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Telithromycin ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Ketolide und wird zur Behandlung von Atemwegsinfektionen eingesetzt. Es wirkt gegen eine Vielzahl bakterieller Erreger.
Telithromycin ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Ketolide und wird zur Behandlung von Atemwegsinfektionen eingesetzt. Es wirkt gegen eine Vielzahl bakterieller Erreger.
Telithromycin ist ein Antibiotikum aus der Wirkstoffklasse der Ketolide, die strukturell eng mit den Makrolid-Antibiotika verwandt sind. Es wurde speziell entwickelt, um auch gegen Bakterien wirksam zu sein, die gegen klassische Makrolide wie Erythromycin oder Azithromycin resistent geworden sind. In Deutschland und Europa war Telithromycin unter dem Handelsnamen Ketek zugelassen, die Zulassung wurde jedoch aufgrund von Sicherheitsbedenken stark eingeschrankt.
Telithromycin wurde ursprunglich zur Behandlung folgender bakterieller Atemwegsinfektionen eingesetzt:
Aufgrund schwerwiegender Nebenwirkungen wurde der Einsatz von Telithromycin in vielen Landern erheblich eingeschrankt oder vollstandig vom Markt genommen.
Telithromycin hemmt die bakterielle Proteinsynthese, indem es an die 50S-Untereinheit des bakteriellen Ribosoms bindet. Im Vergleich zu klassischen Makroliden besitzt Telithromycin eine hohere Bindungsaffinitat an zwei Stellen des Ribosoms (Domane II und V der 23S-rRNA), was seine Wirksamkeit auch gegenuber makrolidresistenten Bakterien erklart. Durch die Hemmung der Proteinsynthese konnen sich die Bakterien nicht mehr vermehren (bakteriostatische Wirkung), und das Immunsystem des Korpers kann die Infektion bekampfen.
Telithromycin ist gegen eine Reihe von Bakterien wirksam, die haufig Atemwegsinfektionen verursachen:
Die ubliche Dosierung fur Erwachsene betrug 800 mg einmal taglich als orale Tablette, in der Regel uber 5 bis 10 Tage, abhangig von der Indikation. Telithromycin sollte nicht bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet werden. Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstorung war eine Dosisanpassung erforderlich.
Telithromycin ist wegen seiner schwerwiegenden Nebenwirkungen bekannt, die zu erheblichen Einschrankungen seiner Zulassung gefuhrt haben:
Telithromycin darf nicht angewendet werden bei:
Telithromycin wird uber das Enzym CYP3A4 in der Leber abgebaut und hemmt dieses Enzym gleichzeitig stark. Dadurch kann es zu erheblichen Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln kommen:
Telithromycin (Ketek) war in der EU und den USA zugelassen, wurde jedoch aufgrund gehaufter Berichte uber schwere Leberschaden und andere schwerwiegende Nebenwirkungen in vielen Landern vom Markt zuruckgezogen oder stark in seinen Anwendungsgebieten eingeschrankt. Die Europaische Arzneimittel-Agentur (EMA) und die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) haben Warnhinweise herausgegeben. Heute hat Telithromycin in der klinischen Praxis kaum noch Bedeutung; es stehen sicherere Alternativen zur Verfugung.
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