat Richtwerte für die Luftqualität festgelegt.
Quellen
- Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA): Re-evaluation of sulfur dioxide (E 220) as a food additive. EFSA Journal, 2016.
- Weltgesundheitsorganisation (WHO): Air quality guidelines for Europe. WHO Regional Publications, European Series, 2000.
- Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates über Lebensmittelzusatzstoffe.
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