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Sphingolipide sind wichtige Bestandteile von Zellmembranen und erfüllen zentrale Aufgaben in der Signalübertragung sowie im Zellstoffwechsel.
Sphingolipide sind wichtige Bestandteile von Zellmembranen und erfüllen zentrale Aufgaben in der Signalübertragung sowie im Zellstoffwechsel.
Sphingolipide sind eine Klasse von Lipiden (Fettmolekülen), die einen zentralen Bestandteil biologischer Membranen bilden. Sie leiten sich von dem Aminoalkohol Sphingosin ab und kommen in nahezu allen eukaryotischen Zellen vor, also in Zellen von Tieren, Pflanzen und Pilzen. Besonders hohe Konzentrationen finden sich im Nervengewebe, in der Haut sowie in roten Blutkörperchen.
Der Begriff wurde im 19. Jahrhundert geprägt, da die damals noch rätselhaften Eigenschaften dieser Moleküle an die Sphinx aus der griechischen Mythologie erinnerten. Heute weiß man, dass Sphingolipide weit mehr als strukturelle Bausteine sind: Sie spielen eine entscheidende Rolle in der Zellkommunikation, beim Zellwachstum und beim programmierten Zelltod (Apoptose).
Alle Sphingolipide besitzen ein gemeinsames Grundgerüst aus Sphingosin, einer langen Kohlenwasserstoffkette. An dieses Grundgerüst wird über eine Amidbindung eine Fettsäure geknüpft, wodurch das Zwischenprodukt Ceramid entsteht. Ceramid ist die Ausgangssubstanz für alle weiteren Sphingolipide.
Sphingolipide sind wesentliche Bausteine der Zellmembran. Zusammen mit Cholesterin bilden sie sogenannte Lipid Rafts – spezialisierte Membrandomänen, die als Plattformen für Signalproteine und Membrantransportprozesse dienen. Diese geordneten Bereiche sind für die Regulation zahlreicher Zellfunktionen entscheidend.
Ceramid und andere Sphingolipid-Metaboliten wie Sphingosin-1-Phosphat (S1P) fungieren als intrazelluläre und extrazelluläre Botenstoffe. S1P wirkt entzündungsregulierend und beeinflusst Zellmigration, Immunantworten sowie den Gefäßtonus. Ceramid hingegen fördert häufig die Apoptose und hemmt das Zellwachstum.
In der Haut sind Ceramide unverzichtbar für die Barrierefunktion der Epidermis. Sie halten die Haut geschmeidig, schützen vor Wasserverlust und wehren Krankheitserreger ab. Ein Mangel an Ceramiden ist mit Hauterkrankungen wie Neurodermitis (atopische Dermatitis) assoziiert.
Störungen im Sphingolipid-Stoffwechsel können schwerwiegende Erkrankungen verursachen:
Sphingolipide kommen in vielen Lebensmitteln vor, darunter Milchprodukte, Eier, Fleisch und bestimmte pflanzliche Quellen wie Sojabohnen. Über die Nahrung aufgenommene Sphingolipide werden im Darm gespalten und können den körpereigenen Ceramidspiegel beeinflussen. In der Kosmetik werden Ceramide gezielt eingesetzt, um die Hautbarriere zu stärken und Feuchtigkeitsverlust zu reduzieren.
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