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TM6SF2 ist ein Gen, das eine wichtige Rolle im Fettstoffwechsel der Leber spielt. Varianten dieses Gens werden mit nichtalkoholischer Fettleber, Leberzirrhose und kardiovaskulären Erkrankungen in Verbindung gebracht.
TM6SF2 ist ein Gen, das eine wichtige Rolle im Fettstoffwechsel der Leber spielt. Varianten dieses Gens werden mit nichtalkoholischer Fettleber, Leberzirrhose und kardiovaskulären Erkrankungen in Verbindung gebracht.
TM6SF2 (Transmembrane 6 Superfamily Member 2) ist ein Gen, das für ein Transmembranprotein kodiert, das hauptsächlich in der Leber und im Dünndarm exprimiert wird. Das von diesem Gen kodierte Protein ist in die Sekretion von Very Low Density Lipoproteinen (VLDL) eingebunden und beeinflusst damit den Fettstoffwechsel des Körpers erheblich. Genetische Varianten im TM6SF2-Gen – insbesondere die Variante E167K (rs58542926) – gehören zu den am besten untersuchten genetischen Risikofaktoren für Lebererkrankungen.
Das TM6SF2-Protein ist im endoplasmatischen Retikulum und im Golgi-Apparat der Leberzellen lokalisiert. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Assemblierung und Sekretion von lipidhaltigen Partikeln, insbesondere von VLDL-Partikeln, die Triglyzeride aus der Leber in den Blutkreislauf transportieren. Ein funktionsreduziertes TM6SF2-Protein führt dazu, dass weniger Triglyzeride aus der Leber ausgeschleust werden, was zu einer Ansammlung von Fett in den Leberzellen (Steatose) führt.
Die bekannteste und klinisch relevanteste Variante im TM6SF2-Gen ist der Einzelnukleotidpolymorphismus rs58542926, bei dem an Position 167 der Aminosäuresequenz eine Glutaminsäure (E) durch Lysin (K) ersetzt wird. Diese Variante führt zu einer verminderten Stabilität und Funktion des Proteins.
TM6SF2-Varianten interagieren mit anderen bekannten genetischen Risikofaktoren für Lebererkrankungen, insbesondere mit Varianten im PNPLA3-Gen (I148M) und im MBOAT7-Gen. Das gleichzeitige Vorliegen mehrerer Risikovarianten kann das Lebererkrankungsrisiko additiv erhöhen.
Die TM6SF2 E167K-Variante ist einer der stärksten bekannten genetischen Risikofaktoren für die metabolisch assoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD), die früher als NAFLD bezeichnet wurde. Betroffene entwickeln häufiger eine Leberverfettung, die sich ohne konsequente Lebensstiländerungen zu einer Entzündung (NASH), Fibrose und schließlich Zirrhose weiterentwickeln kann.
Studien zeigen, dass Träger der TM6SF2-Risikovariante auch ein höheres Risiko für die Entwicklung eines hepatozellulären Karzinoms (HCC) aufweisen, insbesondere bei gleichzeitig bestehender Leberzirrhose.
Interessanterweise sind Träger der E167K-Variante durch die niedrigeren Blutfettwerte vor einigen kardiovaskulären Erkrankungen geschützt. Dieser schützende Effekt geht jedoch auf Kosten eines erhöhten Lebererkrankungsrisikos.
Die TM6SF2-Variante kann mittels Genotypisierung oder im Rahmen umfassender Lebererkrankungs-Genpanels nachgewiesen werden. Eine genetische Testung kann insbesondere bei Patienten mit unklarer Fettlebererkrankung, familärer Häufung von Lebererkrankungen oder erhöhten Leberwerten ohne offensichtliche Ursache sinnvoll sein. Die Testung erfolgt üblicherweise aus einer Blutprobe.
Aktuell gibt es keine spezifische, auf TM6SF2 ausgerichtete Therapie. Die Behandlung konzentriert sich auf die Reduktion der Risikofaktoren, die das Fortschreiten einer Lebererkrankung fördern:
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