Mumps Symptome bei Erwachsenen | Anzeichen & Verlauf
Mumps bei Erwachsenen verursacht Ohrspeicheldrüsenentzündung, Fieber und Schmerzen. Die Symptome sind oft schwerer als bei Kindern. Jetzt informieren!
Wissenswertes über "Symptome mumps erwachsene"
Mumps bei Erwachsenen verursacht Ohrspeicheldrüsenentzündung, Fieber und Schmerzen. Die Symptome sind oft schwerer als bei Kindern. Jetzt informieren!
Mumps bei Erwachsenen – Überblick
Mumps ist eine ansteckende Viruserkrankung, die durch das Mumpsvirus (ein Paramyxovirus) ausgelöst wird. Während Mumps früher vor allem als Kinderkrankheit bekannt war, können auch Erwachsene erkranken – besonders wenn kein ausreichender Impfschutz besteht. Bei Erwachsenen verläuft die Erkrankung häufig schwerer als bei Kindern und birgt ein höheres Risiko für Komplikationen.
Ursachen und Übertragung
Das Mumpsvirus wird über Tröpfcheninfektion übertragen, zum Beispiel durch Husten, Niesen oder engen Kontakt mit infizierten Personen. Auch der direkte Kontakt mit kontaminiertem Speichel kann zur Ansteckung führen. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 16 bis 18 Tage (zwischen 12 und 25 Tagen möglich). Erkrankte Personen sind bereits etwa 7 Tage vor und bis zu 9 Tage nach dem Auftreten der Symptome ansteckend.
Symptome bei Erwachsenen
Die Symptome von Mumps können bei Erwachsenen variieren. In einigen Fällen verläuft die Infektion ohne oder mit nur sehr milden Beschwerden. Typisch sind jedoch folgende Zeichen:
Frühzeichen (Prodromalstadium)
- Allgemeines Unwohlsein und Müdigkeit
- Fieber (oft bis 39 °C oder höher)
- Kopfschmerzen
- Muskelschmerzen (Myalgien)
- Appetitlosigkeit
Hauptsymptome
- Schwellung der Ohrspeicheldrüsen (Parotitis) – meist beidseitig, kann aber auch einseitig auftreten. Die Schwellung ist druckschmerzhaft und führt zu einem charakteristisch aufgedunsenen Gesicht.
- Schmerzen beim Kauen und Schlucken
- Schmerzen im Bereich der Ohren
- Mundtrockenheit durch verminderten Speichelfluss
- Eventuell Schwellung weiterer Speicheldrüsen (z. B. Unterkiefer- oder Unterzungendrüse)
Besonderheiten und Komplikationen bei Erwachsenen
Erwachsene haben im Vergleich zu Kindern ein deutlich höheres Risiko für schwerwiegende Komplikationen:
- Orchitis (Hodenentzündung): Tritt bei etwa 20–30 % der erwachsenen männlichen Patienten auf. Sie äußert sich durch starke Schmerzen und Schwellung eines oder beider Hoden und kann in seltenen Fällen zu einer Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit führen.
- Oophoritis (Eierstockentzündung): Kann bei Frauen auftreten und mit Unterleibsschmerzen verbunden sein.
- Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung): Mit Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit und Erbrechen.
- Meningitis (Hirnhautentzündung): Tritt in etwa 1–10 % der Fälle auf, meist mit Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit und Lichtscheu.
- Enzephalitis (Gehirnentzündung): Seltene, aber schwerwiegende Komplikation.
- Taubheit: Sehr selten, aber möglich als Folge einer Innenohrschädigung.
Diagnose
Die Diagnose wird häufig klinisch gestellt, d. h. anhand des typischen Krankheitsbildes. Zur Bestätigung können folgende Untersuchungen eingesetzt werden:
- Labordiagnostik: Nachweis von Mumps-spezifischen Antikörpern (IgM und IgG) im Blut
- PCR-Test: Nachweis des Virus in Speichel, Urin oder Liquor (Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit)
- Blutbild: Häufig erhöhte Entzündungswerte
Behandlung
Eine spezifische antivirale Therapie gegen Mumps existiert nicht. Die Behandlung ist daher symptomatisch und unterstützend:
- Körperliche Schonung und ausreichend Ruhe
- Schmerzlindernde und fiebersenkende Medikamente (z. B. Ibuprofen oder Paracetamol)
- Kühlende Umschläge auf die geschwollenen Speicheldrüsen
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
- Weiche, leicht kaubare Kost
- Bei Orchitis: Bettruhe, Höherlagern des Hodensacks, Schmerztherapie
- Bei schweren Komplikationen: stationäre Behandlung im Krankenhaus
Prävention – Impfung
Die effektivste Maßnahme zur Vorbeugung von Mumps ist die Schutzimpfung. Die MMR-Impfung (Masern-Mumps-Röteln) wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen. Auch Erwachsene ohne ausreichenden Impfschutz sollten eine Impfung erwägen. Zwei Impfdosen bieten einen zuverlässigen Schutz.
Wann zum Arzt?
Erwachsene mit Verdacht auf Mumps sollten frühzeitig ärztlichen Rat suchen, insbesondere bei:
- Starkem Fieber über 39 °C
- Starken Kopfschmerzen oder Nackensteifigkeit
- Hodenschmerzen oder Schwellung
- Starken Bauchschmerzen
- Hörproblemen
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Steckbrief – Mumps. Verfügbar unter: https://www.rki.de (Stand 2024)
- World Health Organization (WHO): Mumps. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/mumps (Stand 2023)
- Herold, G. et al.: Innere Medizin 2023. Eigenverlag, Köln 2023.
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