Steißbeinschmerzen (Kokzygodynie): Ursachen & Behandlung
Steißbeinschmerzen (Kokzygodynie) sind Schmerzen im untersten Bereich der Wirbelsäule. Sie entstehen häufig durch Stürze, langes Sitzen oder Geburten.
Wissenswertes über "Steißbein schmerzen"
Steißbeinschmerzen (Kokzygodynie) sind Schmerzen im untersten Bereich der Wirbelsäule. Sie entstehen häufig durch Stürze, langes Sitzen oder Geburten.
Was sind Steißbeinschmerzen?
Steißbeinschmerzen, medizinisch auch als Kokzygodynie bezeichnet, sind Schmerzen im Bereich des Steißbeins (Os coccygis) – dem untersten Abschnitt der Wirbelsäule. Das Steißbein besteht aus drei bis fünf miteinander verwachsenen Wirbelkörperchen und bildet den Abschluss der Wirbelsäule. Die Schmerzen können dumpf, stechend oder brennend sein und sich beim Sitzen, beim Übergang vom Sitzen zum Stehen oder beim Stuhlgang verstärken.
Ursachen
Steißbeinschmerzen können verschiedene Ursachen haben:
- Trauma: Sturz auf das Gesäß oder direkte Schläge auf das Steißbein, z. B. beim Sport oder durch Unfälle.
- Geburt: Unter der Geburt kann das Steißbein durch den Druck des Kindes verletzt, überdehnt oder gebrochen werden.
- Langes Sitzen: Besonders auf harten oder ungünstigen Sitzflächen kann Druck auf das Steißbein entstehen.
- Degenerative Veränderungen: Verschleiß der Gelenke und Bandscheiben im Steißbeinbereich im Alter.
- Steißbeinzysten (Pilonidalzysten): Entzündliche Zysten in der Steißbeingegend können Schmerzen verursachen.
- Tumor oder Metastasen: In seltenen Fällen können Tumorerkrankungen den Steißbeinbereich betreffen.
- Idiopathisch: In manchen Fällen lässt sich keine eindeutige Ursache finden.
Symptome
Typische Beschwerden bei Steißbeinschmerzen umfassen:
- Lokalisierter Schmerz direkt über oder um das Steißbein
- Schmerzzunahme beim Sitzen, insbesondere auf harten Unterlagen
- Schmerzen beim Übergang vom Sitzen zum Stehen
- Schmerzen beim Stuhlgang oder während der Menstruation
- Ausstrahlende Schmerzen in das Gesäß oder den unteren Rücken
- Druckschmerz beim direkten Berühren des Steißbeins
Diagnose
Die Diagnose erfolgt durch eine Kombination aus:
- Anamnese: Ausführliches Gespräch über Beschwerden, Vorerkrankungen und mögliche Auslöser.
- Körperliche Untersuchung: Abtasten des Steißbeins und der umliegenden Strukturen.
- Bildgebung: Röntgenaufnahmen des Steißbeins, ggf. in Belastungsstellung; MRT (Magnetresonanztomographie) bei Verdacht auf Weichteilbeteiligung oder Tumore.
- Rektale Untersuchung: Kann zur Beurteilung der Beweglichkeit des Steißbeins nötig sein.
Behandlung
Konservative Maßnahmen
In den meisten Fällen können Steißbeinschmerzen konservativ behandelt werden:
- Sitzentlastung: Speziell geformte Sitzkissen (Donut- oder Keilkissen) reduzieren den Druck auf das Steißbein.
- Schmerzmittel: Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac lindern Schmerzen und Entzündungen.
- Physiotherapie: Gezielte Übungen zur Kräftigung der Beckenbodenmuskulatur und zur Verbesserung der Haltung.
- Wärme- und Kälteanwendungen: Können die Schmerzsymptomatik lindern.
- Lokale Injektionen: Kortison- oder Lokalanästhetika-Injektionen direkt am Steißbein können bei anhaltenden Schmerzen eingesetzt werden.
Operative Behandlung
Wenn konservative Maßnahmen nach etwa sechs Monaten keinen ausreichenden Erfolg zeigen, kann eine Kokzygektomie (operative Entfernung des Steißbeins) in Betracht gezogen werden. Dieser Eingriff wird jedoch nur in ausgewählten Fällen empfohlen.
Wann zum Arzt?
Suchen Sie einen Arzt auf, wenn:
- Die Schmerzen nach einem Sturz oder Unfall auftreten
- Die Beschwerden länger als einige Wochen andauern
- Zusätzliche Symptome wie Fieber, Blähungen, Blut im Stuhl oder unerwünschter Gewichtsverlust auftreten
- Der Schmerz stark und lähmend ist
Quellen
- Lirette, L. S. et al. (2014): Coccydynia: An Overview of the Anatomy, Etiology, and Treatment of Coccyx Pain. In: The Ochsner Journal, 14(1), S. 84–87. PubMed PMID: 24688338.
- Patel, R. et al. (2016): Coccydynia. In: StatPearls [Internet]. StatPearls Publishing. Abrufbar unter: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK431062/
- Maigne, J. Y. & Doursounian, L. (1997): Entrapment neuropathy of the medial superior cluneal nerve. Nineteen cases surgically treated, with a minimum follow up of two years. In: Spine, 22(10), S. 1156–1159.
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