Teleskopprothese – Erklärung, Vorteile & Kosten
Eine Teleskopprothese ist herausnehmbarer Zahnersatz, der über Doppelkronen auf eigenen Zähnen verankert wird. Sie bietet sicheren Halt und gute Ästhetik.
Wissenswertes über "Teleskopprothese"
Eine Teleskopprothese ist herausnehmbarer Zahnersatz, der über Doppelkronen auf eigenen Zähnen verankert wird. Sie bietet sicheren Halt und gute Ästhetik.
Was ist eine Teleskopprothese?
Eine Teleskopprothese ist eine Art von herausnehmbarem Zahnersatz, der mithilfe sogenannter Teleskopkronen (auch Doppelkronen genannt) an den verbliebenen natürlichen Zähnen oder an Zahnimplantaten befestigt wird. Das Prinzip ähnelt einem Teleskop: Eine innere Krone (Primärkrone) wird fest auf dem beschliffenen Zahn zementiert, während eine äußere Krone (Sekundärkrone) in die herausnehmbare Prothese integriert ist und über die Primärkrone gesteckt wird. Durch Reibungsschluss oder Friktion entsteht so ein stabiler, sicherer Halt.
Aufbau und Funktionsweise
Das Teleskopsystem besteht aus zwei ineinandergreifenden Komponenten:
- Primärkrone: Eine individuelle Metallkrone, die dauerhaft auf dem präparierten (beschliffenen) Zahn befestigt wird.
- Sekundärkrone: Eine identisch geformte Gegenkrone, die in der herausnehmbaren Prothese sitzt und passgenau über die Primärkrone gleitet.
Der Halt der Prothese entsteht durch den engen Kontakt zwischen den beiden Kronenteilen. Je nach Ausführung kann dieser Halt durch Friktion (Reibung), Retentionselemente oder Präzisionsverbinder zusätzlich verstärkt werden.
Anwendungsgebiete
Teleskopprothesen werden eingesetzt, wenn noch einige natürliche Zähne vorhanden sind, die als Pfeilerzähne genutzt werden können. Typische Anwendungsfälle sind:
- Große Lückengebisse mit mehreren fehlenden Zähnen
- Situationen, in denen eine festsitzende Versorgung nicht möglich ist
- Patienten, die eine komfortable, stabile Alternative zur konventionellen Teil- oder Vollprothese suchen
- Versorgung auf Implantaten (implantatgestützte Teleskopprothese)
Vorteile der Teleskopprothese
- Hoher Tragekomfort: Durch den sicheren Halt sitzt die Prothese fest und verrutscht nicht beim Sprechen oder Essen.
- Gute Ästhetik: Keine sichtbaren Haken wie bei klassischen Klammerprothesen.
- Erweiterungsfähigkeit: Die Prothese kann bei Zahnverlust relativ einfach erweitert werden.
- Schonung der Pfeilerzähne: Die gleichmäßige Kraftverteilung schont die verbleibenden Zähne und den Kieferknochen.
- Hygiene: Da die Prothese herausnehmbar ist, können sowohl die Prothese als auch die Primärkronen gut gereinigt werden.
Nachteile und Risiken
- Kosten: Teleskopprothesen gehören zu den aufwendigeren und damit kostenintensiveren Versorgungsformen. Ein Teil der Kosten wird von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, ein Eigenanteil bleibt jedoch meist bestehen.
- Zahnanpräparation: Die Pfeilerzähne müssen für die Primärkronen beschliffen werden, was einen irreversiblen Eingriff darstellt.
- Nachjustierung: Mit der Zeit kann die Friktion nachlassen und eine Nachbearbeitung beim Zahnarzt oder Zahntechniker erforderlich sein.
- Eingewöhnung: Patienten benötigen eine gewisse Zeit, um sich an die neue Prothese zu gewöhnen.
Herstellungsprozess
Die Anfertigung einer Teleskopprothese erfordert enge Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt und Zahntechniker. Nach der Präparation der Pfeilerzähne und der Abformung werden die Primärkronen im Labor gefertigt und im Mund einzementiert. Danach erfolgt eine erneute Abformung für die Sekundärkronen und den Prothesenkkörper. In mehreren Anprobesitzungen wird die Prothese angepasst, bevor sie endgültig eingegliedert wird.
Pflege und Haltbarkeit
Eine Teleskopprothese erfordert sorgfältige tägliche Pflege. Die Prothese sollte nach jeder Mahlzeit gereinigt und über Nacht herausgenommen werden. Die Primärkronen im Mund sind wie normale Zähne zu pflegen – also regelmäßiges Zähneputzen und die Verwendung von Interdentalbürsten. Bei regelmäßiger Kontrolle und guter Pflege kann eine Teleskopprothese viele Jahre zuverlässig funktionieren.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) - Leitlinien zur Prothetik (2022)
- Marxkors, R. et al. - Lehrbuch der zahnprothetischen Propädeutik (Hanser Verlag, 2018)
- Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) - Patienteninformation Zahnersatz (2023), verfügbar unter: www.kbv.de
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