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Synovialmembran: Funktion, Erkrankungen & Behandlung

Die Synovialmembran ist die innere Auskleidung von Gelenkhöhlen. Sie produziert Gelenkflüssigkeit und ernährt den Knorpel.

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Wissenswertes über "Synovialmembran"

Die Synovialmembran ist die innere Auskleidung von Gelenkhöhlen. Sie produziert Gelenkflüssigkeit und ernährt den Knorpel.

Was ist die Synovialmembran?

Die Synovialmembran (auch Synovialis oder Synovialhaut genannt) ist eine spezialisierte Gewebeschicht, die die Innenseite von Gelenkkapiteln, Sehnenscheiden und Schleimbeuteln auskleidet. Sie gehört zu den wichtigsten Strukturen des Bewegungsapparates und spielt eine zentrale Rolle für die Funktion und Gesundheit der Gelenke.

Die Synovialmembran besteht aus zwei Schichten: einer oberflächlichen Zellschicht, der sogenannten Intima, und einer darunter liegenden Bindegewebsschicht, der Subintima. Die Intima enthält spezialisierte Zellen, die als Synoviozyten bezeichnet werden. Man unterscheidet zwei Typen: Typ-A-Synoviozyten (makrophagenähnliche Zellen, zuständig für die Immunabwehr) und Typ-B-Synoviozyten (fibroblastenähnliche Zellen, zuständig für die Produktion der Gelenkflüssigkeit).

Funktionen der Synovialmembran

Die Synovialmembran erfüllt im Gelenk mehrere lebenswichtige Aufgaben:

  • Produktion der Synovialflüssigkeit: Die Typ-B-Synoviozyten produzieren die sogenannte Synovia (Gelenkschmiere). Diese zähflüssige Flüssigkeit schmiert die Gelenkflächen, reduziert Reibung und ermöglicht reibungslose Bewegungen.
  • Ernährung des Gelenkknorpels: Da der Gelenkknorpel keine eigene Blutversorgung besitzt, erhält er Nährstoffe und Sauerstoff ausschließlich durch die Diffusion aus der Synovia.
  • Immunologische Schutzfunktion: Die Typ-A-Synoviozyten beseitigen Zellabfälle, Krankheitserreger und Fremdkörper aus dem Gelenkraum.
  • Regulation des Gelenkinnenmilieus: Die Synovialmembran kontrolliert die Zusammensetzung und das Volumen der Gelenkflüssigkeit und hält so ein stabiles Milieu im Gelenk aufrecht.

Erkrankungen der Synovialmembran

Die Synovialmembran kann durch verschiedene Erkrankungen geschädigt oder entzündet werden. Die häufigsten Erkrankungen sind:

Synovitis (Gelenkinnenhautentzündung)

Bei einer Synovitis entzündet sich die Synovialmembran, was zu Schwellung, Schmerzen, Wärmegefühl und Bewegungseinschränkungen führt. Eine übermäßige Produktion von Gelenkflüssigkeit führt zu einem sogenannten Gelenkerguss. Ursachen können Überlastung, Verletzungen, Infektionen oder Autoimmunerkrankungen sein.

Rheumatoide Arthritis

Die rheumatoide Arthritis ist eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem irrtümlich die Synovialmembran angreift. Es kommt zu einer dauerhaften Entzündung, Verdickung der Synovialmembran (sogenannter Pannus) und schließlich zur Zerstörung von Knorpel und Knochen.

Villonoduläre Synovitis (PVNS)

Die pigmentierte villonoduläre Synovitis ist eine seltene, gutartige Erkrankung, bei der die Synovialmembran unkontrolliert wächst und zur Bildung von wulstigen oder knotenförmigen Wucherungen führt. Sie tritt meist in großen Gelenken wie dem Knie auf.

Synovialsarkom

Das Synovialsarkom ist ein seltener bösartiger Tumor, der zwar seinen Namen von der Synovialmembran trägt, aber nicht zwingend aus ihr hervorgeht. Er tritt häufig in der Nähe großer Gelenke auf und betrifft vor allem junge Erwachsene.

Diagnose von Synovialmembran-Erkrankungen

Zur Beurteilung der Synovialmembran stehen verschiedene diagnostische Verfahren zur Verfügung:

  • Ultraschall: Ermöglicht eine schnelle und straßhlenfreie Beurteilung von Gelenkerguss und Synovialisverdickung.
  • MRT (Magnetresonanztomographie): Liefert detaillierte Bilder der Weichteilstrukturen, einschließlich der Synovialmembran.
  • Arthroskopie: Minimalinvasive Gelenkspiegelung, die eine direkte Sicht auf die Synovialmembran ermöglicht und gleichzeitig Gewebeproben (Biopsien) entnehmen kann.
  • Gelenkpunktion (Arthrozentese): Entnahme von Gelenkflüssigkeit zur Analyse auf Entzündungszeichen, Kristalle oder Krankheitserreger.
  • Blutuntersuchungen: Entzündungsmarker wie CRP, BSG sowie Autoantikörper (z. B. Rheumafaktor, Anti-CCP-Antikörper) können auf Systemerkrankungen hinweisen.

Behandlung von Synovialmembran-Erkrankungen

Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Grunderkrankung:

  • Medikamentöse Therapie: Entzündungshemmende Medikamente (NSAIDs), Kortison-Injektionen sowie bei rheumatoider Arthritis sogenannte DMARDs (krankheitsmodifizierende Antirheumatika) oder Biologika.
  • Physiotherapie: Gezielte Übungen zur Mobilisierung, Stärkung der gelenkumgebenden Muskulatur und Schmerzreduktion.
  • Synovektomie: Operative oder arthroskopische Entfernung der entzündeten oder veränderten Synovialmembran, eingesetzt bei therapieresistenten Fällen.
  • Radiosynoviorthese (RSO): Minimalinvasives Verfahren, bei dem radioaktive Substanzen in das Gelenk injiziert werden, um entzündetes Synovialgewebe zu zerstören.

Quellen

  1. Schiebler, T. H. & Korf, H. W. - Anatomie: Histologie, Entwicklungsgeschichte, makroskopische und mikroskopische Anatomie, Topographie. Steinkopff Verlag, 10. Auflage (2007).
  2. Firestein, G. S. et al. - Kelley & Firestein's Textbook of Rheumatology. Elsevier, 10th Edition (2017).
  3. Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) - Leitlinien zur Diagnostik und Therapie entzündlich-rheumatischer Erkrankungen. Verfügbar unter: https://www.dgrh.de (abgerufen 2024).
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