SDMA – Biomarker für die Nierenfunktion
SDMA (Symmetrisches Dimethylarginin) ist ein Biomarker für die Nierenfunktion. Er wird genutzt, um eine Nierenschädigung frühzeitig zu erkennen.
Wissenswertes über "SDMA"
SDMA (Symmetrisches Dimethylarginin) ist ein Biomarker für die Nierenfunktion. Er wird genutzt, um eine Nierenschädigung frühzeitig zu erkennen.
Was ist SDMA?
SDMA steht für Symmetrisches Dimethylarginin (englisch: Symmetric Dimethylarginine). Es handelt sich um eine natürlich vorkommende Aminosäure, die beim Abbau von Proteinen im Körper entsteht. SDMA wird fast ausschließlich über die Nieren ausgeschieden und gilt daher als zuverlässiger Biomarker für die Nierenfunktion.
Biologische Grundlagen
SDMA wird durch die Methylierung von Arginin-Resten in Proteinen gebildet und nach dem Proteinabbau freigesetzt. Da es nahezu vollständig durch glomeruläre Filtration in den Nieren ausgeschieden wird, spiegelt sein Blutspiegel direkt die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) wider – also die Fähigkeit der Nieren, Blut zu filtern und Abfallstoffe auszuscheiden.
Klinische Bedeutung als Nierenmarker
SDMA hat in der Medizin besondere Bedeutung als frühzeitiger Indikator für eine eingeschränkte Nierenfunktion. Im Vergleich zu traditionellen Markern wie Kreatinin oder Harnstoff steigt SDMA im Blut bereits an, wenn nur noch etwa 25–40 % der Nierenfunktion verloren gegangen sind. Kreatinin hingegen erhöht sich oft erst bei einem Verlust von mehr als 75 % der Nierenfunktion.
- Frühere Erkennung von chronischer Nierenerkrankung (CKD)
- Unabhängig von Muskelmasse und Ernährungszustand des Patienten
- Geeignet zur Verlaufskontrolle bei bekannter Nierenerkrankung
- Einsatz in der Human- und Veterinärmedizin
SDMA in der Humanmedizin
In der Humanmedizin wird SDMA als erwänzender Biomarker bei der Diagnose und dem Monitoring von chronischer Nierenerkrankung (CKD) untersucht. Erhöhte SDMA-Werte im Blut können auf eine verminderte glomeruläre Filtrationsrate hinweisen und ermöglichen eine frühzeitige Intervention, um das Fortschreiten der Nierenerkrankung zu verlangsamen. Darüber hinaus wird SDMA mit kardiovaskulären Erkrankungen in Verbindung gebracht, da es die Bioverfügbarkeit von Stickstoffmonoxid (NO) beeinflusst und so die Gefäßfunktion beeinträchtigen kann.
SDMA in der Veterinärmedizin
Besonders weit verbreitet ist die Nutzung von SDMA in der Veterinärmedizin, insbesondere bei Hunden und Katzen. Hier ist SDMA Bestandteil des IRIS-Stagingsystems (International Renal Interest Society) zur Klassifikation chronischer Nierenerkrankungen. Frühzeitige Diagnose ist bei Tieren besonders wichtig, da Nierenerkrankungen oft symptomlos beginnen.
Referenzwerte und Interpretation
Die Referenzwerte für SDMA können je nach Labor und Messverfahren variieren. In der Humanmedizin gelten Werte im Bereich von 0,5–0,9 µmol/l als typisch für gesunde Erwachsene. Erhöhte Werte sollten stets im Kontext weiterer Nierenwerte und klinischer Befunde bewertet werden.
Zusammenhang mit kardiovaskulärem Risiko
SDMA hemmt kompetitiv die Enzymgruppe der NO-Synthasen, was zu einer verminderten Produktion von Stickstoffmonoxid führt. Da Stickstoffmonoxid eine wichtige Rolle bei der Gefäßerweiterung und dem Schutz der Gefäßwände spielt, kann ein erhöhter SDMA-Spiegel mit einem höheren Risiko für Bluthochdruck und arteriosklerotische Veränderungen verbunden sein.
Quellen
- Schwedhelm, E. & Böger, R.H. (2011): The role of asymmetric and symmetric dimethylarginine in renal disease. Nature Reviews Nephrology, 7(5), 275–285.
- IRIS (International Renal Interest Society): IRIS Staging of CKD. www.iris-kidney.com (abgerufen 2024).
- Kielstein, J.T. et al. (2006): Symmetric dimethylarginine (SDMA) as endogenous marker of renal function – a meta-analysis. Nephrology Dialysis Transplantation, 21(9), 2446–2451.
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