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Die Thrombozytenaktivierung ist ein zentraler Prozess der Blutgerinnung, bei dem Blutplättchen aktiviert werden, um Wunden zu verschließen und Blutungen zu stoppen.
Die Thrombozytenaktivierung ist ein zentraler Prozess der Blutgerinnung, bei dem Blutplättchen aktiviert werden, um Wunden zu verschließen und Blutungen zu stoppen.
Die Thrombozytenaktivierung bezeichnet den Prozess, bei dem Thrombozyten (auch Blutplättchen genannt) durch bestimmte Reize aktiviert werden und ihre blutstillende Funktion entfalten. Thrombozyten sind kleine, kernlose Blutzellen, die eine entscheidende Rolle bei der Hämostase – also der Blutstillung – spielen. Im Ruhezustand zirkulieren sie inaktiv im Blutkreislauf. Sobald ein Blutgefäß verletzt wird, setzt eine Kaskade von Aktivierungsprozessen ein.
Die Thrombozytenaktivierung verläuft in mehreren aufeinanderfolgenden Phasen:
Bei einer Gefäßverletzung wird Kollagen aus der Gefäßwand freigelegt. Thrombozyten binden über spezifische Rezeptoren (z. B. Glykoprotein Ib und den von-Willebrand-Faktor) an diese freiliegenden Strukturen. Dies ist der erste Schritt der Aktivierung.
Nach der Adhäsion verändern die Thrombozyten ihre Form: Sie werden von runden Scheibchen zu unregelmäßig geformten Zellen mit zahlreichen Ausstülpungen (Pseudopodien). Gleichzeitig werden intrazelluläre Granula freigesetzt, die wichtige Botenstoffe wie ADP (Adenosindiphosphat), Thromboxan A2 und Serotonin enthalten.
Die freigesetzten Botenstoffe locken weitere Thrombozyten an und aktivieren diese. Über den Glykoprotein IIb/IIIa-Rezeptor verbinden sich die Thrombozyten untereinander durch Fibrinogen-Brücken. Es entsteht ein primärer Plättchenpfropf, der die Wunde vorläufig verschließt.
Der primäre Plättchenpfropf wird durch die Gerinnungskaskade stabilisiert. Dabei entsteht aus Fibrinogen das unlösliche Fibrin, das den Thrombus (Blutgerinnsel) festigt und dauerhaft verschließt.
Eine übermäßige Thrombozytenaktivierung kann zu gefährlichen Erkrankungen führen, darunter:
Eine verminderte Thrombozytenaktivierung hingegen kann zu verstärkten Blutungen führen, wie bei der Thrombozytopenie (zu wenige Thrombozyten) oder bestimmten angeborenen Gerinnungsstörungen.
Die Funktion der Thrombozyten kann durch verschiedene Laboruntersuchungen beurteilt werden:
In der Medizin wird die Thrombozytenaktivierung gezielt gehemmt, um Thrombosen und kardiovaskuläre Ereignisse zu verhindern. Dies geschieht durch sogenannte Thrombozytenaggregationshemmer:
Diese Medikamente werden häufig nach einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall oder nach der Implantation eines Koronarstents eingesetzt.
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