Syndesmosenstellschraube – Operation & Nachbehandlung
Die Syndesmosenstellschraube ist eine chirurgische Schraube zur Stabilisierung der Sprunggelenksgabel nach Bandverletzungen der Syndesmose. Sie hält die Knochen in korrekter Position.
Wissenswertes über "Syndesmosenstellschraube"
Die Syndesmosenstellschraube ist eine chirurgische Schraube zur Stabilisierung der Sprunggelenksgabel nach Bandverletzungen der Syndesmose. Sie hält die Knochen in korrekter Position.
Was ist eine Syndesmosenstellschraube?
Die Syndesmosenstellschraube ist ein orthopädisch-chirurgisches Implantat, das bei Verletzungen der Syndesmose des oberen Sprunggelenks eingesetzt wird. Die Syndesmose ist die straffe Bandverbindung zwischen Schienbein (Tibia) und Wadenbein (Fibula) unmittelbar oberhalb des Sprunggelenks. Sie gewährleistet die stabile und korrekte Ausrichtung der sogenannten Sprunggelenksgabel, in der der Sprungbeinknochen (Talus) geführt wird.
Bei schweren Bandverletzungen oder bestimmten Knöchelbruchtypen (z. B. Weber-B- und Weber-C-Frakturen) kann diese Verbindung aufreissen und die Gelenkstabilität erheblich beeinträchtigen. Die Syndesmosenstellschraube wird operativ eingesetzt, um Tibia und Fibula wieder in die korrekte anatomische Position zu bringen und dort zu fixieren.
Indikationen
Eine Syndesmosenstellschraube wird bei folgenden Verletzungen und Zuständen eingesetzt:
- Syndesmosenverletzungen (partielle oder vollständige Ruptur der Syndesmosebänder)
- Sprunggelenksfrakturen mit Instabilität der Syndesmose (insbesondere Weber-B- und Weber-C-Frakturen)
- Maisonneuve-Fraktur (hohe Wadenbeinfraktur mit Syndesmosenbeteiligung)
- Chronische Syndesmoseninstabilität nach vorausgegangenen Verletzungen
Operationstechnik
Der Eingriff erfolgt in der Regel unter Voll- oder Regionalnärkose. Der Operateur bringt zunächst Fibula und Tibia in die korrekte anatomische Stellung. Anschließend wird die Stellschraube durch das Wadenbein und in das Schienbein eingebracht, typischerweise etwa 2 bis 3 cm oberhalb der Gelenkfläche. Die Schraube verläuft dabei nicht in das Gelenk selbst, sondern fixiert die beiden Knochen außerhalb des Gelenkspalts.
Schraubentypen
Es werden verschiedene Schraubentypen verwendet:
- Kortikalisschraube (4,5 mm): Klassische starre Schraube aus Metall (Titan oder Stahl)
- Bioabsorbierbare Schrauben: Lösen sich nach einigen Monaten selbst auf und müssen nicht entfernt werden
- Flexible Implantate (z. B. Tight-Rope-System): Modernere Alternativen, die eine gewisse physiologische Beweglichkeit erhalten
Nachbehandlung und Heilungsverlauf
Nach der Operation ist eine gezielte Nachbehandlung entscheidend für den Heilungserfolg:
- Ruhigstellung: Das Sprunggelenk wird in der Regel für etwa 6 Wochen im Unterschenkelgips oder einer Orthese ruhiggestellt.
- Entlastung: Während der ersten Wochen darf das Bein meist nicht oder nur teilweise belastet werden.
- Schraubenentfernung: Bei Verwendung einer starren Metallschraube wird diese häufig nach 8 bis 12 Wochen in einem zweiten operativen Eingriff entfernt, da die Schraube bei zu langer Liegedauer brechen oder die natürliche Beweglichkeit einschränken kann.
- Physiotherapie: Im Anschluss an die Ruhigstellungsphase ist eine intensive physiotherapeutische Behandlung notwendig, um die Gelenkbeweglichkeit, Muskelkraft und Propriozeption (Gleichgewichtssinn) wiederherzustellen.
Mögliche Komplikationen
Wie bei jedem operativen Eingriff können auch bei der Versorgung mit einer Syndesmosenstellschraube Komplikationen auftreten:
- Schraubenbruch bei vorzeitiger Belastung
- Fehlpositionierung mit anhaltender Gelenkinstabilität
- Infektionen oder Wundheilungsstörungen
- Dauerhaftige Bewegungseinschränkung des Sprunggelenks
- Posttraumatische Arthrose
Prognose
Bei korrekter Versorgung und konsequenter Nachbehandlung ist die Prognose nach Syndesmosenverletzungen gut. Die meisten Patientinnen und Patienten können nach einigen Monaten wieder sportlich aktiv sein. Eine frühzeitige und exakte chirurgische Reposition der Gelenkgabel ist jedoch entscheidend, um Langzeitfolgen wie eine Sprunggelenksarthrose zu vermeiden.
Quellen
- Rammelt S, Zwipp H. "Verletzungen der Sprunggelenkregion." In: Wirth CJ, Mutschler W (Hrsg.): Praxis der Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag, Stuttgart, 2013.
- Sman AD, Hiller CE, Refshauge KM. Diagnostic accuracy of clinical tests for diagnosis of ankle syndesmosis injury: systematic review. British Journal of Sports Medicine. 2013;47(10):620-628.
- Schepers T. The syndesmotic screw and its removal: a review. Strategies in Trauma and Limb Reconstruction. 2011;6(3):115-121.
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