Struma nodosa – Ursachen, Symptome & Behandlung
Die Struma nodosa ist eine knotige Vergrößerung der Schilddrüse. Sie kann einen oder mehrere Knoten umfassen und ist eine häufige Schilddrüsenerkrankung.
Wissenswertes über "Struma nodosa"
Die Struma nodosa ist eine knotige Vergrößerung der Schilddrüse. Sie kann einen oder mehrere Knoten umfassen und ist eine häufige Schilddrüsenerkrankung.
Was ist eine Struma nodosa?
Die Struma nodosa (auch Knotenstruma genannt) bezeichnet eine knotige Veränderung der Schilddrüse, bei der sich ein oder mehrere Knoten im Schilddrüsengewebe bilden. Sie gehört zu den häufigsten Schilddrüsenerkrankungen weltweit. Grundsätzlich wird zwischen einer uninodulären Struma (ein einzelner Knoten) und einer multinodulären Struma (mehrere Knoten) unterschieden. Die Mehrzahl der Knoten ist gutartig; dennoch ist eine ärztliche Abklärung stets empfehlenswert.
Ursachen
Die Entstehung einer Struma nodosa ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen:
- Jodmangel: Ein unzureichender Jodgehalt in der Nahrung ist die weltweit häufigste Ursache für Schilddrüsenveränderungen. Die Schilddrüse vergrößert sich als Reaktion auf den Jodmangel und kann dabei Knoten ausbilden.
- Genetische Veranlagung: Eine familiäre Häufung von Schilddrüsenknoten wird beobachtet.
- Autoimmunerkrankungen: Erkrankungen wie die Hashimoto-Thyreoiditis oder der Morbus Basedow können mit Knotenbildung einhergehen.
- Alter und Geschlecht: Frauen und ältere Menschen sind häufiger betroffen.
- Strahlenexposition: Eine frühere Bestrahlung des Hals- und Brustbereichs erhöht das Risiko für Schilddrüsenknoten.
Symptome
Viele Betroffene mit einer Struma nodosa bemerken zunächst keine Beschwerden. Im Verlauf können jedoch folgende Symptome auftreten:
- Sichtbare oder tastbare Vergrößerung am Hals
- Druckgefühl oder Engegefühl im Halsbereich
- Schluckbeschwerden oder Schlucken erschwert
- Heiserkeit oder Veränderungen der Stimme
- Atemnot bei sehr großen Strümen (insbesondere bei retrosternalem Wachstum)
- Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), wenn Knoten eigenständig Schilddrüsenhormone produzieren (sog. autonome Adenome)
Diagnose
Die Diagnose einer Struma nodosa erfolgt durch verschiedene Untersuchungsmethoden:
- Körperliche Untersuchung: Abtasten der Schilddrüse durch den Arzt.
- Ultraschall (Sonographie): Die wichtigste bildgebende Methode zur Beurteilung von Größe, Anzahl und Struktur der Knoten.
- Blutuntersuchung: Bestimmung der Schilddrüsenhormone (T3, T4) und des TSH-Wertes (Thyreoidea-stimulierendes Hormon).
- Szintigraphie: Nuklearmedizinische Untersuchung zur Beurteilung der Stoffwechselaktivität der Knoten (heiße vs. kalte Knoten).
- Feinnadelpunktion (FNP): Entnahme von Zellmaterial aus dem Knoten zur Untersuchung auf bösartige Veränderungen.
Behandlung
Die Behandlung der Struma nodosa richtet sich nach der Ursache, der Größe der Knoten und dem Vorliegen von Beschwerden:
Konservative Therapie
- Jodsubstitution und/oder Levothyroxin: Bei jodmangelbedingter Struma kann die Gabe von Jod allein oder in Kombination mit dem Schilddrüsenhormon Levothyroxin eine Verkleinerung bewirken.
- Beobachtendes Abwarten: Bei kleinen, asymptomatischen Knoten ohne Hinweis auf Bösartigkeit kann eine regelmäßige Kontrolle ausreichend sein.
Interventionelle und operative Therapie
- Radioiodtherapie: Eingesetzte bei autonomen Adenomen oder Hyperthyreose; führt zu einer Verkleinerung der Schilddrüse.
- Thermoablation (z.B. Laserablation, Radiofrequenzablation): Minimalinvasive Verfahren zur Verkleinerung von Knoten.
- Operation (Thyreoidektomie/Hemithyreoidektomie): Bei Verdacht auf Bösartigkeit, stark vergrößerten Strümen mit Begleitbeschwerden oder auf Wunsch des Patienten.
Prognose
Die Prognose der Struma nodosa ist bei gutartigen Knoten gut. Regelmäßige Kontrollen sind wichtig, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Nur ein kleiner Anteil der Schilddrüsenknoten (etwa 5–10 %) ist bösartig. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung verbessern die Langzeitprognose erheblich.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE): Leitlinie zur Behandlung von Schilddrüsenknoten, 2022.
- Paschke R. et al.: Schilddrüsenkrankheiten – Diagnose und Therapie. Springer Medizin Verlag, 2020.
- Haugen BR et al.: 2015 American Thyroid Association Management Guidelines for Adult Patients with Thyroid Nodules and Differentiated Thyroid Cancer. Thyroid. 2016;26(1):1–133.
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