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Stearinsäure ist eine gesättigte Fettsäure, die natürlich in tierischen und pflanzlichen Fetten vorkommt und vielfältige Funktionen in Ernährung, Medizin und Industrie erfüllt.
Stearinsäure ist eine gesättigte Fettsäure, die natürlich in tierischen und pflanzlichen Fetten vorkommt und vielfältige Funktionen in Ernährung, Medizin und Industrie erfüllt.
Stearinsäure (chemische Bezeichnung: Octadecansäure) ist eine langkettige, gesättigte Fettsäure mit der Molekülformel C₅₇H₃⁵COOH. Sie gehört zu den häufigsten natürlich vorkommenden Fettsäuren und ist ein wesentlicher Bestandteil vieler tierischer und pflanzlicher Fette. Bei Raumtemperatur liegt sie als weißer, wachsartiger Feststoff vor.
Stearinsäure kommt in einer Vielzahl von Lebensmitteln vor:
In Kakaobutter macht Stearinsäure bis zu 35 % der gesamten Fettsäuren aus, was ihr eine besondere ernährungsphysiologische Bedeutung verleiht.
Im menschlichen Körper erfüllt Stearinsäure mehrere wichtige Aufgaben:
Im Gegensatz zu anderen gesättigten Fettsäuren wie Palmitin- oder Laurinsäure gilt Stearinsäure als neutral hinsichtlich des LDL-Cholesterinspiegels. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass sie den LDL-Cholesterinspiegel im Blut weder erhöht noch signifikant senkt. Dies unterscheidet sie von vielen anderen gesättigten Fettsäuren, die mit einem erhöhten Herzerkrankungsrisiko in Verbindung gebracht werden.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die meisten Ernährungsgesellschaften betrachten Stearinsäure deshalb als weniger besorgniserregend im Vergleich zu anderen gesättigten Fettsäuren. Dennoch empfehlen Experten, den Gesamtanteil gesättigter Fettsäuren in der Ernährung moderat zu halten.
Es gibt keine spezifische offizielle Empfehlung für die Zufuhr von Stearinsäure. Die allgemeinen Richtlinien empfehlen jedoch, gesättigte Fettsäuren insgesamt auf weniger als 10 % der täglichen Gesamtenergiezufuhr zu begrenzen (WHO, EFSA). Im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung ist eine moderate Aufnahme von Stearinsäure über natürliche Lebensmittel als unbedenklich anzusehen.
Ein isolierter Mangel an Stearinsäure ist beim Menschen äußerst selten, da sie in vielen Lebensmitteln enthalten ist und vom Körper selbst synthetisiert werden kann. Ebenso sind toxische Wirkungen durch Stearinsäure aus natürlichen Nahrungsquellen nicht bekannt. Sehr hohe Aufnahmen über Ergänzungsmittel oder industrielle Zubereitungen werden nicht empfohlen.
Stearinsäure findet weit über die Ernährung hinaus vielfältige Verwendung:
Stearinsäure kann die Absorption bestimmter Mineralstoffe wie Kalzium und Magnesium leicht beeinflussen, wenn sie in sehr großen Mengen aufgenommen wird, da sie unlösliche Seifen mit diesen Ionen bilden kann. Diese Wechselwirkung ist bei normaler Nahrungszufuhr jedoch klinisch nicht relevant.
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