Totalendoprothese Sprunggelenk – TEP OSG erklärt
Die Totalendoprothese des Sprunggelenks ersetzt das zerstörte obere Sprunggelenk durch ein künstliches Implantat. Sie lindert Schmerzen und erhält die Beweglichkeit bei schwerer Arthrose.
Wissenswertes über "Totalendoprothese Sprunggelenk"
Die Totalendoprothese des Sprunggelenks ersetzt das zerstörte obere Sprunggelenk durch ein künstliches Implantat. Sie lindert Schmerzen und erhält die Beweglichkeit bei schwerer Arthrose.
Was ist eine Totalendoprothese des Sprunggelenks?
Die Totalendoprothese des Sprunggelenks (kurz: Sprunggelenk-TEP) ist ein operativer Eingriff, bei dem das geschädigte obere Sprunggelenk (OSG) durch ein künstliches Gelenk – eine Endoprothese – ersetzt wird. Das obere Sprunggelenk verbindet den Unterschenkel (Schienbein und Wadenbein) mit dem Fußwurzelknochen (Talus) und ist für das Gehen, Stehen und Treppensteigen unabdingbar. Bei schwerer Zerstörung des Gelenkknorpels kann dieses Verfahren Schmerzen deutlich reduzieren und die Lebensqualität erheblich verbessern.
Indikationen – Wann wird die Operation durchgeführt?
Die Sprunggelenk-TEP wird vor allem dann eingesetzt, wenn konservative Maßnahmen (Physiotherapie, Schmerzmedikamente, Einlagen) keine ausreichende Linderung mehr bringen. Typische Indikationen sind:
- Primäre Sprunggelenksarthrose (Verschleiß ohne erkennbare Vorerkrankung)
- Posttraumatische Arthrose nach Knochen- oder Bänderbruch am Sprunggelenk
- Rheumatoide Arthritis mit Zerstörung des Gelenkknorpels
- Avaskulare Talusnekrose (Absterben des Talusknochens durch gestörte Blutversorgung)
Typischerweise kommen Patienten im Alter zwischen 50 und 70 Jahren in Frage, bei denen noch ausreichend Knochensubstanz vorhanden ist und keine schwere Fehlstellung besteht.
Operationsverfahren
Die Operation erfolgt in der Regel in Allgemein- oder Spinalanaesthesie. Der Chirurg eröffnet das Gelenk über einen vorderen Zugang am Sprunggelenk. Anschließend werden die geschädigten Knorpel- und Knochenanteile präzise entfernt und durch die Komponenten der Prothese ersetzt:
- Tibiakomponente: Metallplatte, die am Schienbein verankert wird
- Talarkomponente: Metallschale, die auf dem Talus (Sprungbein) sitzt
- Polyethylen-Inlay: Gleitfläche aus Kunststoff zwischen den Metallteilen, die eine reibungsarme Bewegung ermöglicht
Moderne Prothesensysteme werden meist zementfrei implantiert und wachsen durch eine spezielle Oberflächenstruktur direkt in den Knochen ein (osseointegration).
Vor- und Nachteile gegenüber der Versteifung (Arthrodese)
Alternativ zur TEP kommt die Sprunggelenksarthrodese (Versteifungsoperation) in Betracht. Beide Verfahren haben spezifische Vor- und Nachteile:
- TEP: Vorteil – Erhalt der Gelenkbeweglichkeit, natürlicheres Gangbild
- TEP: Nachteil – technisch anspruchsvoller, höhere Revisionsrate bei jüngeren, körperlich aktiven Patienten
- Arthrodese: Vorteil – langjährige Stabilität, gut geeignet bei starker Fehlstellung
- Arthrodese: Nachteil – dauerhafter Bewegungsverlust, höhere Belastung der Nachbargelenke
Nachbehandlung und Rehabilitation
Nach der Operation folgt eine gezielte Nachbehandlung, die für den Erfolg des Eingriffs entscheidend ist:
- Entlastung des operierten Fußes mit Unterarmgeh-Stützen für mehrere Wochen
- Tragen eines Unterschenkelgips oder einer Orthese zum Schutz des Implantats
- Physiotherapie zur Wiederherstellung von Kraft, Koordination und Beweglichkeit
- Lymphdrainage und entstauende Maßnahmen bei Schwellung
Die vollständige Rehabilitation dauert in der Regel 6 bis 12 Monate. Viele Patienten können danach schmerzfrei gehen und leichte sportliche Aktivitäten wie Schwimmen oder Radfahren aufnehmen.
Mögliche Risiken und Komplikationen
Wie jeder operative Eingriff birgt auch die Sprunggelenk-TEP Risiken:
- Wundheilungsstörungen (besonders relevant bei Diabetes oder Durchblutungsstörungen)
- Infektion des Implantats
- Nerven- oder Gefäßverletzungen
- Lockerung oder Abrieb der Prothesenkomponenten im Verlauf der Jahre
- Versagen der Prothese mit notwendiger Revisionsoperation
Langzeitstudien zeigen eine 10-Jahres-Überlebensrate der modernen Sprunggelenkprothesen von etwa 70–90 %, abhängig vom Prothesentyp und der Patientenauswahl.
Quellen
- Daniels T.R. et al. - Intermediate-term results of total ankle replacement and ankle arthrodesis: A COFAS multicenter study. Journal of Bone and Joint Surgery, 2014.
- Saltzman C.L. et al. - Prospective controlled trial of STAR total ankle replacement versus ankle fusion. Foot and Ankle International, 2009.
- Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) - Leitlinien zur Versorgung der Sprunggelenksarthrose, 2020.
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