Synovektomie: Eingriff, Methoden & Nachsorge
Die Synovektomie ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem die entzündete Gelenkinnenhaut (Synovialis) entfernt wird. Sie wird vor allem bei rheumatoider Arthritis eingesetzt.
Wissenswertes über "Synovektomie"
Die Synovektomie ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem die entzündete Gelenkinnenhaut (Synovialis) entfernt wird. Sie wird vor allem bei rheumatoider Arthritis eingesetzt.
Was ist eine Synovektomie?
Die Synovektomie ist ein operativer Eingriff, bei dem die krankhaft veränderte Gelenkinnenhaut – die sogenannte Synovialis oder Synovialmembran – ganz oder teilweise entfernt wird. Die Synovialis ist eine dünne Gewebeschicht, die das Innere von Gelenken auskleidet und normalerweise die Gelenkflüssigkeit (Synovia) produziert. Bei bestimmten Erkrankungen, vor allem bei entzündlichen Gelenkerkrankungen, kann diese Membran sich krankhaft verändern, verdicken und dauerhaft Entzündungen verursachen, die Knorpel und Knochen schädigen.
Wann wird eine Synovektomie durchgeführt?
Die Synovektomie wird eingesetzt, wenn konservative Behandlungen wie Medikamente oder Physiotherapie keine ausreichende Wirkung zeigen. Typische Indikationen sind:
- Rheumatoide Arthritis: Die häufigste Indikation. Die entzündete Synovialis wird entfernt, um Gelenkzerstörung zu verhindern.
- Psoriasis-Arthritis: Entzündliche Gelenkerkrankung im Zusammenhang mit Schuppenflechte.
- Pigmentierte villonöduläre Synovitis (PVNS): Eine seltene, tumorartige Erkrankung der Gelenkinnenhaut.
- Synoviale Chondromatose: Bildung von Knorpelkörperchen in der Gelenkinnenhaut.
- Hämophile Arthropathie: Gelenkschäden durch wiederholte Einblutungen bei Hämophilie.
- Chronische Gelenkentzündungen anderer Ursache, die auf medikamentöse Therapie nicht ansprechen.
Methoden der Synovektomie
Es gibt verschiedene Verfahren, je nach Ausmaß der Erkrankung, dem betroffenen Gelenk und dem Gesundheitszustand des Patienten:
Arthroskopische Synovektomie
Bei dieser minimal-invasiven Methode werden kleine Schnitte am Gelenk gesetzt und ein dünnes Endoskop (Arthroskop) sowie spezielle Instrumente eingesetzt, um die Synovialis zu entfernen. Diese Methode ist schonend, bietet kürzere Erholungszeiten und wird häufig bevorzugt.
Offene Synovektomie
Bei der offenen Synovektomie wird das Gelenk durch einen größeren chirurgischen Schnitt geöffnet. Sie wird angewendet, wenn die Erkrankung weit fortgeschritten ist oder eine vollständigere Entfernung des Gewebes erforderlich ist.
Radiosynoviorthese (RSO)
Diese nicht-chirurgische Alternative nutzt radioaktive Substanzen (z. B. Yttrium-90), die direkt in das Gelenk injiziert werden und die entzündete Synovialis von innen zerstören. Sie gilt als minimal-invasives Verfahren und wird häufig bei kleineren Gelenken oder als Alternative zur Operation eingesetzt.
Ablauf des Eingriffs
Je nach Methode und betroffenem Gelenk erfolgt der Eingriff unter Vollnarkose oder Regionalanästhesie. Bei der arthroskopischen Methode werden in der Regel 2–3 kleine Schnitte gesetzt. Das entzündete Gewebe wird unter direkter Sicht entfernt. Nach dem Eingriff wird das Gelenk gespült und die Wunden verschlossen. Ein Verband oder eine Schiene wird angelegt.
Nachsorge und Rehabilitation
Die Nachbehandlung ist entscheidend für den Behandlungserfolg. Sie umfasst in der Regel:
- Physiotherapie zur Wiederherstellung von Beweglichkeit und Muskelkraft
- Schmerztherapie in den ersten Tagen nach dem Eingriff
- Kühlung und Hochlagerung des betroffenen Gelenks zur Schwell-ungs- und Schmerzreduktion
- Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim behandelnden Arzt
- Fortführung der medikamentösen Basistherapie (z. B. Biologika oder DMARDs bei rheumatoider Arthritis)
Die vollständige Erholung kann je nach Methode und Gelenk mehrere Wochen bis Monate dauern.
Chancen und Risiken
Die Synovektomie kann Schmerzen deutlich lindern, die Gelenkfunktion verbessern und das Fortschreiten der Gelenkzerstörung verlangsamen. Wie jeder operative Eingriff birgt sie jedoch gewisse Risiken:
- Infektionen im Operationsbereich
- Nachblutungen oder Hämatome
- Nerven- oder Gefäßverletzungen
- Gelenkersteifung (Arthrofibrose)
- Rückbildung der Synovialis (Rezidiv) mit erneuter Entzündung
- Allgemeine Narkoserisiken
Das Risiko eines Rezidivs – also des Wiederauftretens der entzündeten Synovialis – besteht bei allen Methoden und hängt stark von der Grunderkrankung und der weiteren Behandlung ab.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU): Leitlinien zur Behandlung entzündlicher Gelenkerkrankungen. www.dgou.de
- Vanhoof J, Declerck K, Geusens P. Prevalence of rheumatic diseases in a rheumatological outpatient practice. Ann Rheum Dis. 2002; relevante Kapitel zur Synovektomie.
- Trieb K. Treatment of the wrist in rheumatoid arthritis. J Hand Surg Am. 2008;33(1):113-123. doi:10.1016/j.jhsa.2007.10.009
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