Stauungsdermatose: Ursachen, Symptome & Behandlung
Die Stauungsdermatose ist eine chronische Hautentzündung der Unterschenkel, die durch gestörten venösen Rückfluss entsteht. Sie äußert sich durch Rötung, Schwellung und Juckreiz.
Wissenswertes über "Stauungsdermatose"
Die Stauungsdermatose ist eine chronische Hautentzündung der Unterschenkel, die durch gestörten venösen Rückfluss entsteht. Sie äußert sich durch Rötung, Schwellung und Juckreiz.
Was ist eine Stauungsdermatose?
Die Stauungsdermatose (auch Stauungsekzem oder Stauungsdermatitis genannt) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Haut, die typischerweise an den Unterschenkeln auftritt. Sie entsteht als Folge einer gestörten Durchblutung im venösen System der Beine, wodurch Blut und Flüssigkeit in den unteren Extremitäten zurückgestaut werden. Dieser Rückstau führt zu einer Schädigung des Gewebes und der Haut.
Ursachen
Die Stauungsdermatose entsteht in den meisten Fällen im Zusammenhang mit einer chronisch-venösen Insuffizienz (CVI), also einer langfristigen Schwäche der Venenkläppen. Folgende Faktoren können zur Erkrankung beitragen:
- Krampfadern (Varizen): Erweiterte, geschwächte Venen behindern den Blutfluss zum Herzen.
- Ödeme: Ansammlungen von Gewebeflüssigkeit in den Beinen fördern Hautentzündungen.
- Herzinsuffizienz: Ein geschwächtes Herz kann den Blutfluss nicht ausreichend aufrechterhalten.
- Tiefe Venenthrombose: Narben nach einer Thrombose können den Blutabfluss dauerhaft beeinträchtigen.
- Bewegungsmangel und Übergewicht: Begünstigende Lebensstilfaktoren.
Symptome
Die Symptome der Stauungsdermatose entwickeln sich schleichend und verstärken sich ohne Behandlung zunehmend:
- Rötung, Wärme und Schwellung der Unterschenkelhaut
- Starker Juckreiz
- Schuppung und Austrocknung der Haut
- Nässende, verkrustete Hautstellen
- Braun-gelbliche Verfärbungen der Haut (Hämosiderose) durch Ablagerung von Blutfarbstoff
- Verhärtung und Vergrößerung des Unterhautgewebes (Lipodermatosklerose)
- Im fortgeschrittenen Stadium: offene Wunden (Ulcus cruris)
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch eine klinische Untersuchung gestellt. Der Arzt oder die Ärztin beurteilt das Erscheinungsbild der Haut und erfragt Vorerkrankungen. Zusätzliche Untersuchungen können sein:
- Duplex-Sonographie: Ultraschalluntersuchung der Venen zur Beurteilung des Blutflusses und zur Erkennung von Klappenschäden oder Thrombosen.
- Blutuntersuchungen: Zum Ausschluss systemischer Ursachen wie Herzinsuffizienz.
- Allergietests (Epikutantest): Da die gereizte Haut besonders empfindlich auf Kontaktallergene reagiert, kann ein Pflastertest sinnvoll sein.
Behandlung
Die Behandlung der Stauungsdermatose zielt darauf ab, den venösen Rückstau zu reduzieren und die Haut zu pflegen und zu beruhigen:
Kompressionstherapie
Das wichtigste Behandlungselement ist die Kompressionstherapie mit Kompressionsstrümpfen oder Kompressionsbandagen. Sie unterstützt den Blutfluss in den Venen und reduziert Ödeme effektiv.
Hautpflege und lokale Behandlung
- Rückfettende Pflegemittel: Zur Behandlung der trockenen, rissigen Haut.
- Kortikosteroid-Cremes oder -Salben: Bei akuten Entzündungen und starkem Juckreiz, immer nur kurzzeitig und nach ärztlicher Anweisung anwenden.
- Feuchte Umschläge: Bei nässenden Hautstellen zur Beruhigung.
Behandlung der Grunderkrankung
Eine konsequente Behandlung der zugrundeliegenden venösen Insuffizienz ist entscheidend. Mögliche Maßnahmen umfassen venenablative Verfahren (z. B. Laser, Sklerotherapie) oder operative Eingriffe.
Allgemeine Maßnahmen
- Regelmäßige Bewegung zur Förderung der Venenpumpe
- Hochlagern der Beine
- Gewichtsreduktion bei Übergewicht
Quellen
- Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG): Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des Ulcus cruris venosum. AWMF-Register Nr. 037-009 (2021).
- Dissemond J. et al. - Stauungsdermatitis und chronisch-venöse Insuffizienz. JDDG: Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, 2020.
- Rabe E. et al. - Epidemiology of chronic venous disorders in geographically diverse populations. International Angiology, 2012.
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®
Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems