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Die TIGIT-Achse ist ein immunologischer Kontrollpunkt, der die T-Zell-Aktivität reguliert und bei Krebs sowie Autoimmunerkrankungen eine zentrale Rolle spielt.
Die TIGIT-Achse ist ein immunologischer Kontrollpunkt, der die T-Zell-Aktivität reguliert und bei Krebs sowie Autoimmunerkrankungen eine zentrale Rolle spielt.
Die TIGIT-Achse bezeichnet ein immunologisches Signalnetzwerk, das sich um den Rezeptor TIGIT (T cell Immunoreceptor with Ig and ITIM domains) dreht. TIGIT ist ein hemmender Rezeptor, der auf der Oberfläche von T-Lymphozyten und natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) exprimiert wird. Zusammen mit seinen Liganden und weiteren Rezeptoren bildet er eine regulatorische Achse, die die Aktivität des Immunsystems kontrolliert. Diese Achse gehört zu den sogenannten Immun-Checkpoints – also biologischen Bremsen des Immunsystems, die eine Überreaktion verhindern, aber im Kontext von Krebs oder chronischen Infektionen die Immunantwort unerwünscht dämpfen können.
Die TIGIT-Achse umfasst mehrere Moleküle, die miteinander in Wechselwirkung stehen:
Das Gleichgewicht zwischen dem hemmenden TIGIT und dem aktivierenden CD226 bestimmt, ob eine Immunzelle aktiviert oder inhibiert wird.
Wenn TIGIT an seinen Liganden CD155 oder CD112 bindet, werden intrazelluläre Signalwege ausgelöst, die die T-Zell-Aktivierung hemmen. Dies geschieht auf mehreren Wegen:
Tumorzellen exprimieren häufig hohe Mengen der TIGIT-Liganden CD155 und CD112, um sich so vor der Erkennung und Zerstörung durch das Immunsystem zu schützen. Indem sie über TIGIT eine immunsuppressive Mikroumgebung erzeugen, können Krebszellen der Immunüberwachung entkommen. Dieses Phänomen wird als Immunevasion bezeichnet. In vielen Tumorentitäten – darunter Lungen-, Darm-, Leber- und Gebärmutterhalskrebs sowie hämatologische Neoplasien – wurde eine Überexpression von CD155 nachgewiesen, die mit einer schlechteren Prognose assoziiert ist.
Die Blockade der TIGIT-Achse ist ein vielversprechender Ansatz in der Immun-Checkpoint-Therapie. Durch den Einsatz von Anti-TIGIT-Antikörpern soll die künstliche Bremse des Immunsystems gelöst werden, sodass T-Zellen und NK-Zellen Tumorzellen wieder effektiv bekämpfen können.
Da TIGIT und PD-1/PD-L1 unterschiedliche, sich ergänzende Mechanismen der Immunsuppression nutzen, verspricht die kombinierte Blockade beider Achsen eine synergistische Wirkung. Viele laufende Studien untersuchen daher Anti-TIGIT-Antikörper in Kombination mit bereits zugelassenen PD-1- oder PD-L1-Inhibitoren wie Pembrolizumab oder Atezolizumab.
Neben der Onkologie spielt die TIGIT-Achse auch bei anderen Erkrankungen eine Rolle:
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