Symphysen-Fundus-Abstand: Bedeutung in der Schwangerschaft
Der Symphysen-Fundus-Abstand ist ein Messwert in der Schwangerschaft, der das Wachstum des Ungeborenen und die Größe der Gebärmutter beurteilt.
Wissenswertes über "Symphysen-Fundus-Abstand"
Der Symphysen-Fundus-Abstand ist ein Messwert in der Schwangerschaft, der das Wachstum des Ungeborenen und die Größe der Gebärmutter beurteilt.
Was ist der Symphysen-Fundus-Abstand?
Der Symphysen-Fundus-Abstand (SFA) ist eine klinische Messung, die während der Schwangerschaft routinemäßig durchgeführt wird. Dabei wird der Abstand zwischen der Symphysis pubica (dem Schambein) und dem Fundus uteri (dem oberen Pol der Gebärmutter) in Zentimetern gemessen. Diese Messung liefert wichtige Hinweise auf das Wachstum des Kindes und die Entwicklung der Schwangerschaft.
Wie wird die Messung durchgeführt?
Die Messung des Symphysen-Fundus-Abstands erfolgt durch die Hebamme oder den Arzt bzw. die Ärztin bei der Vorsorgeuntersuchung. Die schwangere Person liegt dabei auf dem Rücken. Mit einem einfachen Zentimetermaß wird der Abstand vom oberen Rand des Schambeins bis zum höchsten Punkt der Gebärmutter gemessen.
- Die Messung ist schmerzfrei und nicht invasiv.
- Sie wird ab der etwa 20. Schwangerschaftswoche (SSW) regelmäßig durchgeführt.
- Als Faustregel gilt: Der SFA in Zentimetern entspricht näherungsweise der Schwangerschaftswoche.
Normwerte und Interpretation
Als Richtwert gilt, dass der Symphysen-Fundus-Abstand ab der 20. SSW etwa der jeweiligen Schwangerschaftswoche entspricht – mit einer Toleranz von ±2 bis 3 Zentimetern. So sollte der SFA beispielsweise in der 28. SSW etwa 26 bis 30 cm betragen.
Erhöhter SFA
Ein größerer SFA als erwartet kann auf folgende Zustände hinweisen:
- Makrosomie: Das Kind ist größer oder schwerer als für die Schwangerschaftswoche erwartet.
- Polyhydramnion: Übermäßig viel Fruchtwasser.
- Mehrlingsschwangerschaft: Zwei oder mehr Kinder.
- Fehllage des Kindes, z. B. Querlage.
Verminderter SFA
Ein kleinerer SFA als erwartet kann auf folgende Zustände hinweisen:
- Intrauterine Wachstumsrestriktion (IUGR): Das Kind wächst langsamer als erwartet.
- Oligohydramnion: Zu wenig Fruchtwasser.
- Tiefer Stand des kindlichen Kopfes im Becken.
Klinische Bedeutung
Der Symphysen-Fundus-Abstand ist ein einfaches, kostengünstiges und schnell durchführbares Screening-Instrument in der Schwangerenvorsorge. Auffällige Messwerte sind kein Grund zur Panik, sondern ein Anlass für weitere Untersuchungen, insbesondere eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie), um die Situation genauer zu beurteilen. Die Methode hat jedoch Einschränkungen: Sie kann durch den Body-Mass-Index (BMI) der Mutter, die Lage des Kindes oder die Erfahrung der messenden Person beeinflusst werden.
Abgrenzung zur Ultraschalluntersuchung
Während der SFA eine schnelle klinische Einschätzung ermöglicht, liefert die Sonographie deutlich genauere Informationen über das kindliche Wachstum, die Fruchtwassermenge und die Lage der Plazenta. Beide Methoden ergänzen sich in der Schwangerenvorsorge.
Quellen
- Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): Mutterschafts-Richtlinien. Richtlinien über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung. www.g-ba.de (abgerufen 2024).
- Leitlinienprogramm der DGGG, OEGGG und SGGG: S3-Leitlinie Betreuung von gesunden Schwangeren. AWMF-Registernummer 015-083 (2020).
- Cunningham FG et al.: Williams Obstetrics. 25. Auflage. McGraw-Hill Education, 2018.
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