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Die sequenzbasierte Diagnostik analysiert die DNA- oder RNA-Sequenz eines Organismus, um Krankheiten zu erkennen, Erreger zu identifizieren und genetische Veränderungen präzise nachzuweisen.
Die sequenzbasierte Diagnostik analysiert die DNA- oder RNA-Sequenz eines Organismus, um Krankheiten zu erkennen, Erreger zu identifizieren und genetische Veränderungen präzise nachzuweisen.
Die sequenzbasierte Diagnostik ist ein modernes Verfahren der Labormedizin und Molekularbiologie, das die genaue Abfolge von Nukleotiden – also die DNA- oder RNA-Sequenz – eines Organismus, Krankheitserregers oder menschlichen Genoms analysiert. Dabei werden modernste Sequenzierungstechnologien eingesetzt, um genetische Informationen mit hoher Präzision zu lesen und auszuwerten. Die gewonnenen Daten ermöglichen Rückschlüsse auf Erkrankungen, Erregertypen, Resistenzen und individuelle genetische Risikoprofile.
Es gibt verschiedene Technologiegenerationen und Ansätze, die in der sequenzbasierten Diagnostik eingesetzt werden:
Die Sanger-Sequenzierung gehört zu den ältesten und am besten etablierten Methoden. Sie eignet sich für die gezielte Analyse einzelner Gene oder kurzer DNA-Abschnitte und gilt als Goldstandard für die Bestätigung von Punktmutationen.
Das Next-Generation Sequencing (NGS), auch Hochdurchsatzsequenzierung genannt, erlaubt die parallele Sequenzierung von Millionen von DNA-Fragmenten gleichzeitig. Es wird eingesetzt für:
Die Nanopore-Sequenzierung ist eine neuere Technologie, die lange DNA-Stränge in Echtzeit lesen kann. Sie wird zunehmend für die schnelle Erregerdiagnostik, z. B. während Ausbruchsgeschehen, eingesetzt.
Die sequenzbasierte Diagnostik findet in zahlreichen medizinischen Bereichen Anwendung:
Durch die Sequenzierung des Erbguts von Bakterien, Viren oder Pilzen können Erreger präzise identifiziert, Ausbruchsketten verfolgt und Antibiotikaresistenzen auf genetischer Ebene nachgewiesen werden. Dies war z. B. während der COVID-19-Pandemie von großer Bedeutung für die Variantenüberwachung.
In der Krebsdiagnostik ermöglicht die Sequenzierung die Identifikation von somatischen Mutationen, Genfusionen und Kopienzahlveränderungen in Tumorzellen. Dies ist entscheidend für die Wahl zielgerichteter Therapien (Präzisionsonkologie) und die Einschätzung des Therapieansprechens.
Bei ungeklärten Erkrankungen, insbesondere bei Kindern, ermöglicht die Exom- oder Genomsequenzierung die Identifikation von Keimbahnmutationen, die für seltene erbliche Erkrankungen verantwortlich sind. Die diagnostische Rate liegt bei dieser Patientengruppe je nach Studie bei 25–50 %.
Nicht-invasive pränatale Tests (NIPT) nutzen sequenzbasierte Methoden, um freie fetale DNA im mütterlichen Blut zu analysieren und chromosomale Aberrationen wie die Trisomie 21 frühzeitig zu erkennen.
Die sequenzbasierte Diagnostik kann genetische Varianten identifizieren, die das individuelle Ansprechen auf bestimmte Medikamente beeinflussen. Dies unterstützt eine personalisierte Medikation mit optimaler Wirksamkeit und reduziertem Nebenwirkungsrisiko.
Der typische Ablauf einer sequenzbasierten diagnostischen Untersuchung umfasst folgende Schritte:
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