Subchondrale Sklerose: Ursachen, Symptome & Therapie
Die subchondrale Sklerose ist eine Verdichtung des Knochens unterhalb des Gelenkknorpels und ein typisches Zeichen der Arthrose. Sie entsteht als Reaktion auf erhöhten mechanischen Druck im Gelenk.
Wissenswertes über "Subchondrale Sklerose"
Die subchondrale Sklerose ist eine Verdichtung des Knochens unterhalb des Gelenkknorpels und ein typisches Zeichen der Arthrose. Sie entsteht als Reaktion auf erhöhten mechanischen Druck im Gelenk.
Was ist subchondrale Sklerose?
Die subchondrale Sklerose bezeichnet eine krankhafte Verdichtung (Sklerosierung) des Knochengewebes direkt unterhalb des Gelenkknorpels. Der Begriff setzt sich aus dem lateinischen sub (unterhalb) und chondros (Knorpel) sowie dem griechischen skleros (hart) zusammen. Diese Veränderung ist ein charakteristisches radiologisches Zeichen der Osteoarthrose (Gelenkverschleiß) und tritt häufig an Knie-, Hüft-, Wirbelsäulen- und Schultergelenken auf.
Ursachen
Die subchondrale Sklerose entsteht, wenn der schützende Gelenkknorpel dünner wird oder sich abbaut. Der darunter liegende Knochen wird dann stärker belastet und reagiert mit einer Verdichtung des Knochengewebes. Häufige Ursachen sind:
- Primäre Arthrose: Altersbedingte Abnutzung des Gelenkknorpels
- Sekundäre Arthrose: Folge von Verletzungen, Fehlstellungen oder Entzündungserkrankungen wie rheumatoider Arthritis
- Chronische Überlastung: Zum Beispiel durch Übergewicht oder einseitige körperliche Belastung
- Stoffwechselerkrankungen: Z. B. Gicht oder Diabetes mellitus, die den Knorpelstoffwechsel beeinträchtigen
- Genetische Faktoren: Familiäre Veranlagung zu Gelenkerkrankungen
Symptome
Die subchondrale Sklerose selbst verursacht keine direkten Beschwerden, ist jedoch eng mit den Symptomen der zugrundeliegenden Arthrose verbunden. Typische Beschwerden sind:
- Gelenk- und Knochenschmerzen, besonders bei Belastung
- Morgensteifigkeit und eingeschränkte Beweglichkeit des betroffenen Gelenks
- Schmerzen nach längerer körperlicher Aktivität
- Knirschen oder Reiben im Gelenk (Krepitation)
- Schwellung und Wärme im Gelenk bei zusätzlicher Entzündung
Diagnose
Die Diagnose einer subchondralen Sklerose erfolgt in der Regel durch bildgebende Verfahren:
- Röntgenaufnahme: Die einfachste und häufigste Methode. Die Sklerose zeigt sich als erhöhte Knochendichte (helle Zone) unterhalb des Knorpels. Zusätzlich sind oft Gelenkspaltverschmälerung und Osteophyten (Knochenanbauten) sichtbar.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Ermöglicht eine detaillierte Beurteilung des Knorpels, des subchondralen Knochens und der umliegenden Weichteile. Besonders geeignet zur Früherkennung.
- Computertomographie (CT): Liefert präzise dreidimensionale Aufnahmen der Knochenstruktur, wird bei komplexen Fällen eingesetzt.
Zusätzlich werden Blutuntersuchungen durchgeführt, um entzündliche oder stoffwechselbedingte Ursachen auszuschließen.
Behandlung
Eine kausale Therapie, die die subchondrale Sklerose rückgängig macht, existiert derzeit nicht. Die Behandlung zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, die Gelenkfunktion zu erhalten und das Fortschreiten der Arthrose zu verlangsamen.
Konservative Therapie
- Physiotherapie und Bewegungstherapie: Kräftigung der gelenkstützenden Muskulatur, Verbesserung der Beweglichkeit und Koordination
- Schmerzmedikamente: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung
- Gelenkinjektionen: Kortikosteroide oder Hyaluronsäure können direkt in das Gelenk injiziert werden
- Gewichtsreduktion: Verringert die mechanische Belastung der Gelenke erheblich
- Orthopädische Hilfsmittel: Einlagen, Orthesen oder Gehstöcke zur Entlastung des Gelenks
Operative Therapie
- Arthroskopie: Minimalinvasiver Eingriff zur Gelenkspülung oder Knorpelglättung
- Umstellungsosteotomie: Korrektur von Achsfehlstellungen zur gleichmäßigeren Druckverteilung im Gelenk
- Endoprothetik: Beim vollständigen Gelenkverschleiß wird das Gelenk durch eine Künstliche Prothese ersetzt (z. B. Knie-TEP oder Hüft-TEP)
Prognose und Verlauf
Die subchondrale Sklerose ist ein Zeichen eines fortgeschrittenen oder fortschreitenden Gelenkschadens. Ohne Behandlung und Änderung belastender Faktoren kann sie sich verschlimmern und zu einem vollständigen Gelenkverschleiß führen. Mit einer konsequenten Therapie lässt sich das Fortschreiten jedoch deutlich verlangsamen und die Lebensqualität erhalten.
Quellen
- Longo DL et al. - Harrison's Principles of Internal Medicine, 20th Edition. McGraw-Hill Education, 2018.
- Brandt KD, Dieppe P, Radin EL. - Etiopathogenesis of osteoarthritis. Medical Clinics of North America, 93(1):1-24, 2009. PubMed PMID: 19059018.
- Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) - Leitlinie Gonarthrose. AWMF-Registernummer 033-004, 2018.
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