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Sickerblutung: Ursachen, Symptome & Behandlung

Eine Sickerblutung ist eine langsame, diffuse Blutung aus kleinen Gefäßen oder Wundflächen. Sie tritt häufig nach Operationen oder Verletzungen auf.

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Wissenswertes über "Sickerblutung"

Eine Sickerblutung ist eine langsame, diffuse Blutung aus kleinen Gefäßen oder Wundflächen. Sie tritt häufig nach Operationen oder Verletzungen auf.

Was ist eine Sickerblutung?

Als Sickerblutung bezeichnet man eine langsame, gleichmäßige Blutung aus kleinsten Blutgefäßen (Kapillaren) oder aus größeren Wundflächen, bei der kein einzelnes, klar erkennbares Blutgefäß als Quelle ausgemacht werden kann. Im Gegensatz zu einer arteriellen oder venösen Blutung, bei der Blut mit Druck aus einem größeren Gefäß austritt, sickert das Blut hier diffus aus dem Gewebe heraus. Der Begriff wird vor allem in der Chirurgie und Notfallmedizin verwendet.

Ursachen

Sickerblutungen können verschiedene Ursachen haben:

  • Operative Eingriffe: Nach Operationen entstehen häufig Sickerblutungen an Wundflächen, da viele kleine Gefäße durchtrennt werden.
  • Traumata und Verletzungen: Schürfwunden, Prellungen oder Quetschwunden können zu diffusen Blutungen aus dem Gewebe führen.
  • Gerinnungsstörungen: Erkrankungen wie Hämophilie, eine Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen) oder die Einnahme von Blutverdünnern (z. B. Marcumar, Heparin, neue orale Antikoagulanzien) erhöhen das Risiko für Sickerblutungen erheblich.
  • Lebererkrankungen: Die Leber produziert wichtige Gerinnungsfaktoren. Bei Lebererkrankungen wie einer Leberzirrhose kann die Gerinnungsfähigkeit des Blutes eingeschränkt sein, was Sickerblutungen begünstigt.
  • Innere Organe: Auch an inneren Organen, z. B. im Magen-Darm-Trakt oder nach einer Leberbiopsie, können Sickerblutungen auftreten.

Symptome

Die Symptome einer Sickerblutung hängen davon ab, wo sie auftritt und wie stark sie ist:

  • Äußerliche Sickerblutung: Langsames, gleichmäßiges Nachbluten einer Wunde, Verfärbung von Verbänden, Hämatom (Bluterguss) in der Umgebung der Wunde.
  • Innere Sickerblutung: Diese ist schwerer zu erkennen. Mögliche Hinweise sind ein fallendes Hämoglobin im Blutbild, Blut im Stuhl oder Urin, ein sich ausdehnendes Hämatom, allgemeine Schwäche oder im schlimmsten Fall Zeichen eines Schocks (Blässe, schneller Puls, Blutdruckabfall).

Da eine Sickerblutung langsam verläuft, kann sie zunächst unbemerkt bleiben und erst nach Stunden oder Tagen klinisch auffällig werden.

Diagnose

Die Diagnose einer Sickerblutung erfolgt durch verschiedene Methoden:

  • Klinische Untersuchung: Inspektion der Wunde, Beurteilung von Verbänden und Drainagen.
  • Laboruntersuchungen: Kontrolle des Blutbildes (Hämoglobin, Hämatokrit), Gerinnungsparameter (Quick/INR, PTT, Thrombozytenzahl).
  • Bildgebung: Bei Verdacht auf eine innere Sickerblutung kommen Ultraschall (Sonographie) oder eine Computertomographie (CT) zum Einsatz.
  • Endoskopie: Bei gastrointestinalen Sickerblutungen kann eine Magenspiegelung (Gastroskopie) oder Darmspiegelung (Koloskopie) die Blutungsquelle lokalisieren.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der Lokalisation, dem Ausmaß und der Ursache der Sickerblutung:

Konservative Maßnahmen

  • Druckverband: Bei äußerlichen Sickerblutungen ist das Anlegen eines Druckverbandes oft ausreichend.
  • Kühlung: Kälte bewirkt eine Verengung der Blutgefäße und kann die Blutung verlangsamen.
  • Medikamentöse Therapie: Gabe von gerinnungsfördernden Mitteln, Substitution von Gerinnungsfaktoren oder Thrombozytenkonzentraten bei Gerinnungsstörungen. Absetzung oder Dosisanpassung von Blutverdünnern, wenn medizinisch vertretbar.
  • Hämostyptika: Lokale blutstillende Mittel (z. B. Kollagenvliese, Gelatineschwämme oder Fibrinkleber) werden intraoperativ oder auf Wunden aufgetragen.

Interventionelle und operative Maßnahmen

  • Chirurgische Blutstillung: Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen, kann eine erneute Operation notwendig sein, um die blutenden Gefäße zu koagulieren (veröden) oder zu ligieren (abzubinden).
  • Endoskopische Blutstillung: Bei gastrointestinalen Sickerblutungen können Clips, Unterspritzungen oder thermische Verfahren über ein Endoskop eingesetzt werden.
  • Interventionelle Radiologie: Eine Embolisation (gezielter Verschluss) von Blutgefäßen durch einen Radiologen ist bei bestimmten inneren Sickerblutungen möglich.

Wann zum Arzt?

Eine Sickerblutung, die trotz Druckverband nach 10 bis 15 Minuten nicht zum Stillstand kommt, oder Anzeichen einer inneren Blutung (Schwindel, Blässe, starker Blutdruckabfall, Blut im Stuhl) erfordern sofortige ärztliche Behandlung. Nach Operationen sollten ungewöhnlich starke Nachblutungen oder sich schnell ausweitende Hämatome umgehend dem behandelnden Arzt gemeldet werden.

Quellen

  1. Striebel, H. W. - Operative Intensivmedizin: Sicherheit und Qualität (Schattauer Verlag, 2014)
  2. Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 268. Auflage (De Gruyter, 2020)
  3. World Health Organization (WHO) - Guidelines for Essential Trauma Care (WHO Press, 2004), verfügbar unter: https://www.who.int

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