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Der transepidermale Wasserverlust (TEWL) beschreibt die Verdunstung von Wasser durch die Haut. Er ist ein wichtiger Marker für die Hautbarrierefunktion und wird in Dermatologie und Kosmetik eingesetzt.
Der transepidermale Wasserverlust (TEWL) beschreibt die Verdunstung von Wasser durch die Haut. Er ist ein wichtiger Marker für die Hautbarrierefunktion und wird in Dermatologie und Kosmetik eingesetzt.
Der transepidermale Wasserverlust (kurz: TEWL, englisch: Transepidermal Water Loss) bezeichnet die passive Verdunstung von Wasser durch die Haut in die Umgebungsluft. Dieser Vorgang findet kontinuierlich statt und ist vom bewussten Schweißen (Perspiratio sensibilis) zu unterscheiden. TEWL gehört zur sogenannten Perspiratio insensibilis – also dem unbemerkten Wasserverlust über die Haut.
Die Haut bildet als größtes Organ des menschlichen Körpers eine wichtige Schutzbarriere gegen den Verlust von Körperflüssigkeit sowie gegen das Eindringen von Krankheitserregern, Schadstoffen und Reizstoffen. Diese Funktion wird als Hautbarriere bezeichnet. Je höher der TEWL, desto stärker ist diese Barriere geschädigt oder geschächt.
Die Epidermis – die äußerste Schicht der Haut – besteht aus mehreren Schichten, von denen das Stratum corneum (Hornschicht) die wichtigste Barrierefunktion übernimmt. Das Stratum corneum setzt sich aus abgestorbenen Hornzellen (Korneozyten) zusammen, die in eine Lipidmatrix eingebettet sind. Diese Lipide – vor allem Ceramide, Cholesterol und freie Fettsäuren – sind essenziell für eine funktionierende Feuchtigkeitsbarriere.
Ist diese Lipidstruktur gestört, steigt der TEWL an. Gleichzeitig verliert die Haut Feuchtigkeit und wird trocken, rissig oder empfindlich.
Der TEWL wird mit speziellen Messgeräten nicht-invasiv gemessen. Die gängigsten Methoden sind:
Die Ergebnisse werden in der Einheit g/(m² · h) (Gramm pro Quadratmeter und Stunde) angegeben. Normalwerte für gesunde Haut liegen je nach Körperstelle zwischen etwa 5 und 15 g/(m² · h). Bei geschädigter Hautbarriere können die Werte deutlich höher ausfallen.
Der TEWL gilt als Goldstandard zur Beurteilung der Hautbarrierefunktion in der Dermatologie, Kosmetologie und pharmazeutischen Forschung. Er wird eingesetzt, um:
Das Ziel der Therapie ist die Wiederherstellung und Stärkung der Hautbarriere. Folgende Maßnahmen sind relevant:
Bei Neugeborenen und Säuglingen ist die Hautbarriere noch nicht vollständig ausgereift. Der TEWL ist daher bei Kleinkindern physiologisch höher als bei Erwachsenen. Kinder mit einem genetisch bedingten Filaggrin-Defekt haben ein erhöhtes Risiko, frühzeitig eine atopische Dermatitis zu entwickeln. Studien legen nahe, dass eine frühzeitige und regelmäßige Emollientien-Anwendung bei Risikokindern das Auftreten von Neurodermitis verzögern oder verhindern kann.
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