Stratum spinosum – Stachelzellschicht der Haut
Das Stratum spinosum ist eine Schicht der Oberhaut (Epidermis) und besteht aus Stachelzellen. Es spielt eine zentrale Rolle für die Festigkeit und Schutzfunktion der Haut.
Wissenswertes über "Stratum spinosum"
Das Stratum spinosum ist eine Schicht der Oberhaut (Epidermis) und besteht aus Stachelzellen. Es spielt eine zentrale Rolle für die Festigkeit und Schutzfunktion der Haut.
Was ist das Stratum spinosum?
Das Stratum spinosum, auch Stachelzellschicht genannt, ist eine der fünf Schichten der Oberhaut (Epidermis). Es liegt direkt über dem Stratum basale (Keimschicht) und unter dem Stratum granulosum (Körnerschicht). Die Bezeichnung „spinosum“ stammt vom lateinischen Wort für „stachelig“ und beschreibt das charakteristische Aussehen der Zellen unter dem Mikroskop, die durch zahlreiche Zellverbindungen, sogenannte Desmosomen, miteinander verbunden sind und dadurch stachelartige Fortsätze aufweisen.
Aufbau und Lage
Das Stratum spinosum besteht aus mehreren Lagen von Keratinozyten – den wichtigsten Zellen der Epidermis. Diese Zellen sind vieleckig geformt und durch Desmosomen fest miteinander verbunden. Diese Verbindungen sorgen für eine hohe mechanische Stabilität der Haut. Das Stratum spinosum ist Teil des sogenannten Rete Malpighii, das Stratum basale und Stratum spinosum gemeinsam umfasst.
- Lage: Zwischen Stratum basale und Stratum granulosum
- Zelltyp: Keratinozyten (Stachelzellen)
- Zellverbindungen: Desmosomen (mechanische Kopplungen zwischen Zellen)
- Schichtdicke: Mehrere Zelllagen, je nach Körperstelle unterschiedlich dick
Funktion
Das Stratum spinosum erfüllt mehrere wichtige Aufgaben im Rahmen der Hautbarriere und der Immunabwehr:
- Mechanischer Schutz: Die Desmosomen verbinden die Zellen fest miteinander und verleihen der Haut Stabilität gegenüber äußeren Kräften.
- Immunfunktion: Im Stratum spinosum befinden sich Langerhans-Zellen, spezialisierte Immunzellen, die eindringende Krankheitserreger und Allergene erkennen und eine Immunantwort einleiten.
- Keratinisierung: Die Keratinozyten beginnen in dieser Schicht mit der Produktion von Keratin-Proteinen, die später für die Verhornungsschicht der Haut benötigt werden.
- Differenzierung: Die Zellen des Stratum spinosum differenzieren sich weiter und wandern in Richtung Hautoberfläche, wo sie schließlich absterben und als Hornzellen (Korneozyten) die äußerste Schutzschicht bilden.
Klinische Bedeutung
Veränderungen im Stratum spinosum können bei verschiedenen Erkrankungen eine Rolle spielen:
- Psoriasis (Schuppenflechte): Bei dieser chronischen Hauterkrankung ist die Zellteilung in der Epidermis stark beschleunigt, was zu einer Verdickung auch des Stratum spinosum führt.
- Pemphigus vulgaris: Eine Autoimmunerkrankung, bei der Antikörper gegen Desmosomen im Stratum spinosum gerichtet sind, was zum Verlust des Zellzusammenhalts und zur Blasenbildung führt.
- Plattenepithelkarzinom: Ein bösartiger Hauttumor, der aus den Keratinozyten des Stratum spinosum entstehen kann und daher auch als Spinaliom bezeichnet wird.
- Ekzeme und Dermatitis: Entzündliche Hauterkrankungen können das Stratum spinosum schädigen und die Hautbarriere beeinträchtigen.
Diagnostik
Veränderungen im Stratum spinosum werden üblicherweise durch eine Hautbiopsie und anschließende histologische Untersuchung nachgewiesen. Dabei wird eine kleine Gewebeprobe entnommen, gefärbt und unter dem Mikroskop analysiert. Typische Befunde können eine Verdickung der Schicht (Akanthose), eine Auflockerung des Zellverbands (Akantholyse) oder Veränderungen der Zellstruktur umfassen.
Quellen
- Fritsch, P. - Dermatologie und Venerologie. Springer Verlag, 2. Auflage (2004).
- Lüllmann-Rauch, R. - Taschenlehrbuch Histologie. Thieme Verlag, 5. Auflage (2015).
- Proksch, E., Brandner, J. M., Jensen, J. M. - The skin: an indispensable barrier. Experimental Dermatology, 17(12), 1063-1072 (2008). PubMed.
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