Siliciumdioxid (E551): Verwendung & Sicherheit
Siliciumdioxid (SiO2) ist eine natürlich vorkommende Verbindung aus Silicium und Sauerstoff, die als Lebensmittelzusatzstoff (E551) und in Arzneimitteln eingesetzt wird.
Wissenswertes über "Siliciumdioxid"
Siliciumdioxid (SiO2) ist eine natürlich vorkommende Verbindung aus Silicium und Sauerstoff, die als Lebensmittelzusatzstoff (E551) und in Arzneimitteln eingesetzt wird.
Was ist Siliciumdioxid?
Siliciumdioxid (chemische Formel: SiO2), auch als Silika oder Kieselsäure bekannt, ist eine der häufigsten Verbindungen der Erdkruste. Es kommt in der Natur in verschiedenen Formen vor, darunter als Quarz, Sand und in Gesteinen. Im menschlichen Körper findet sich Siliciumdioxid in geringen Mengen in Geweben wie Knochen, Knorpel, Haut und Haaren. In der Industrie, Lebensmitteltechnik und Pharmazie wird es in synthetischer, hochreiner Form verwendet.
Verwendung als Lebensmittelzusatzstoff
In der Lebensmittelindustrie ist Siliciumdioxid unter der Bezeichnung E551 zugelassen. Es wird als Rieselhilfe (Antikleingmittel) eingesetzt, um das Zusammenklumpen von pulverförmigen Lebensmitteln wie Salz, Gewürzen, Kaffeeweissern und Nahrungsergänzungsmittel-Kapseln zu verhindern. Die zugelassenen Höchstmengen sind in der EU-Lebensmittelzusatzstoffverordnung geregelt.
Typische Anwendungsgebiete in Lebensmitteln
- Speisesalz und Tafelsalz
- Gewürzpulver und Gewürzmischungen
- Milchpulver und Kaffeeweisser
- Nahrungsergänzungsmittel in Kapsel- oder Pulverform
- Instantsuppen und Sosgenpulver
Verwendung in Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln
In der Pharmaindustrie wird kolloidales Siliciumdioxid (hochdisperses Silica) als Hilfsstoff in Tabletten und Kapseln verwendet. Es verbessert den Fluss von Pulvern bei der Tablettierung und erhöht die Stabilität der Endprodukte. Es ist in diesen Mengen pharmakologisch inert, das bedeutet, es entfaltet selbst keine Arzneimittelwirkung.
Biologische Rolle von Silicium im menschlichen Körper
Silicium, das Grundelement des Siliciumdioxids, gilt als möglicherweise essenzielles Spurenelement für den Menschen. Es wird mit der Unterstützung der Kollagensynthese, der Knochenbildung und der Gesundheit von Haut, Haaren und Nägeln in Verbindung gebracht. Die Forschung hierzu ist jedoch noch nicht abgeschlossen, und es gibt bisher keine offiziell festgelegten Tagesbedarfswerte für Silicium durch Behörden wie die EFSA oder WHO.
Sicherheit und Gesundheitsbewertung
Amorphes Siliciumdioxid, wie es in Lebensmitteln und Arzneimitteln vorkommt, wird von den zuständigen Behörden wie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und der US Food and Drug Administration (FDA) als sicher eingestuft (GRAS-Status in den USA). Es wird nicht vom Körper aufgenommen und unverändert ausgeschieden.
Davon zu unterscheiden ist kristallines Siliciumdioxid (z. B. Quarzstaub), das bei langfristiger Inhalation am Arbeitsplatz zu einer schweren Lungenerkrankung namens Silikose führen kann. Diese Gefahr betrifft jedoch ausschließlich beruflich exponierte Personen (z. B. im Bergbau oder Baugewerbe) und ist nicht mit der Verwendung in Lebensmitteln vergleichbar.
Nano-Silica: Aktuelle Diskussion
In jüngerer Zeit wird die Verwendung von nano-Siliciumdioxid (Partikelgröße unter 100 Nanometer) in Lebensmitteln wissenschaftlich diskutiert. Die EFSA hat 2018 eine Sicherheitsbewertung durchgeführt und empfohlen, weitere Daten zur möglichen Aufnahme von Nanopartikeln in den Körper zu erheben. Die Regulierung in diesem Bereich wird laufend aktualisiert.
Quellen
- Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA): Re-evaluation of silicon dioxide (E 551) as a food additive. EFSA Journal, 2018.
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Informationen zu Lebensmittelzusatzstoffen – Siliciumdioxid (E 551). Berlin, 2020.
- Nielsen, F.H.: Silicon. In: Present Knowledge in Nutrition, 10th Edition. Wiley-Blackwell, 2012.
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