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Tumoranämie bezeichnet einen Mangel an roten Blutkörperchen bei Krebspatienten. Sie entsteht durch die Erkrankung selbst oder als Nebenwirkung der Krebstherapie.
Tumoranämie bezeichnet einen Mangel an roten Blutkörperchen bei Krebspatienten. Sie entsteht durch die Erkrankung selbst oder als Nebenwirkung der Krebstherapie.
Die Tumoranämie (auch tumorassoziierte Anämie) ist eine Form der Blutarmut, die bei Krebserkrankungen häufig auftritt. Sie ist definiert als eine Verringerung der Hämoglobinkonzentration im Blut unter den Normalwert (bei Frauen unter 12 g/dl, bei Männern unter 13 g/dl). Die Tumoranämie gilt als eine der häufigsten Begleiterkrankungen bei Krebs und beeinträchtigt die Lebensqualität der Betroffenen erheblich.
Die Entstehung einer Tumoranämie ist meist auf mehrere gleichzeitig wirkende Faktoren zurückzuführen:
Die Symptome der Tumoranämie ähneln denen anderer Anämieformen, können jedoch durch die Grunderkrankung verstärkt werden:
Die tumorbedingte Fatigue ist ein zentrales Symptom und unterscheidet sich von normaler Müdigkeit dadurch, dass sie durch Schlaf nicht behoben wird.
Die Diagnose der Tumoranämie erfolgt in erster Linie durch Laboruntersuchungen des Blutes:
Die Behandlung der Tumoranämie richtet sich nach der Ursache, dem Schweregrad der Anämie und dem Allgemeinzustand des Patienten:
Erythropoietin oder dessen Analoga (z. B. Darbepoetin alfa) werden eingesetzt, um die Bildung roter Blutkörperchen im Knochenmark anzuregen. Sie kommen vor allem bei chemotherapiebedingter Anämie zum Einsatz. Die Anwendung erfolgt nach strenger Indikationsstellung, da ESA das Thromboserisiko erhöhen können.
Bei nachgewiesenem Eisenmangel oder funktionellem Eisenmangel wird Eisen verabreicht, entweder oral oder intravenös. Die intravenöse Gabe ist bei Tumorpatienten oft wirksamer, da die enterale Resorption häufig gestört ist.
Bei schwerer Anämie mit akuten Symptomen oder einem Hämoglobinwert unter 7-8 g/dl können Erythrozytenkonzentrate transfundiert werden. Bluttransfusionen wirken schnell, sind aber mit Risiken wie Transfusionsreaktionen und einer möglichen Immunmodulation verbunden.
Die effektivste Maßnahme zur Behandlung der Tumoranämie ist die erfolgreiche Therapie des zugrunde liegenden Tumors. Mit Rückgang des Tumors normalisiert sich häufig auch die Blutbildung.
Ergänzend können eine ausgewogene Ernährung, körperliche Aktivität im Rahmen der Belastbarkeit sowie psychologische Unterstützung dazu beitragen, die durch die Anämie ausgelöste Fatigue zu lindern.
Eine unbehandelte Tumoranämie kann die Wirksamkeit der Krebstherapie beeinträchtigen, da ein sauerstoffarmes Tumorgewebe (Hypoxie) resistenter gegenüber Strahlen- und Chemotherapie ist. Zudem ist die Anämie mit einer schlechteren Prognose und einer reduzierten Lebensqualität assoziiert. Die frühzeitige Erkennung und Behandlung der Tumoranämie ist daher ein wichtiger Bestandteil der onkologischen Supportivtherapie.
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