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Tachykardie – Ursachen, Symptome und Behandlung

Tachykardie bezeichnet einen beschleunigten Herzschlag mit mehr als 100 Schlägen pro Minute. Sie kann harmlos oder ein Zeichen einer ernsteren Erkrankung sein.

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Wissenswertes über "Tachykardie"

Tachykardie bezeichnet einen beschleunigten Herzschlag mit mehr als 100 Schlägen pro Minute. Sie kann harmlos oder ein Zeichen einer ernsteren Erkrankung sein.

Was ist eine Tachykardie?

Tachykardie (von griechisch tachys = schnell und kardia = Herz) bezeichnet einen Herzrhythmus, bei dem das Herz mehr als 100 Schläge pro Minute aufweist. Im Normalzustand liegt die Herzfrequenz eines Erwachsenen in Ruhe zwischen 60 und 100 Schlägen pro Minute. Eine Tachykardie kann vorübergehend und harmlos sein – etwa bei körperlicher Anstrengung, Aufregung oder Stress – oder auf eine zugrunde liegende Erkrankung hinweisen.

Arten der Tachykardie

Tachykardien werden je nach ihrem Ursprung im Herzen unterschieden:

  • Sinustachykardie: Der normale Herzschrittmacher (Sinusknoten) sendet schnellere Impulse, häufig als Reaktion auf äußere Reize wie Anstrengung, Fieber, Angst oder Medikamente.
  • Supraventrikuläre Tachykardie (SVT): Ursprung liegt in den Vorhöfen oder im AV-Knoten oberhalb der Herzkammern. Tritt oft plötzlich auf und endet ebenso abrupt.
  • Vorhofflimmern: Chaotische elektrische Aktivität in den Vorhöfen, die zu einem unregelmäßigen und häufig schnellen Herzschlag führt.
  • Vorhofflattern: Geordnete, aber sehr schnelle elektrische Kreisbewegung in den Vorhöfen.
  • Ventrikuläre Tachykardie (VT): Ursprung liegt in den Herzkammern. Kann lebensbedrohlich sein und erfordert sofortige medizinische Behandlung.
  • Kammerflimmern: Schwerste Form, bei der die Herzkammern unkontrolliert zittern und keine effektive Pumpleistung mehr erbringen – medizinischer Notfall.

Ursachen

Tachykardien können durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden:

  • Körperliche Anstrengung oder Sport
  • Stress, Angst oder emotionale Aufregung
  • Fieber oder Infektionen
  • Anämie (Blutarmut)
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
  • Herzerkrankungen (z. B. Herzinsuffizienz, Herzinfarkt, Kardiomyopathie)
  • Elektrolytstörungen (z. B. Kaliummangel)
  • Medikamente, Koffein, Alkohol oder Drogen
  • Dehydration (Flüssigkeitsmangel)
  • Schlafmangel oder Erschöpfung

Symptome

Nicht alle Tachykardien verursachen Beschwerden. Mögliche Symptome umfassen:

  • Herzrasen oder Herzstolpern (Palpitationen)
  • Schwindel oder Benommenheit
  • Kurzatmigkeit oder Atemnot
  • Brustschmerzen oder Brustenge
  • Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit (Synkope)
  • Schwäche und Müdigkeit
  • Angstgefühle

Bei anhaltenden oder schweren Symptomen wie Brustschmerzen, Bewusstlosigkeit oder starker Atemnot sollte umgehend der Notruf (112) verständigt werden.

Diagnose

Zur Diagnose einer Tachykardie stehen verschiedene Untersuchungen zur Verfügung:

  • Elektrokardiogramm (EKG): Aufzeichnung der elektrischen Herzaktivität – die wichtigste Untersuchung zur Erkennung und Klassifikation von Herzrhythmusstörungen.
  • Langzeit-EKG (Holter-EKG): Aufzeichnung des Herzrhythmus über 24–48 Stunden zur Erfassung von gelegentlich auftretenden Tachykardien.
  • Ereignis-Rekorder: Tragbares Gerät zur Aufzeichnung des EKGs bei Symptomauftreten über einen längeren Zeitraum.
  • Echokardiographie: Ultraschalluntersuchung des Herzens zur Beurteilung von Struktur und Funktion.
  • Blutuntersuchungen: Schilddrüsenwerte, Elektrolyte, Blutbild und weitere Parameter.
  • Elektrophysiologische Untersuchung (EPU): Invasive Untersuchung zur genauen Lokalisierung des Ursprungs der Herzrhythmusstörung.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der Art, Ursache und Schwere der Tachykardie:

Allgemeine Maßnahmen

  • Behandlung der auslösenden Grunderkrankung (z. B. Schilddrüsenbehandlung, Infektionstherapie)
  • Vermeidung von auslösenden Faktoren wie Koffein, Alkohol oder Stress
  • Vagusmanöver (z. B. Valsalva-Manöver, Karotisdruck) bei bestimmten supraventrikulären Tachykardien

Medikamentöse Therapie

  • Antiarrhythmika: Medikamente zur Normalisierung des Herzrhythmus (z. B. Betablocker, Kalziumkanalblocker, Flecainid, Amiodaron)
  • Antikoagulantien: Blutverdünner bei Vorhofflimmern zur Schlaganfallprävention

Interventionelle und operative Therapie

  • Kardioversion: Elektrische Umwandlung des Herzrhythmus in den Sinusrhythmus
  • Katheterablation: Verödung des für die Tachykardie verantwortlichen Herzgewebes mittels Katheter
  • Implantation eines Defibrillators (ICD): Bei lebensbedrohlichen ventrikulären Tachykardien

Wann zum Arzt?

Gelegentliches Herzrasen nach Aufregung oder Sport ist meist harmlos. Ein Arztbesuch ist jedoch empfohlen, wenn:

  • das Herzrasen häufig oder ohne erkennbaren Grund auftritt,
  • Begleitsymptome wie Schwindel, Ohnmacht oder Brustschmerzen auftreten,
  • eine bekannte Herzerkrankung vorliegt,
  • oder die Episoden länger andauern.

Quellen

  1. Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung – Nationale VersorgungsLeitlinie Herzinsuffizienz (2023), abrufbar unter: www.leitlinien.de
  2. European Society of Cardiology (ESC) – Guidelines for the management of patients with ventricular arrhythmias and the prevention of sudden cardiac death (2022), abrufbar unter: www.escardio.org
  3. Herold, G. et al. – Innere Medizin. Köln: Gerd Herold Verlag, aktuelle Auflage.

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