Sinuslift: Ablauf, Techniken & Heilung
Der Sinuslift ist ein chirurgisches Verfahren zur Knochenaugmentation im Oberkiefer, das vor einer Implantatversorgung durchgeführt wird.
Wissenswertes über "Sinuslift"
Der Sinuslift ist ein chirurgisches Verfahren zur Knochenaugmentation im Oberkiefer, das vor einer Implantatversorgung durchgeführt wird.
Was ist ein Sinuslift?
Der Sinuslift (auch Sinusbodenerhebung oder Sinusaugmentation genannt) ist ein zahnchirurgisches Verfahren, bei dem der Kieferhöhlenboden im Oberkiefer angehoben wird, um ausreichend Knochenvolumen für die Insertion von Zahnimplantaten zu schaffen. Wenn im hinteren Oberkiefer zu wenig Knochen vorhanden ist – etwa nach einem Zahnverlust oder durch natürlichen Knochenabbau – kann ein Implantat ohne vorherige Augmentation nicht sicher verankert werden. Der Sinuslift gehört zu den etablierten Standardverfahren in der oralen Implantologie.
Wann wird ein Sinuslift durchgeführt?
Ein Sinuslift ist notwendig, wenn im Bereich der Seitenzähne des Oberkiefers nicht genügend Knochenmaterial vorhanden ist, um ein Implantat stabil zu verankern. Typische Indikationen sind:
- Zu geringe Knochenhöhe im hinteren Oberkiefer (weniger als 8–10 mm)
- Natürlicher Knochenabbau nach Zahnverlust
- Vergrößerung der Kieferhöhle (Sinuspneumatisation) nach Zahnverlust
- Parodontalerkrankungen mit schwerem Knochenschwund
- Vorbereitung auf eine Implantatversorgung im Oberkiefer
Techniken des Sinuslifts
Offener Sinuslift (lateraler Zugang)
Beim offenen Sinuslift wird von der Seite des Oberkiefers ein kleines Fenster in die Kieferhöhlenwand geschnitten. Die Kieferhöhlenmembran (Schneiderssche Membran) wird vorsichtig angehoben, und der entstandene Hohlraum wird mit Knochenmaterial aufgefüllt. Diese Methode ermöglicht eine größere Knochenaugmentation und wird bei einem Knochenangebot von weniger als 4–5 mm eingesetzt.
Geschlossener Sinuslift (transalveolärer Zugang)
Beim geschlossenen Sinuslift wird durch das Implantatlager im Kieferknochen von unten vorgegangen. Mit speziellen Instrumenten wird der Kieferhöhlenboden vorsichtig angehoben, ohne dass ein seitliches Knochenfenster nötig ist. Diese Methode ist schonender und wird bei einem Restknochnangebot von mindestens 5–6 mm angewendet.
Ablauf des Eingriffs
Der Eingriff erfolgt in der Regel ambulant unter Lokalanästhesie, kann aber auch unter Sedierung oder Vollnarkose durchgeführt werden. Nach der Vorbereitung des Zugangs wird Knochenersatzmaterial (autologer Knochen, synthetische Materialien oder Kombination) in den angehobenen Bereich eingebracht. Nach dem Eingriff wird die Wunde sorgfältig verschlossen. Die Einheilzeit vor der Implantatinsertion beträgt je nach Methode und verwendetem Material 4–9 Monate.
Risiken und mögliche Komplikationen
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff sind Komplikationen möglich, die jedoch insgesamt selten sind:
- Perforation oder Einriß der Kieferhöhlenmembran
- Infektionen oder Sinusitis (Kieferhöhlenentzündung)
- Nachblutungen
- Schwäche oder Resorption des eingebrachten Knochenmaterials
- Taubheitsgefühl im Bereich der Nase oder Wange (meist vorübergehend)
Nachsorge und Heilungsverlauf
Nach dem Sinuslift sind folgende Maßnahmen wichtig:
- Keine starken Schnauzbewegungen oder intensives Niesen für mehrere Wochen
- Einnahme verordneter Antibiotika und Schmerzmittel
- Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt oder Kieferchirurgen
- Vermeidung von Rauchen, da dies die Knochenheilung erheblich beeinflusst
Nach erfolgreicher Einheilung kann die Implantatinsertion im augmentierten Bereich durchgeführt werden.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Implantologie (DGI): Leitlinie zur Sinusbodenaugmentation. Berlin, 2022.
- Tatum H. Jr.: Maxillary and sinus implant reconstructions. Dental Clinics of North America, 1986; 30(2): 207–229.
- Del Fabbro M. et al.: Implant survival rates after osteotome-mediated maxillary sinus augmentation. Clinical Oral Implants Research, 2012; 23 Suppl 6: 80–98.
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