Seborrhoische Keratose: Ursachen, Symptome & Behandlung
Die seborrhoische Keratose ist eine gutartige Hautwucherung, die häufig im höheren Lebensalter auftritt. Sie gilt als harmlos und ist nicht ansteckend.
Wissenswertes über "Seborrhoische Keratose"
Die seborrhoische Keratose ist eine gutartige Hautwucherung, die häufig im höheren Lebensalter auftritt. Sie gilt als harmlos und ist nicht ansteckend.
Was ist eine seborrhoische Keratose?
Die seborrhoische Keratose (auch: seborrheische Keratose oder Verruca seborrhoica) ist eine sehr häufige, gutartige Hautwucherung, die aus den obersten Schichten der Oberhaut (Epidermis) entsteht. Sie gilt als eine der häufigsten gutartigen Hauttumoren beim Menschen und tritt bevorzugt im mittleren und höheren Lebensalter auf. Trotz ihres bisweilen ungewöhnlichen Aussehens ist sie medizinisch harmlos, weder ansteckend noch entartet sie in bösartige Formen.
Ursachen
Die genaue Ursache der seborrhoischen Keratose ist bislang nicht vollständig geklärt. Folgende Faktoren werden als relevant betrachtet:
- Lebensalter: Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit deutlich an. Selten treten Herde vor dem 30. Lebensjahr auf.
- Genetische Veranlagung: Eine familiäre Häufung ist bekannt. Mutationen im FGFR3-Gen (Fibroblasten-Wachstumsfaktor-Rezeptor 3) werden in vielen Fällen gefunden.
- UV-Strahlung: Sonnenlicht kann die Entstehung begünstigen, wobei seborrhoische Keratosen auch an lichtgeschützten Körperstellen auftreten können.
- Hormonelle Einflüsse: Hormonelle Veränderungen, z. B. in der Schwangerschaft, können das Auftreten begünstigen.
Symptome und Erscheinungsbild
Seborrhoische Keratosen können sehr unterschiedlich aussehen und werden daher manchmal mit anderen Hautveränderungen verwechselt. Typische Merkmale sind:
- Farbe: Hellbraun bis tiefschwarz, gelegentlich auch hautfarben oder grau.
- Oberfläche: Rau, warzig, schuppig oder fettig-glänzend, wie "aufgeklebt" wirkend.
- Größe: Wenige Millimeter bis mehrere Zentimeter im Durchmesser.
- Lokalisation: Häufig an Gesicht, Stamm, Rücken, Schultern und Brust; seltener an Händen oder Fußsohlen.
- Beschwerden: In der Regel schmerzlos; gelegentlich Juckreiz oder Reizung durch Reibung an der Kleidung.
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch eine klinische Untersuchung durch einen Dermatologen gestellt. Bei Unsicherheiten über das Erscheinungsbild kommen folgende Methoden zum Einsatz:
- Dermatoskopie: Eine vergrößernde Untersuchung der Hautoberfläche mit einem Dermatoskop. Typische Muster wie Hornzystenstrukturen oder Kryptöffnungen helfen bei der Abgrenzung zu malignen Tumoren wie dem malignen Melanom.
- Histologische Untersuchung: Bei unklaren Befunden wird eine Gewebeprobe entnommen und mikroskopisch untersucht, um eine Verwechslung mit bösartigen Hautveränderungen auszuschließen.
Wichtig: Das plötzliche Auftreten sehr zahlreicher seborrhoischer Keratosen (sogenanntes Leser-Trélat-Zeichen) kann in seltenen Fällen ein Hinweis auf einen inneren Tumor sein und sollte ärztlich abgeklärt werden.
Behandlung
Da seborrhoische Keratosen gutartig sind, ist eine Behandlung medizinisch in der Regel nicht notwendig. Eine Entfernung kann jedoch aus kosmetischen Gründen oder bei anhaltenden Beschwerden erfolgen:
- Kryotherapie: Vereisung mit flüssigem Stickstoff (–196 °C), bei der das Gewebe gezielt zerstört wird. Schnelle und effektive Methode.
- Kürretage: Mechanisches Abschaben der Keratose mit einem speziellen Instrument (Kürette), oft in Kombination mit Elektrochirurgie.
- Lasertherapie: Einsatz von CO2- oder Erbium-YAG-Lasern zur präzisen Abtragung.
- Elektrochirurgie: Abtragung mittels elektrischem Strom (Elektrokoagulation).
- Shave-Exzision: Tangentiales Abschneiden der erhabenen Keratose mit einem Skalpell.
Nach der Entfernung kann es zu vorubergehenden Hautreizungen, Narbenbildung oder veränderter Pigmentierung kommen. Eine Krankenkasse übernimmt die Kosten in der Regel nur bei medizinischer Notwendigkeit, nicht bei rein kosmetischer Behandlung.
Abgrenzung zu ähnlichen Erkrankungen
Die seborrhoische Keratose muss von folgenden Erkrankungen unterschieden werden:
- Malignes Melanom: Bösartiger Hauttumor, der ähnlich pigmentiert sein kann.
- Basalzellkarzinom: Weitere Form des Hautkrebs.
- Gewöhnliche Warzen (Verrucae vulgares): Durch Viren (HPV) verursachte Hautveränderungen.
- Lentigo senilis: Altersfleck, flache Pigmentierung ohne erhabene Struktur.
Quellen
- Fritsch P. - Dermatologie und Venerologie für das Studium. Springer Medizin Verlag, 2. Auflage (2009).
- Lallas A. et al. - Accuracy of dermoscopy in the diagnosis of seborrheic keratosis. In: Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology, 2015.
- Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) - Leitlinien und Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie von Hauttumoren. Verfügbar unter: www.awmf.org (abgerufen 2024).
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