Surimi: Was ist das? Herstellung & Nährwerte
Surimi ist ein verarbeitetes Fischprodukt aus fein zermahlenen Fischmuskeln, das häufig zur Herstellung von Krebsfleischimitaten verwendet wird.
Wissenswertes über "Surimi"
Surimi ist ein verarbeitetes Fischprodukt aus fein zermahlenen Fischmuskeln, das häufig zur Herstellung von Krebsfleischimitaten verwendet wird.
Was ist Surimi?
Surimi (japanisch für „zermahlener Fisch“) ist ein stark verarbeitetes Lebensmittelprodukt, das aus den Muskelproteinen von weißfleischigen Meeresfischen hergestellt wird. Es dient als Grundlage für zahlreiche Fischimitatprodukte, insbesondere sogenannte Krebsfleischstäbchen (auch bekannt als Surimi-Stäbchen oder Crab Sticks), die in Europa und weltweit weit verbreitet sind.
Herstellung
Bei der Surimi-Herstellung wird frisches Fischfilet – meist von Fischarten wie Alaska-Seelachs (Theragra chalcogramma), Blauer Wittling oder anderen weißfleischigen Fischen – maschinell von Haut und Gräten befreit, mehrfach mit Wasser gewaschen und anschließend fein gemahlen. Dieser Waschprozess entfernt Fette, Blut und wasserlösliche Proteine, sodass ein nahezu geschmacksneutrales, helles Fischpuree entsteht.
Anschließend werden folgende Zutaten zugesetzt:
- Kryoprotektoren (z. B. Sorbit, Zucker, Phosphate), um das Produkt beim Einfrieren stabil zu halten
- Stärke (z. B. Weizen- oder Kartoffelstärke) zur Texturgebung
- Eißweiß oder Pflanzenöle als Bindemittel
- Aromen, Farbstoffe (oft Paprikaextrakt für die typisch rote Farbe) und Salz
Nährwertprofil
Surimi-Produkte haben ein verändertes Nährwertprofil im Vergleich zu frischem Fisch:
- Protein: ca. 7–15 g pro 100 g (geringer als bei frischem Fisch)
- Fett: gering (1–3 g pro 100 g)
- Kohlenhydrate: erhöht (durch zugesetzte Stärke und Zucker, ca. 6–12 g pro 100 g)
- Omega-3-Fettsäuren: durch den Waschprozess stark reduziert
- Jod und Selen: noch in geringen Mengen enthalten
- Cholesterin: niedrig
Gesundheitliche Aspekte
Vorteile
Surimi ist fettarm und kalorienarm, was es für eine kalorienärmere Ernährung interessant macht. Es liefert Protein und ist in der Regel leicht verdaulich.
Nachteile und Risiken
- Hoher Natriumgehalt: Surimi-Produkte enthalten oft viel Salz, was bei Bluthochdruck problematisch sein kann.
- Zusatzstoffe: Farbstoffe, Aromen und Konservierungsstoffe können für empfindliche Personen unverträglich sein.
- Allergene: Surimi enthält Fisch (Hauptallergen), oft auch Weizen (Gluten), Ei und gelegentlich Krebstiere als Aromastoff – wichtige Hinweise für Allergiker.
- Geringer Nährwert im Vergleich zu frischem Fisch: Der Waschprozess entfernt wertvolle Omega-3-Fettsäuren und fettlösliche Nährstoffe.
- Nachhaltigkeit: Die intensive industrielle Verarbeitung und der Massenfänge der verwendeten Fischarten werfen ökologische Fragen auf.
Kennzeichnung und Lebensmittelrecht
In der Europäischen Union müssen Surimi-Produkte gemäß der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV, Verordnung (EU) Nr. 1169/2011) klar gekennzeichnet sein. Die Bezeichnung „Surimi“ muss auf der Verpackung erscheinen, und alle enthaltenen Allergene müssen hervorgehoben werden. Produkte dürfen nicht als echtes Krebsfleisch beworben werden.
Verwendung in der Küche
Surimi-Produkte werden häufig in folgenden Gerichten verwendet:
- Sushi-Rollen (z. B. California Roll)
- Meeresfruchtsalate
- Pasta-Gerichte
- Sandwiches und Wraps
- Als Snack
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Lebensmittelkunde Fisch und Fischerzeugnisse, www.dge.de
- Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Information der Verbraucher über Lebensmittel (LMIV).
- Park, J.W. (Hrsg.): Surimi and Surimi Seafood. 3. Auflage. CRC Press, 2014.
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