Syndesmosenrekonstruktion: Eingriff & Nachbehandlung
Die Syndesmosenrekonstruktion ist ein chirurgischer Eingriff zur Wiederherstellung des Bandapparats zwischen Schien- und Wadenbein nach Verletzung.
Wissenswertes über "Syndesmosenrekonstruktion"
Die Syndesmosenrekonstruktion ist ein chirurgischer Eingriff zur Wiederherstellung des Bandapparats zwischen Schien- und Wadenbein nach Verletzung.
Was ist die Syndesmosenrekonstruktion?
Die Syndesmosenrekonstruktion ist ein operativer Eingriff zur Wiederherstellung der Syndesmose – der Bandverbindung zwischen Schien- und Wadenbein (Tibia und Fibula) im Bereich des oberen Sprunggelenks. Die Syndesmose gewährleistet die Stabilität und korrekte Ausrichtung des Sprunggelenks und ist für eine normale Belastung und Beweglichkeit des Fußes unentbehrlich. Bei schweren Außenbänderrissen oder Knöchelbruchverletzungen kann diese Verbindung stark geschädigt werden und muss operativ rekonstruiert werden.
Ursachen und Indikationen
Eine Rekonstruktion der Syndesmose ist notwendig, wenn die Bänder der Syndesmose so stark verletzt sind, dass sie nicht mehr ausreichend Stabilität bieten. Häufige Ursachen und Situationen, die einen solchen Eingriff erforderlich machen, sind:
- Schwere Sprunggelenksdistorsionen (Umknicktrauma mit Bandruptur)
- Bimalleoläre oder trimalleoläre Frakturen (Knöchelbruch mit Beteiligung der Syndesmose)
- Maisonneuve-Fraktur (hohe Wadenbeinfraktur mit Syndesmosenruptur)
- Chronische Syndesmoseninstabilität nach nicht ausgeheilten oder nicht erkannten Verletzungen
- Posttraumatische Sprunggelenksarthrose als Folge einer instabilen Syndesmose
Diagnose
Die Diagnose einer Syndesmosenläsion erfolgt klinisch und bildgebend:
- Körperliche Untersuchung: Spezielle Tests wie der Squeeze-Test oder der External-Rotation-Stress-Test geben Hinweise auf eine Instabilität.
- Röntgenaufnahmen: Beurteilung des Abstands zwischen Tibia und Fibula sowie der Gelenkspalten.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Detaillierte Darstellung der Bänder und Weichteile zur Beurteilung des Ausmaßes der Verletzung.
- Computertomographie (CT): Präzise Knochenbeurteilung, insbesondere bei komplexen Frakturen.
Behandlung: Operatives Vorgehen
Die Syndesmosenrekonstruktion kann mit verschiedenen Techniken durchgeführt werden, abhängig vom Ausmaß der Verletzung, der Aktualität (akut oder chronisch) und den individuellen Patientengegebenheiten:
Akute Rekonstruktion
Bei frischen Verletzungen wird häufig eine Stellschraubenosteosynthese (Syndesmosenlängsschrauben) eingesetzt, um die korrekte Weite des Sprunggelenks temporär zu sichern. Alternativ kommen Fadensysteme (Suture-Button-Systeme) wie das TightRope-System zum Einsatz, die eine dynamische Stabilisierung ermöglichen und eine frühzeitige Mobilisierung erlauben.
Chronische Rekonstruktion
Bei länger bestehender Instabilität ist oft eine aufwändigere Rekonstruktion erforderlich. Hierbei werden häufig Sehnentransplantate (z. B. aus der Plantarissehne oder Gracilissehne) oder Bandplastiken verwendet, um die zerstörten Bandstrukturen dauerhaft zu ersetzen.
Arthroskopische Unterstützung
In vielen Fällen wird der Eingriff arthroskopisch begleitet, um den Zustand des Gelenkknorpels zu beurteilen und zusätzliche intraartikulare Schäden zu behandeln.
Nachbehandlung und Rehabilitation
Die Nachbehandlung ist entscheidend für den Behandlungserfolg. Sie umfasst in der Regel:
- Ruhigstellung: Anfänglich werden Gipsschiene oder Orthese für mehrere Wochen getragen.
- Physiotherapie: Gezieltes Üben von Kraft, Koordination und Beweglichkeit des Sprunggelenks.
- Belastungsaufbau: Schrittweise Steigerung der Gehbelastung unter ärztlicher Kontrolle.
- Schraubenentfernung: Bei Verwendung von Stellschrauben erfolgt deren Entfernung in der Regel nach 8–12 Wochen.
- Sportliche Rehabilitation: Rückkehr zum Sport nach mehreren Monaten, abhängig vom Heilungsverlauf.
Risiken und Komplikationen
Wie bei jedem operativen Eingriff sind auch bei der Syndesmosenrekonstruktion Risiken möglich:
- Infektionen der Wunde oder des Gelenks
- Nerven- oder Gefäßverletzungen
- Implantatversagen oder -lockerung
- Fehlstellung (Malreduktion) der Syndesmose
- Sprunggelenksarthrose als Spätfolge
- Erneute Instabilität bei unzureichender Heilung
Quellen
- Schnetzke M, Vetter SY, Porschke F, Grutzner PA, Guehring T. Outcome of anatomic ligament repair and secondary procedures of the distal tibiofibular syndesmosis. J Orthop Surg Res. 2019;14(1):171.
- Schepers T. The syndesmotic screw and early weight bearing: a review of the literature. Foot Ankle Surg. 2011;17(1):3-6.
- Wikesjoe UME, Williams BH. Syndesmosis injuries of the ankle: diagnosis and treatment. Deutsches Ärzteblatt International. 2021;118:534-540.
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