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Tendomyopathie: Ursachen, Symptome & Behandlung

Tendomyopathie bezeichnet Schmerzsyndrome, die Muskeln, Sehnen und deren Ansatzpunkte betreffen. Sie entsteht oft durch Überlastung oder Fehlhaltung.

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Wissenswertes über "Tendomyopathie"

Tendomyopathie bezeichnet Schmerzsyndrome, die Muskeln, Sehnen und deren Ansatzpunkte betreffen. Sie entsteht oft durch Überlastung oder Fehlhaltung.

Was ist eine Tendomyopathie?

Der Begriff Tendomyopathie setzt sich aus den lateinischen und griechischen Wörtern für Sehne (tendo), Muskel (myo) und Erkrankung (pathie) zusammen. Er beschreibt eine Gruppe von schmerzhaften Erkrankungen, die sowohl die Muskeln als auch die Sehnen und deren Ansatzpunkte am Knochen betreffen. Die Beschwerden treten häufig im Bereich von Schulter, Nacken, Rücken, Ellenbogen, Hüfte oder Knie auf und können akut oder chronisch verlaufen.

Die Tendomyopathie ist keine eigenständige Diagnose im engeren Sinne, sondern ein Überbegriff für verschiedene Schmerzsyndrome des Bewegungsapparates, bei denen Muskeln und Sehnen gemeinsam betroffen sind. Sie zählt zu den häufigsten Ursachen von Schmerzen am Bewegungsapparat und ist in der hausärztlichen sowie orthopädischen Praxis weit verbreitet.

Ursachen

Eine Tendomyopathie entsteht in den meisten Fällen durch anhaltende mechanische Belastungen oder Fehlbeanspruchungen des Bewegungsapparates. Zu den häufigsten Ursachen zählen:

  • Chronische Überlastung: Wiederholte, einseitige Bewegungsabläufe im Beruf oder Sport führen zu Mikrotraumata in Muskeln und Sehnen.
  • Fehlhaltung und ergonomische Mängel: Langes Sitzen in ungünstiger Position, etwa am Schreibtisch oder beim Autofahren, belastet bestimmte Muskelgruppen dauerhaft.
  • Muskeldysbalancen: Ungleichgewichte zwischen verkürzten und abgeschwächten Muskelgruppen fördern Überlastungsreaktionen.
  • Psychosoziale Faktoren: Stress, psychische Belastung und mangelnde Erholung können Muskelverspannungen und Schmerzen verstärken.
  • Degenerative Veränderungen: Im Alter nimmt die Belastbarkeit von Sehnen und Muskelgewebe ab, was das Risiko einer Tendomyopathie erhöht.
  • Akute Verletzungen: Zerrungen oder Verstauchungen können als Ausgangspunkt einer chronischen Tendomyopathie dienen.

Symptome

Die Beschwerden bei einer Tendomyopathie sind vielfältig und können je nach betroffenem Körperbereich variieren. Typische Symptome sind:

  • Dumpfe, ziehende oder brennende Schmerzen in den betroffenen Muskel- und Sehnenregionen
  • Druckschmerzhaftigkeit an Muskelansätzen und entlang von Sehnen
  • Bewegungseinschränkungen und Steifheitsgefühl, besonders morgens oder nach längerem Ruhen
  • Schwellungen oder lokale Wärmeentwicklung im betroffenen Bereich
  • Muskelschwäche und rasche Ermüdung der betroffenen Muskulatur
  • Chronische Verläufe können zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität führen

Diagnose

Die Diagnose einer Tendomyopathie erfolgt in erster Linie klinisch. Der Arzt oder die Ärztin erhebt eine ausführliche Krankengeschichte und führt eine körperliche Untersuchung durch, bei der Druckpunkte, Beweglichkeit und Muskelkraft beurteilt werden. Ergänzend können folgende diagnostische Maßnahmen eingesetzt werden:

  • Ultraschall: Zur Beurteilung von Sehnen, Muskelstrukturen und möglichen Entzündungszeichen
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Bei unklaren Befunden oder Verdacht auf strukturelle Schäden
  • Röntgenaufnahmen: Zum Ausschluss knöcherner Veränderungen oder Verkalkungen
  • Laboruntersuchungen: Zum Ausschluss entzündlich-rheumatischer Erkrankungen

Eine differentialdiagnostische Abgrenzung zu Erkrankungen wie Fibromyalgie, Arthrose, rheumatoider Arthritis oder anderen entzündlichen Erkrankungen ist wichtig, um die richtige Therapie einzuleiten.

Behandlung

Die Behandlung der Tendomyopathie richtet sich nach Ursache, Schweregrad und betroffenem Körperbereich. In der Regel wird ein multimodaler Ansatz verfolgt:

Konservative Therapie

  • Physiotherapie: Gezielte Übungen zur Dehnung, Kräftigung und Verbesserung der Körperhaltung sind die Grundlage der Behandlung.
  • Schmerztherapie: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac können kurzfristig zur Schmerzlinderung eingesetzt werden.
  • Lokale Maßnahmen: Wärme- oder Kälteanwendungen, Ultraschalltherapie, Elektrotherapie und Massagen können die Beschwerden lindern.
  • Ergonomische Anpassungen: Veränderungen am Arbeitsplatz oder im Alltag helfen, Überlastungen zu vermeiden.
  • Kortikosteroid-Injektionen: Bei lokalen Entzündungsreaktionen können gezielte Injektionen erwogen werden.

Multimodale Schmerztherapie

Bei chronischen Verläufen empfiehlt sich eine multimodale Schmerztherapie, die neben physikalischen Maßnahmen auch psychologische Unterstützung, Stressbewältigung und Entspannungsverfahren wie progressive Muskelentspannung oder Biofeedback umfasst.

Operative Maßnahmen

Ein chirurgischer Eingriff ist bei der Tendomyopathie selten notwendig und wird nur bei nachgewiesenen strukturellen Schäden (z. B. Sehnenrissen) in Betracht gezogen, wenn konservative Maßnahmen über einen langen Zeitraum keinen ausreichenden Erfolg zeigen.

Vorbeugung

Einer Tendomyopathie lässt sich durch regelmäßige Bewegung, ergonomische Gestaltung von Arbeitsplatz und Alltag sowie ausreichende Erholung und Stressbewältigung wirkungsvoll vorbeugen. Ein ausgewogenes Verhältnis aus Belastung und Regeneration ist entscheidend für die langfristige Gesundheit von Muskeln und Sehnen.

Quellen

  1. Siebert, U. et al.: Leitlinie Fibromyalgiesyndrom und Weichteilrheuma. Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh), 2022.
  2. Breivik, H. et al.: Assessment of pain. British Journal of Anaesthesia, 2008; 101(1): 17-24.
  3. World Health Organization (WHO): Musculoskeletal conditions. WHO Fact Sheet, 2023. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/musculoskeletal-conditions

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