Skotom: Ursachen, Symptome & Behandlung
Ein Skotom ist ein umschriebener Ausfall oder eine Verdunkelung im Gesichtsfeld. Es kann ein Zeichen verschiedener Augen- oder neurologischer Erkrankungen sein.
Wissenswertes über "Skotom"
Ein Skotom ist ein umschriebener Ausfall oder eine Verdunkelung im Gesichtsfeld. Es kann ein Zeichen verschiedener Augen- oder neurologischer Erkrankungen sein.
Was ist ein Skotom?
Ein Skotom (von griechisch skotos = Dunkelheit) bezeichnet einen umschriebenen Bereich im Gesichtsfeld, in dem das Sehvermögen vollständig oder teilweise ausgefallen ist. Der Betroffene nimmt in diesem Bereich entweder gar nichts (absolutes Skotom) oder nur eine Verdunklung bzw. Verschleierung wahr (relatives Skotom). Skotome können in einem oder in beiden Augen auftreten und sich in Größe, Form und Lage unterscheiden.
Arten von Skotomen
- Absolutes Skotom: In dem betroffenen Bereich wird keinerlei Licht oder Bild wahrgenommen.
- Relatives Skotom: Das Sehen ist in dem Bereich abgeschwächt, aber nicht vollständig ausgefallen.
- Zentrales Skotom: Der Ausfall befindet sich im Zentrum des Gesichtsfeldes und beeinträchtigt das scharfe Sehen besonders stark.
- Parazentrales Skotom: Der Ausfall liegt knapp neben dem Zentrum des Gesichtsfeldes.
- Blinder Fleck (physiologisches Skotom): Jeder Mensch besitzt einen natürlichen blinden Fleck an der Stelle, wo der Sehnerv das Auge verlässt. Dieser wird normalerweise nicht bewusst wahrgenommen.
- Szintillierendes Skotom: Ein flackerndes, bogenförmiges Lichtphänomen, das typischerweise bei Migräne mit Aura auftritt.
Ursachen
Skotome können durch eine Vielzahl von Erkrankungen verursacht werden:
- Augenkrankheiten: Glaukom (grüner Star), Makuladegeneration, diabetische Retinopathie, Netzhautablösung, Entzündungen des Sehnervs (Optikusneuritis)
- Neurologische Erkrankungen: Multiple Sklerose, Schlaganfall, Hirntumoren, erhöhter Hirndruck
- Migräne mit Aura: Vorübergehende, oft flackernde Skotome, die sich innerhalb von Minuten ausbreiten und wieder auflösen
- Gefäßerkrankungen: Durchblutungsstörungen der Netzhaut oder des Sehnervs
- Medikamente und Toxine: Bestimmte Medikamente oder Vergiftungen können Skotome auslösen
Symptome und Beschwerden
Betroffene beschreiben Skotome häufig als dunkle, graue oder schwarze Flecken, die im Blickfeld erscheinen. Manche Skotome werden aktiv wahrgenommen, andere fallen nur durch Fehler beim Lesen oder durch verschwommenes Sehen auf. Zusätzliche Symptome können je nach Ursache auftreten, zum Beispiel Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit oder Sehstörungen.
Diagnose
Zur Diagnose eines Skotoms stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung:
- Perimetrie (Gesichtsfeldmessung): Die wichtigste Methode zur Erfassung und Dokumentation von Gesichtsfeldausfällen. Mit einem Perimeter werden Lichtreize an verschiedenen Stellen im Gesichtsfeld dargeboten und die Reaktionen des Patienten aufgezeichnet.
- Ophtalmoskopie: Untersuchung des Augenhintergrunds, um Veränderungen an Netzhaut und Sehnerv zu erkennen.
- Optische Kohärenztomographie (OCT): Detaillierte Bildgebung der Netzhautschichten.
- MRT des Gehirns: Bei Verdacht auf neurologische Ursachen wird eine Bildgebung des Gehirns durchgeführt.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache:
- Beim Glaukom wird der Augeninnendruck durch Augentropfen, Laser oder Operationen gesenkt.
- Bei Entzündungen des Sehnervs (z. B. bei Multipler Sklerose) werden Kortikosteroide eingesetzt.
- Bei Gefäßerkrankungen erfolgt eine entsprechende internistische oder neurologische Therapie.
- Migräne-Skotome sind in der Regel vorübergehend und benötigen keine spezifische augenärztliche Therapie, jedoch kann die Migräne selbst behandelt werden.
- Bei irreversiblen Schäden, etwa durch fortgeschrittene Makuladegeneration, stehen rehabilitative Maßnahmen wie vergrößernde Sehhilfen im Vordergrund.
Wann zum Arzt?
Neu aufgetretene oder sich vergrößernde Gesichtsfeldausfälle sind immer ein Warnsignal und sollten umgehend augenärztlich abgeklärt werden. Besonders dringend ist eine sofortige Abklärung bei plötzlichem Auftreten, da ein Schlaganfall oder eine Netzhautablösung ausgeschlossen werden müssen.
Quellen
- Grehn, F.: Augenheilkunde. 32. Auflage. Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2019.
- Burde, R. M., Savino, P. J., Trobe, J. D.: Clinical Decisions in Neuro-Ophthalmology. 3rd edition. Mosby, St. Louis, 2002.
- World Health Organization (WHO): International Classification of Diseases (ICD-11). Verfügbar unter: https://icd.who.int (abgerufen 2024).
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