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Senolytika sind Wirkstoffe, die gezielt seneszente Zellen (gealterte, funktionslose Zellen) aus dem Körper entfernen und so altersbedingte Erkrankungen verlangsamen können.
Senolytika sind Wirkstoffe, die gezielt seneszente Zellen (gealterte, funktionslose Zellen) aus dem Körper entfernen und so altersbedingte Erkrankungen verlangsamen können.
Senolytika sind eine Klasse von Wirkstoffen, die speziell darauf ausgelegt sind, seneszente Zellen aus dem Körper zu eliminieren. Seneszente Zellen sind Zellen, die sich nicht mehr teilen, aber auch nicht durch den normalen Zelltod (Apoptose) absterben. Stattdessen verbleiben sie im Gewebe und scheiden entzündungsfördernde Botenstoffe aus – ein Phänomen, das als SASP (Senescence-Associated Secretory Phenotype) bezeichnet wird. Dieses chronische Entzündungsgeschehen gilt als ein zentraler Treiber des biologischen Alterns und vieler altersbedingter Erkrankungen.
Seneszente Zellen entwickeln spezifische Überlebensstrategien, die es ihnen ermöglichen, dem normalen Zelltod zu entgehen. Senolytika greifen gezielt in diese Schutzmechanismen ein:
Quercetin ist ein natürlich vorkommendes Flavonoid, das in vielen Obst- und Gemüsesorten enthalten ist. In Kombination mit dem Krebsmedikament Dasatinib (einem Tyrosinkinase-Inhibitor) zeigt es in präklinischen Studien und frühen klinischen Studien eine stark senonolytische Wirkung. Diese Kombination gilt derzeit als eine der am besten untersuchten senolytischen Ansätze.
Fisetin ist ein weiteres Flavonoid, das in Erdbeeren, Äpfeln und anderen Früchten vorkommt. Studien zeigen, dass Fisetin in vitro und in Tiermodellen wirksam seneszente Zellen abbaut und entzündungsfördernde Marker reduziert.
Navitoclax ist ein synthetischer Wirkstoff, der BCL-2- und BCL-XL-Proteine hemmt. Er zeigt eine starke senolytische Wirkung, hat jedoch auch Nebenwirkungen wie die Reduktion von Thrombozyten (Blutplättchen), was den klinischen Einsatz bisher einschränkt.
In der Forschung werden weitere mögliche Senolytika untersucht, darunter Piperlongumin, 17-DMAG (ein HSP90-Inhibitor) sowie bestimmte kardiale Glykoside wie Ouabain.
Die Entfernung seneszenter Zellen könnte bei einer Vielzahl von altersbedingten und chronischen Erkrankungen therapeutischen Nutzen haben:
Die meisten Erkenntnisse über Senolytika stammen bisher aus Tierversuchen (insbesondere Mäusen), in denen beeindruckende Ergebnisse erzielt wurden: längere Lebensspanne, verbesserte Körperfunktionen und reduzierte Krankheitslast. Klinische Studien am Menschen befinden sich überwiegend noch in frühen Phasen (Phase I und II). Erste Ergebnisse beim Menschen, etwa zur Kombination Dasatinib und Quercetin bei idiopathischer pulmonaler Fibrose, sind vielversprechend, aber weitere großangelegte Studien sind notwendig.
Da die Forschung zu Senolytika noch relativ jung ist, ist das vollständige Sicherheitsprofil noch nicht abschließend geklärt. Mögliche Risiken umfassen:
Eine Selbstmedikation mit Senolytika wird derzeit ausdrücklich nicht empfohlen. Die Anwendung sollte ausschließlich im Rahmen klinischer Studien oder unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.
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