Stillpositionen: Übersicht & Tipps für Mutter und Kind
Stillpositionen beschreiben die verschiedenen Körperhaltungen von Mutter und Kind beim Stillen. Die richtige Position fördert eine gute Anlage und verhindert Beschwerden.
Wissenswertes über "Stillpositionen"
Stillpositionen beschreiben die verschiedenen Körperhaltungen von Mutter und Kind beim Stillen. Die richtige Position fördert eine gute Anlage und verhindert Beschwerden.
Was sind Stillpositionen?
Unter Stillpositionen versteht man die verschiedenen Möglichkeiten, wie eine stillende Mutter und ihr Baby beim Stillen positioniert werden können. Eine korrekte Stillposition ist entscheidend für eine effektive Milchübertragung, das Wohlbefinden von Mutter und Kind sowie die Vermeidung von Problemen wie wunden Brustwarzen oder unzureichender Milchaufnahme des Säuglings. Es gibt keine einzig richtige Position – das Ziel ist, dass beide, Mutter und Kind, entspannt und bequem sind.
Die häufigsten Stillpositionen
Wiegehaltung (Klassische Haltung)
Die Wiegehaltung ist die bekannteste Stillposition. Das Baby liegt mit dem Bauch zur Mutter gewandt, der Kopf ruht auf dem Unterarm der Mutter auf der Seite der stillenden Brust. Der Körper des Babys ist dabei gerade ausgerichtet, Ohr, Schulter und Hüfte befinden sich in einer Linie. Diese Position eignet sich gut für ältere Säuglinge, die bereits etwas mehr Kontrolle über ihren Kopf haben.
Kreuzwiegehaltung (Gekreuzte Wiegehaltung)
Bei der Kreuzwiegehaltung hält die Mutter das Baby mit dem Arm, der der stillenden Brust gegenüberliegt. So hat sie mehr Kontrolle über den Kopf des Babys und kann die Anlage besser steuern. Diese Position ist besonders nützlich bei Neugeborenen und bei Babys, die Schwierigkeiten beim Anlegen haben.
Footballhaltung (Rugby-Haltung)
In der Footballhaltung wird das Baby seitlich unter dem Arm der Mutter getragen, wie ein Football oder Rugby-Ball. Der Körper des Babys liegt auf dem Unterarm der Mutter, der Kopf befindet sich in Höhe der Brust. Diese Position ist besonders vorteilhaft nach einem Kaiserschnitt, da das Baby nicht auf der Bauchnarbe liegt. Auch bei großen Brüsten oder flachen Brustwarzen kann diese Haltung hilfreich sein.
Seitliche Liegehaltung
Bei der seitlichen Liegehaltung liegen Mutter und Kind Bauch an Bauch, beide auf der Seite. Diese Position ist besonders angenehm nach einem Kaiserschnitt, bei Dammschnitten oder für nächtliche Stillmahlzeiten, da sie sehr entspannend ist. Wichtig: Nach dem Stillen sollte das Baby in Rückenlage zurückgelegt werden, um das Risiko des plötzlichen Kindstods (SIDS) zu minimieren.
Entspannte Rücklage (Biological Nurturing)
Bei der entspannten Rücklage, auch Biological Nurturing oder Laid-back Breastfeeding genannt, lehnt sich die Mutter bequem zurück und legt das Baby auf ihrem Körper ab. Die Schwerkraft hält das Baby an der Brust und unterstützt angeborene Suchreflexe. Diese Position kann besonders bei einem starken Milchspendereflex oder reichlichem Milchangebot hilfreich sein.
Aufrechte Stillhaltung (Koala-Haltung)
Bei der aufrechten Stillhaltung sitzt das Baby aufrecht, r&ittlings auf dem Oberschenkel der Mutter. Diese Position kann bei Babys mit Reflux, Ohrinfektionen oder einem Gaumenspalten hilfreich sein, da der Kopf aufrecht bleibt und der Milchfluss besser kontrolliert werden kann.
Grundprinzipien einer guten Stillposition
- Der Mund des Babys ist weit geöffnet und erfasst sowohl Brustwarze als auch einen großen Teil des Warzenhofs (optimales Anlegen).
- Der Kopf und Körper des Babys sind gerade ausgerichtet.
- Der Bauch des Babys berührt den Bauch der Mutter.
- Die Mutter sitzt oder liegt entspannt, Schultern und Rücken sind nicht verspannt.
- Das Stillen sollte nicht schmerzhaft sein – Schmerzen sind ein Hinweis auf eine fehlerhafte Position oder Anlage.
Wann sollte professionelle Hilfe gesucht werden?
Bei anhaltenden Schmerzen beim Stillen, wunden oder eingerissenen Brustwarzen, dem Verdacht auf unzureichende Gewichtszunahme des Babys oder allgemeinen Schwierigkeiten beim Stillen sollte eine Stillberaterin (IBCLC) oder die Hebamme kontaktiert werden. Frühzeitige Unterstützung kann dazu beitragen, das Stillen langfristig erfolgreich zu gestalten.
Quellen
- Weltgesundheitsorganisation (WHO): Infant and young child feeding. Genf, 2009. Verfügbar unter: https://www.who.int/publications/i/item/9789241597494
- Colson S. D., Meek J. H., Hawdon J. M.: Optimal positions for the release of primitive neonatal reflexes stimulating breastfeeding. Early Human Development, 2008; 84(7): 441–449.
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Stillen – der beste Start. Köln, 2021. Verfügbar unter: https://www.bzga.de
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