Teratom: Ursachen, Symptome & Behandlung
Ein Teratom ist ein seltener Keimzelltumor, der Gewebe verschiedener Körperregionen enthalten kann. Er tritt häufig an Eierstöcken, Hoden oder Steißbein auf.
Wissenswertes über "Teratom"
Ein Teratom ist ein seltener Keimzelltumor, der Gewebe verschiedener Körperregionen enthalten kann. Er tritt häufig an Eierstöcken, Hoden oder Steißbein auf.
Was ist ein Teratom?
Ein Teratom ist ein seltener Tumor, der aus sogenannten Keimzellen entsteht – also aus Zellen, die ursprünglich für die Bildung von Ei- oder Samenzellen vorgesehen sind. Das Besondere an einem Teratom ist, dass es Gewebe aus verschiedenen Körperschichten enthalten kann, zum Beispiel Haare, Zähne, Muskelgewebe oder sogar Nervengewebe. Der Begriff leitet sich vom griechischen Wort teras (Wunder oder Missgeburt) ab.
Teratome können gutartig (benigne) oder bösartig (maligne) sein. Die gutartige Form wird als reifes Teratom bezeichnet, die bösartige als unreifes Teratom.
Arten von Teratomen
- Reifes Teratom (reife zystische Dermoidzyste): Die häufigste Form, meist gutartig. Es enthält gut differenziertes Gewebe wie Haut, Haare und Zähne.
- Unreifes Teratom: Enthält unreifes, embryonales Gewebe und gilt als potenziell bösartig.
- Malignes Teratom: Eine seltene, bösartige Form, die in andere Körperregionen streuen (metastasieren) kann.
Häufige Lokalisationen
Teratome können an verschiedenen Stellen im Körper entstehen:
- Eierstöcke (Ovarien): Die häufigste Lokalisation bei Frauen, meist als reife zystische Teratome (Dermoidzysten).
- Hoden: Häufige Lokalisation bei Männern, oft im Rahmen von Hodentumoren.
- Steißbein (sakrokokzygeale Region): Häufigste Lokalisation bei Neugeborenen und Säuglingen.
- Mediastinum (Brustraum): Seltenere Lokalisation, kann Atembeschwerden verursachen.
- Gehirn/Rückenmark: Sehr seltene Lokalisation.
Ursachen und Entstehung
Die genauen Ursachen für die Entstehung eines Teratoms sind noch nicht vollständig geklärt. Man geht davon aus, dass sich pluripotente Keimzellen – also Zellen mit dem Potenzial, verschiedene Gewebetypen zu bilden – fehlerhaft entwickeln und unkontrolliert wachsen. Genetische Faktoren können eine Rolle spielen. Teratome entstehen häufig schon vor der Geburt (pränatal) und werden manchmal bereits durch Ultraschall im Mutterleib entdeckt.
Symptome
Die Symptome eines Teratoms hängen stark von seiner Lage und Größe ab. Kleine Teratome verursachen oft keine Beschwerden und werden zufällig entdeckt. Mögliche Symptome sind:
- Bauchschmerzen oder Druckgefühl im Beckenbereich (bei ovariellen Teratomen)
- Tastbarer Knoten oder Schwellung (z. B. im Hoden oder Steißbeinbereich)
- Atembeschwerden (bei mediastinalem Teratom)
- Schmerzen im Rücken oder in den Beinen (bei sakrokokzygealen Teratomen)
- Bei bösartigen Formen: allgemeines Kränkheitsgefühl, Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit
Diagnose
Die Diagnose eines Teratoms erfolgt durch verschiedene Untersuchungsmethoden:
- Ultraschall (Sonographie): Häufig die erste bildgebende Untersuchung; charakteristische Mischstruktur aus festen und zystischen Anteilen ist typisch.
- Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT): Für eine genauere Darstellung von Lage, Größe und Beziehung zu Nachbarstrukturen.
- Tumormarker: Blutuntersuchungen auf AFP (Alpha-Fetoprotein), Beta-HCG und LDH können auf bösartige Formen hinweisen.
- Histologische Untersuchung: Die endgültige Diagnose wird durch die feingewebliche Untersuchung des entfernten Gewebes gestellt.
Behandlung
Die Behandlung eines Teratoms richtet sich nach Art, Größe, Lage und möglicher Bösartigkeit des Tumors:
- Chirurgische Entfernung: Ist die wichtigste Behandlungsmöglichkeit. Bei gutartigen Teratomen ist die vollständige operative Entfernung in der Regel ausreichend und heilend.
- Chemotherapie: Wird bei bösartigen (malignen) oder unreifen Teratomen eingesetzt, oft in Kombination mit einem operativen Eingriff.
- Strahlentherapie: Selten angewendet, kann in bestimmten Fällen erwägt werden.
- Nachsorge: Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind wichtig, um ein erneutes Auftreten (Rezidiv) frühzeitig zu erkennen.
Prognose
Die Prognose hängt wesentlich davon ab, ob das Teratom gutartig oder bösartig ist und ob es vollständig entfernt werden kann. Reife, gutartige Teratome haben nach vollständiger Entfernung eine ausgezeichnete Prognose. Bei unreifen oder malignen Teratomen hängt die Prognose vom Stadium und dem Ansprechen auf die Therapie ab.
Quellen
- Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. 268. Auflage. De Gruyter, Berlin 2020.
- World Health Organization (WHO): Classification of Tumours of the Female Reproductive Organs. 5th edition, 2020. IARC Press, Lyon.
- Gobel U et al.: Keimzelltumoren im Kindes- und Jugendalter. Deutsches Ärzteblatt, 2002; 99(33-34): 2193–2199.
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