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Sclerostin ist ein körpereigenes Protein, das den Knochenaufbau hemmt. Es wird von Osteozyten produziert und spielt eine zentrale Rolle im Knochenstoffwechsel.
Sclerostin ist ein körpereigenes Protein, das den Knochenaufbau hemmt. Es wird von Osteozyten produziert und spielt eine zentrale Rolle im Knochenstoffwechsel.
Sclerostin (auch: Sklerostin) ist ein Glykoprotein, das hauptsächlich von Osteozyten – den im Knochen eingebetteten Knochenzellen – produziert und sezerniert wird. Es gehört zur DANS-Proteinfamilie (Differential Screening-Selected Gene Aberrative in Neuroblastoma) und wirkt als wichtiger negativer Regulator der Knochenbildung. Das zugehörige Gen trägt die Bezeichnung SOST.
Sclerostin entfaltet seine hemmende Wirkung auf den Knochenaufbau, indem es den sogenannten Wnt-Signalweg blockiert. Dieser Signalweg ist essenziell für die Aktivierung und Differenzierung von Osteoblasten – den knochenaufbauenden Zellen des Körpers.
Durch diesen dualen Effekt – Hemmung des Knochenaufbaus und Förderung des Knochenabbaus – beeinflusst Sclerostin maßgeblich die Knochendichte und die Knochenarchitektur.
Im gesunden Organismus dient Sclerostin als wichtiges Regulationsprotein, das das Gleichgewicht zwischen Knochenaufbau und Knochenabbau (Knochen-Remodeling) kontrolliert. Mechanische Belastung des Knochens – etwa durch körperliche Aktivität – führt zu einer Hemmung der Sclerostin-Produktion in Osteozyten, was wiederum die Knochenbildung anregt. Umgekehrt wird bei mangelnder Belastung (z. B. bei Immobilität oder Schwerelosigkeit) mehr Sclerostin produziert, was zum Knochenverlust beiträgt.
Die Bedeutung von Sclerostin wurde zunächst durch seltene genetische Erkrankungen aufgedeckt:
Bei Osteoporose – einer Erkrankung mit reduzierter Knochendichte und erhöhtem Frakturrisiko – sind die Sclerostin-Spiegel im Blut häufig erhöht. Dies macht Sclerostin zu einem interessanten therapeutischen Zielmolekül. Durch die Hemmung von Sclerostin lässt sich der Wnt-Signalweg reaktivieren und die Knochenbildung stimulieren.
Erhöhte Sclerostin-Spiegel wurden auch mit folgenden Zuständen in Verbindung gebracht:
Das Verständnis der Sclerostin-Biologie hat zur Entwicklung eines innovativen Medikaments geführt: Romosozumab (Handelsname: Evenity®). Dieser monoklonale Antikörper bindet spezifisch an Sclerostin und neutralisiert dessen Wirkung, wodurch der Knochenaufbau gefördert und der Knochenabbau gehemmt wird.
Sclerostin-Spiegel im Blut können als Biomarker für den Knochenstoffwechsel gemessen werden. Erhöhte Werte können auf einen erhöhten Knochenabbau hinweisen, während erniedrigte Werte mit einer gesteigerten Knochenbildungsaktivität assoziiert sein können. Dieser Parameter ist jedoch noch nicht Bestandteil der Routinediagnostik.
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