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Das Telomeraseenzym ist ein spezielles Enzym, das die Enden der Chromosomen – die Telomere – verlängert und so vor Zellalterung schützt.
Das Telomeraseenzym ist ein spezielles Enzym, das die Enden der Chromosomen – die Telomere – verlängert und so vor Zellalterung schützt.
Das Telomeraseenzym (auch: Telomerase) ist ein ribonukleoprotein-Enzym, das in der Lage ist, die Enden der Chromosomen, die sogenannten Telomere, zu verlängern. Telomere sind schützende DNA-Abschnitte an den Enden jedes Chromosoms – vergleichbar mit den Plastikkappen an einem Schnürsenkel. Sie verhindern, dass genetische Information bei der Zellteilung verloren geht oder Chromosomen miteinander verschmelzen.
Bei jeder Zellteilung verkürzen sich die Telomere ein wenig. Wird die Telomerlänge zu kurz, stellt die Zelle ihre Teilung ein oder stirbt ab – ein zentraler Mechanismus der Zellalterung (Seneszenz). Das Telomeraseenzym kann diesen Verkürzungsprozess verlangsamen oder umkehren, indem es spezifische DNA-Sequenzen an die Chromosomenenden anfügt.
Das Telomeraseenzym besteht aus zwei Hauptkomponenten:
Das Enzym arbeitet als reverse Transkriptase: Es verwendet die eigene RNA-Matrize, um komplementäre DNA-Sequenzen zu synthetisieren und so die Telomerenden zu verlängern. Dieser Prozess ermöglicht es bestimmten Zellen, sich unbegrenzt oder über viele Generationen hinweg zu teilen.
In den meisten ausdifferenzierten (reifen) Körperzellen ist die Telomeraseaktivität sehr gering oder vollständig abgeschaltet. Eine hohe Aktivität des Telomeraseenzyms findet sich hingegen in:
Die Telomeraseforschung ist eng mit der Biologie des Alterns verknüpft. Kurze Telomere werden mit altersbedingten Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und neurodegenerativen Leiden in Verbindung gebracht. Eine erhöhte Telomeraseaktivität könnte theoretisch die Lebensdauer von Zellen verlängern, birgt jedoch auch Risiken (siehe unten).
In rund 85–90 % aller menschlichen Krebszellen ist das Telomeraseenzym reaktiviert. Dies ermöglicht den Tumorzellen, sich unbegrenzt zu teilen – ein Kennzeichen maligner Erkrankungen. Daher ist die Hemmung der Telomerase ein intensiv erforschter Ansatz in der Krebstherapie. Telomerase-Inhibitoren (z. B. Imetelstat) befinden sich in klinischen Studien.
Mutationen in Genen, die für Bestandteile des Telomeraseenzyms codieren (z. B. TERT, TERC, DKC1), führen zu seltenen Erbkrankheiten, den sogenannten Telomeropathien. Dazu gehören:
Die Messung der Telomerlänge und der Telomeraseaktivität (z. B. mittels TRAP-Assay – Telomeric Repeat Amplification Protocol) wird in der Forschung und zunehmend auch klinisch genutzt, um das biologische Alter von Geweben zu bestimmen und Krankheitsrisiken abzuschätzen.
Die gezielte Aktivierung des Telomeraseenzyms zur Verjüngung von Zellen ist ein vielversprechender, aber auch zweischneidiger Forschungsansatz:
Die Forschung arbeitet daher an zielgerichteten Ansätzen, die eine gewebespezifische oder zeitlich begrenzte Aktivierung ermöglichen, ohne das Krebsrisiko zu steigern.
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