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Sensibilisierung beschreibt den Prozess, bei dem das Immunsystem auf einen Stoff reagiert und eine Überempfindlichkeit entwickelt. Bei erneutem Kontakt kann eine allergische Reaktion entstehen.
Sensibilisierung beschreibt den Prozess, bei dem das Immunsystem auf einen Stoff reagiert und eine Überempfindlichkeit entwickelt. Bei erneutem Kontakt kann eine allergische Reaktion entstehen.
Der Begriff Sensibilisierung bezeichnet in der Medizin den Vorgang, bei dem das Immunsystem eines Menschen erstmals mit einem bestimmten Stoff – einem sogenannten Allergen – in Kontakt kommt und eine spezifische Immunantwort entwickelt. Nach dieser Phase reagiert der Organismus bei erneutem Kontakt mit diesem Allergen überempfindlich. Die Sensibilisierung selbst verursacht in der Regel keine Beschwerden, bildet jedoch die Grundlage für spätere allergische Reaktionen.
Eine Sensibilisierung kann durch eine Vielzahl von Substanzen ausgelöst werden. Zu den häufigsten Auslösern zählen:
Genetische Veranlagung (Atopie), Umweltfaktoren und ein geschwächtes oder überaktives Immunsystem begünstigen die Entstehung einer Sensibilisierung.
Bei der erstmaligen Exposition gegenüber einem Allergen nehmen spezialisierte Immunzellen – sogenannte antigenpräsentierende Zellen – den Stoff auf und präsentieren ihn den T-Lymphozyten. Daraufhin werden B-Lymphozyten aktiviert, die spezifische Immunglobulin-E-Antikörper (IgE) produzieren. Diese IgE-Antikörper binden sich an Mastzellen und basophile Granulozyten in verschiedenen Geweben. Bei erneutem Allergenkontakt binden die Allergene an diese IgE-Antikörper, was zur Freisetzung von Entzündungsmediatoren wie Histamin führt und eine allergische Reaktion auslöst.
Die häufigste Form der Sensibilisierung verläuft über den IgE-vermittelten Mechanismus. Sie ist die Grundlage für klassische allergische Erkrankungen wie Heuschnupfen, allergisches Asthma, Nahrungsmittelallergien und den gefährlichen anaphylaktischen Schock.
Bei der zellvermittelten Sensibilisierung vom Spättyp spielen T-Lymphozyten die zentrale Rolle. Reaktionen treten verzögert auf – häufig 24 bis 72 Stunden nach dem Allergenkontakt. Typisches Beispiel ist die allergische Kontaktdermatitis, etwa durch Nickel oder bestimmte Kosmetika.
Nachdem eine Sensibilisierung stattgefunden hat, können bei erneutem Allergenkontakt folgende Symptome auftreten:
Die Diagnose einer Sensibilisierung erfolgt durch spezialisierte Fachärzte (Allergologen) und umfasst:
Wichtig: Eine nachgewiesene Sensibilisierung bedeutet nicht zwingend, dass eine klinisch relevante Allergie vorliegt. Die Befunde müssen stets im klinischen Gesamtkontext bewertet werden.
Die wirksamste Maßnahme ist die konsequente Vermeidung des auslösenden Allergens, soweit dies praktisch möglich ist.
Zur Linderung allergischer Symptome werden eingesetzt:
Die allergenspezifische Immuntherapie (AIT), auch Hyposensibilisierung oder Desensibilisierung genannt, ist die einzige ursächliche Therapie. Dabei wird das Allergen in langsam steigenden Dosen entweder subkutan injiziert (subkutane Immuntherapie, SCIT) oder sublingual verabreicht (sublinguale Immuntherapie, SLIT). Ziel ist es, die Überempfindlichkeit des Immunsystems gegenüber dem Allergen dauerhaft zu reduzieren.
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