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Sekundärer Hyperparathyreoidismus ist eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen als Reaktion auf einen anhaltenden Kalzium- oder Vitamin-D-Mangel, häufig bei chronischer Nierenerkrankung.
Sekundärer Hyperparathyreoidismus ist eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen als Reaktion auf einen anhaltenden Kalzium- oder Vitamin-D-Mangel, häufig bei chronischer Nierenerkrankung.
Der sekundäre Hyperparathyreoidismus (sHPT) ist eine reaktive Überfunktion der Nebenschilddrüsen. Im Gegensatz zum primären Hyperparathyreoidismus, bei dem die Nebenschilddrüsen ohne äußeren Anlass zu viel Parathormon (PTH) produzieren, entsteht der sekundäre Hyperparathyreoidismus als Antwort auf einen dauerhaften Mangel an Kalzium im Blut (Hypokalzämie) oder einen Mangel an aktivem Vitamin D. Die Nebenschilddrüsen versuchen, den Kalziumspiegel im Blut zu normalisieren, indem sie verstärkt PTH ausschütten. Dieses Hormon mobilisiert Kalzium aus den Knochen, steigert die Kalziumrückresorption in der Niere und fördert die Aktivierung von Vitamin D.
Die häufigste Ursache des sekundären Hyperparathyreoidismus ist die chronische Nierenerkrankung (CKD). Erkrankte Nieren können Phosphat nicht ausreichend ausscheiden und aktivieren Vitamin D (Calcitriol) nicht mehr in ausreichendem Maß. Dies führt zu einem Teufelskreis aus Hyperphosphatämie, Hypokalzämie und Vitamin-D-Mangel, der die Nebenschilddrüsen dauerhaft stimuliert.
In frühen Stadien verläuft der sekundäre Hyperparathyreoidismus oft symptomarm. Mit zunehmender Schwere können folgende Beschwerden auftreten:
Die Diagnose des sekundären Hyperparathyreoidismus erfolgt durch eine Kombination aus Laboruntersuchungen und bildgebenden Verfahren:
Die Therapie richtet sich nach der Grunderkrankung und dem Schweregrad des sHPT. Ziel ist es, den PTH-Spiegel zu senken, den Kalzium-Phosphat-Haushalt zu normalisieren und Organschäden zu verhindern.
Bei schwerer, therapieresistenter Überfunktion der Nebenschilddrüsen (tertiärer Hyperparathyreoidismus) kann eine Parathyreoidektomie (operative Entfernung der Nebenschilddrüsen) notwendig sein.
Bei frühzeitiger Diagnose und konsequenter Behandlung lässt sich der sekundäre Hyperparathyreoidismus gut kontrollieren. Unbehandelt kann er zu schwerwiegenden Komplikationen führen, darunter Knochenabbau, Gefäßverkalkungen und ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko. Insbesondere bei Dialysepatienten ist eine regelmäßige Überwachung der PTH-, Kalzium- und Phosphatwerte essenziell.
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