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Surfactantmangel bezeichnet das unzureichende Vorhandensein von Surfactant in der Lunge, was vor allem bei Frühgeborenen zu schwerem Atemversagen führen kann.
Surfactantmangel bezeichnet das unzureichende Vorhandensein von Surfactant in der Lunge, was vor allem bei Frühgeborenen zu schwerem Atemversagen führen kann.
Surfactantmangel bezeichnet den Zustand, bei dem die Lunge nicht genügend Surfactant produziert. Surfactant ist ein lebenswichtiges Gemisch aus Fetten (Lipiden) und Proteinen, das die innere Oberfläche der Lungenbläschen (Älveolen) auskleidet. Es verhindert, dass die Älveolen beim Ausatmen kollabieren, indem es die Oberflächenspannung herabsetzt. Ein Mangel an diesem Stoff führt dazu, dass die Lungenbläschen zusammenfallen und die Atmung erheblich erschwert wird.
Die häufigste Ursache für Surfactantmangel ist die Unreife der Lunge bei Frühgeborenen. Die Typ-II-Pneumozyten, also die spezialisierten Lungenzellen, die Surfactant produzieren, sind vor der 35. Schwangerschaftswoche noch nicht vollständig ausgereift.
Die Symptome eines Surfactantmangels zeigen sich unmittelbar nach der Geburt oder innerhalb weniger Stunden. Das klinische Bild wird als Atemnotsyndrom des Neugeborenen (ANS, englisch: Respiratory Distress Syndrome, RDS) bezeichnet.
Die Diagnose wird klinisch und durch bildgebende Verfahren gestellt:
Die Behandlung des Surfactantmangels erfolgt intensivmedizinisch und umfasst mehrere Säulen:
Die wirksamste Behandlung ist die direkte Gabe von exogenem Surfactant-Präparat über einen Tubus in die Lunge (intratracheal). Es werden natürliche Surfactantpräparate aus Tierlungen (z. B. Rinder- oder Schweinelunge) eingesetzt. Die Gabe kann prophylaktisch direkt nach der Geburt oder therapeutisch bei bereits eingetretenem Atemnotsyndrom erfolgen.
Wenn eine Frühgeburt droht, erhalten schwangere Frauen Kortikosteroide (z. B. Betamethason), die die Lungenreifung des ungeborenen Kindes beschleunigen und die Schwere eines Surfactantmangels deutlich reduzieren können.
Dank moderner neonatologischer Intensivmedizin und der Surfactant-Ersatztherapie hat sich die Prognose von Frühgeborenen mit Surfactantmangel erheblich verbessert. Die Sterblichkeitsrate ist in den letzten Jahrzehnten deutlich gesunken. Langzeitfolgen wie chronische Lungenerkrankungen (bronchopulmonale Dysplasie) oder neurologische Beeinträchtigungen sind jedoch möglich, insbesondere bei sehr früh geborenen Kindern.
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