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Tolerogene dendritische Zellen sind spezialisierte Immunzellen, die überschießende Immunreaktionen dämpfen und so zur immunologischen Toleranz beitragen.
Tolerogene dendritische Zellen sind spezialisierte Immunzellen, die überschießende Immunreaktionen dämpfen und so zur immunologischen Toleranz beitragen.
Tolerogene dendritische Zellen (tDC) sind eine funktionell spezialisierte Untergruppe der dendritischen Zellen, die zu den antigenpresentierenden Zellen des Immunsystems gehören. Während klassische, immunogene dendritische Zellen T-Lymphozyten aktivieren und eine Immunantwort auslösen, erfüllen tolerogene dendritische Zellen die entgegengesetzte Aufgabe: Sie fördern die immunologische Toleranz, also die Fähigkeit des Immunsystems, harmlose oder körpereigene Strukturen nicht anzugreifen.
Diese Zellen kommen natürlicherweise im gesamten Körper vor – etwa in Lymphknoten, Milz, Schleimhäuten und im Blut – und spielen eine zentrale Rolle bei der Verhinderung von Autoimmunerkrankungen, der Kontrolle von Allergien sowie bei der Toleranz gegenüber dem Fötus während der Schwangerschaft.
Tolerogene dendritische Zellen unterscheiden sich von immunogenen dendritischen Zellen in mehreren funktionellen Merkmalen:
Bei Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Rheumatoider Arthritis oder Typ-1-Diabetes ist die tolerogene Funktion dendritischer Zellen gestört. Das Immunsystem erkennt körpereigene Strukturen fälschlicherweise als fremd und greift sie an. tDC stellen daher ein vielversprechendes therapeutisches Ziel dar, um diese Fehlregulation zu korrigieren.
In der Organtransplantation ist die Verhinderung von Abstoßungsreaktionen eine zentrale Herausforderung. Tolerogene dendritische Zellen könnten dazu beitragen, spezifische Toleranz gegenüber dem Spenderorgan zu induzieren und so die Notwendigkeit einer lebenslangen Immunsuppression zu reduzieren.
Auch bei allergischen Erkrankungen spielen tDC eine Rolle. Sie können überschießende Immunreaktionen auf harmlose Substanzen wie Pollen oder Nahrungsmittel dämpfen und werden im Kontext der Allergen-Immuntherapie erforscht.
Während der Schwangerschaft verhindern tDC, dass das mütterliche Immunsystem den halb-fremden Fötus abstößt. Sie tragen maßgeblich zur fetalen Toleranz bei.
Die gezielte Nutzung tolerogener dendritischer Zellen als Therapie wird intensiv erforscht. Dabei werden dendritische Zellen aus dem Blut von Patienten gewonnen, im Labor zu einem tolerogenen Phänotyp konditioniert und anschließend zurück in den Körper gegeben. Zu den verwendeten Konditionierungsstrategien zählen:
Erste klinische Studien zeigen vielversprechende Ergebnisse bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis, Typ-1-Diabetes und nach Nierentransplantation. Die Technologie befindet sich jedoch größtenteils noch in frühen klinischen Phasen.
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