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Tarsus (Fuß) – Anatomie, Funktion & Erkrankungen

Der Tarsus ist der knöcherne Mittelteil des Fußes, bestehend aus sieben Knochen. Er verbindet den Unterschenkel mit dem Mittelfuß und ist entscheidend für Stabilität und Bewegung.

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Wissenswertes über "Tarsus (Fuß)"

Der Tarsus ist der knöcherne Mittelteil des Fußes, bestehend aus sieben Knochen. Er verbindet den Unterschenkel mit dem Mittelfuß und ist entscheidend für Stabilität und Bewegung.

Was ist der Tarsus?

Der Tarsus, auch als Fußwurzel bezeichnet, ist der proximale (körpernahe) Abschnitt des Fußskeletts. Er besteht aus sieben einzelnen Knochen, den sogenannten Ossa tarsi (Tarsalknochen), und bildet die anatomische Verbindung zwischen dem Unterschenkel und dem Mittelfuß. Der Tarsus trägt maßgeblich zur Stabilität, Stoßdämpfung und Beweglichkeit des Fußes bei.

Anatomie und Aufbau

Die sieben Tarsalknochen lassen sich in zwei Reihen einteilen:

Proximale Reihe

  • Talus (Sprungbein): Verbindet den Fuß mit dem Unterschenkel über das obere Sprunggelenk. Er ist der einzige Knochen des Fußes, der keine direkte Muskelansatzstelle besitzt.
  • Calcaneus (Fersenbein): Der größte und kräftigste Knochen des Fußes. Er bildet die Ferse und ist Ansatzpunkt der Achillessehne.

Mittlerer Knochen

  • Os naviculare (Kahnbein): Liegt an der Innenseite des Fußes und ist ein wichtiger Bestandteil des Längsgewölbes.

Distale Reihe

  • Os cuboideum (Würfelbein): Liegt an der Außenseite des Fußes.
  • Os cuneiforme mediale, intermedium und laterale (drei Keilbeine): Bilden zusammen mit dem Kahnbein und dem Würfelbein das Chopart-Gelenk und sind essenziell für die Fußgewölbebildung.

Funktion des Tarsus

Der Tarsus übernimmt im menschlichen Bewegungsapparat mehrere wichtige Aufgaben:

  • Kraftübertragung: Er leitet das Körpergewicht vom Unterschenkel auf den Fuß weiter.
  • Stoßdämpfung: Zusammen mit den Fußgewölben federt er Belastungen beim Gehen, Laufen und Springen ab.
  • Beweglichkeit: Die Gelenke zwischen den Tarsalknochen ermöglichen Pronation (Einwärtsrollen) und Supination (Auswärtsrollen) des Fußes.
  • Statik: Der Tarsus ist ein zentraler Bestandteil des Längs- und Quergewölbes des Fußes.

Wichtige Gelenke im Bereich des Tarsus

Im Bereich des Tarsus befinden sich mehrere klinisch bedeutsame Gelenke:

  • Oberes Sprunggelenk (OSG / Articulatio talocruralis): Verbindet Talus, Tibia und Fibula und ermöglicht das Heben und Senken des Fußes (Dorsalextension und Plantarflexion).
  • Unteres Sprunggelenk (USG / Articulatio subtalaris): Zwischen Talus und Calcaneus; ermöglicht Pronation und Supination.
  • Chopart-Gelenk (Articulatio tarsi transversa): Quer verlaufende Gelenkverbindung zwischen proximaler und distaler Tarsalreihe; klinisch wichtig bei Amputationen.
  • Lisfranc-Gelenk (Articulatio tarsometatarsalis): Verbindung zwischen Tarsus und Mittelfuß (Metatarsus).

Häufige Erkrankungen und Verletzungen

Der Tarsus kann von verschiedenen Erkrankungen und Verletzungen betroffen sein:

  • Talusfraktur: Knochenbruch des Sprungbeins, häufig bei Hochrasanztraumata. Risiko einer avaskulären Nekrose (Knochentod durch Durchblutungsstörung).
  • Calcaneusfraktur: Fersenbeinfraktur, oft durch Sturz aus der Höhe. Kann langfristige Funktionseinschränkungen hinterlassen.
  • Lisfranc-Verletzung: Verletzung des Tarsometatarsalgelenks, die häufig übersehen wird und ohne rechtzeitige Behandlung zu Arthrose führen kann.
  • Köhler-Krankheit: Aseptische Knochennekrose des Os naviculare, vor allem bei Kindern.
  • Tarsaltunnelsyndrom: Einengung des Nervus tibialis im Bereich des Tarsaltunnels (innere Fußseite), vergleichbar mit dem Karpaltunnelsyndrom an der Hand.
  • Pes planus (Plattfuß) und Pes cavus (Hohlfuß): Fehlstellungen, die die Biomechanik des Tarsus und des gesamten Fußes beeinträchtigen.

Diagnose

Zur Beurteilung des Tarsus werden verschiedene diagnostische Verfahren eingesetzt:

  • Röntgenaufnahmen (konventionell): Standardverfahren bei Frakturen und Fehlstellungen in zwei Ebenen (dorsoplantar und seitlich).
  • Computertomographie (CT): Detaillierte Darstellung komplexer Frakturen und Gelenkbeteiligungen.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Beurteilung von Weichteilen, Bändern, Sehnen sowie frühen Knochenveränderungen wie Stressfrakturen oder Nekrosen.
  • Sonographie (Ultraschall): Untersuchung von Sehnen und Bändern sowie Weichteilveränderungen.

Behandlung

Die Therapie von Tarsuserkrankungen richtet sich nach der Art und Schwere der Schädigung:

  • Konservative Behandlung: Ruhigstellung im Gips oder einer Orthese, Entlastung, Physiotherapie, entzündungshemmende Medikamente (NSAIDs).
  • Operative Behandlung: Osteosynthese (operative Knochenbruchversorgung) bei dislozierten Frakturen, Arthrodese (Gelenkversteifung) bei schwerer Arthrose, rekonstruktive Eingriffe bei Fehlstellungen.
  • Physiotherapie und Rehabilitation: Nach Verletzungen oder Operationen ist eine gezielte Physiotherapie entscheidend, um Kraft, Stabilität und Beweglichkeit des Fußes wiederherzustellen.

Quellen

  1. Schünke M., Schulte E., Schumacher U. - Prometheus Lernatlas der Anatomie: Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem. Thieme Verlag, Stuttgart, 5. Auflage (2018).
  2. Niethard F.U., Pfeil J., Biberthaler P. - Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag, Stuttgart, 8. Auflage (2017).
  3. Maffulli N., Easley M. - Minimally Invasive Surgery of the Foot and Ankle. Springer Verlag (2011).

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