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Das Stockholm-Syndrom beschreibt eine psychologische Reaktion, bei der Geiseln oder Opfer emotionale Bindungen zu ihren Tätern entwickeln. Es gilt als Schutzmechanismus der Psyche.
Das Stockholm-Syndrom beschreibt eine psychologische Reaktion, bei der Geiseln oder Opfer emotionale Bindungen zu ihren Tätern entwickeln. Es gilt als Schutzmechanismus der Psyche.
Das Stockholm-Syndrom ist ein psychologisches Phänomen, bei dem Opfer von Entführungen, Geiselnahmen oder anderen Situationen extremer Abhängigkeit eine emotionale Bindung – manchmal sogar Sympathie oder Loyalität – gegenüber ihren Tätern entwickeln. Der Begriff wurde nach einem Bankraub in Stockholm im Jahr 1973 geprägt, bei dem Geiseln nach ihrer Befreiung die Täter verteidigten und eine erkennbare emotionale Verbindung zu ihnen zeigten.
Das Phänomen ist kein offiziell anerkanntes eigenständiges Krankheitsbild im Sinne des DSM-5 oder ICD-11, wird aber in der Psychologie und Psychiatrie als beschriebene Reaktionsform auf extreme Stresssituationen angesehen.
Experten gehen davon aus, dass das Stockholm-Syndrom als unbewusster psychologischer Schutzmechanismus entsteht. In Situationen extremer Bedrohung und Hilflosigkeit kann das Gehirn versuchen, die Situation erträglich zu machen, indem es positive Gefühle gegenüber der bedrohenden Person entwickelt.
Das Stockholm-Syndrom äußert sich durch eine Reihe von emotionalen und verhaltensbezogenen Veränderungen beim Opfer:
Das Stockholm-Syndrom tritt nicht ausschließlich bei klassischen Geiselnahmen auf. Es wird auch in anderen Kontexten beobachtet:
Da das Stockholm-Syndrom keine eigenständige psychiatrische Diagnose im gängigen Klassifikationssystem darstellt, erfolgt die Beurteilung im Rahmen verwandter Diagnosen. Psychiater und Psychologen bewerten die Reaktionen des Betroffenen im Kontext von:
Die klinische Einschätzung durch einen erfahrenen Therapeuten oder Psychiater ist entscheidend für ein angemessenes Verständnis und die weitere Behandlung.
Die Behandlung des Stockholm-Syndroms erfolgt individuell und umfasst in der Regel psychotherapeutische Maßnahmen:
Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person Anzeichen des Stockholm-Syndroms zeigen – insbesondere nach einer Situation extremer Bedrohung, Kontrolle oder Abhängigkeit – sollte umgehend professionelle psychologische oder psychiatrische Unterstützung gesucht werden. Frühzeitige Intervention verbessert die Prognose erheblich.
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